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Jazztage Dresden beginnen am Donnerstag

Überbordendes Programm Jazztage Dresden beginnen am Donnerstag

Am Donnerstag beginnen die diesjährigen Dresdner Jazztage. Dabei sind wieder große Namen live auf der Bühne zu erleben: von Chick Corea über Barbara Dennerlein bis hin zu Al Di Meola. Der wird am 13. November sein Gastspiel wie geplant in der Staatsoperette geben können – trotz der dortigen Havariefolgen.

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Chick Corea
 

Quelle: Luna Afredo/telam/dpa

Dresden.  Vermutlich werden die Jazztage Dresden auf ewig im Schatten der Leipziger stehen. Kunststück bei 41 Jahren Geschichte im Vergleich zu 16 – und da sind schon die fünf Jahre als „Unkersdorfer Jazztage“ mitgezählt! Keine wohlfeilen Witzchen hier, denn dort, vor den Toren Dresdens, wurde bereits sehr ambitioniert das Fundament gelegt für die in diesem Jahr 25-tägige Veranstaltung in 21 Spielstätten vom kleinen Club bis zum Schauspielhaus. Und ja, die Unkersdorfer Kirche findet sich auch nach wie vor auf der Liste.

Im Vergleich zum kompakten, auch inhaltlich eher fokussierten Leipziger Event stellt sich das hiesige also schon fast ausufernd dar, kann den geneigten Fan schier überfordern mit seinem Angebot, das geradezu strotzt vor großen Namen und dessen Bandbreite alles umfasst, was nur irgendwie unter „Jazz“ gesehen werden kann.

Versuchen wir also, ein paar Orientierungsschneisen zu schlagen, einige Wegmarken zu setzen, persönliche Empfehlungen abzugeben – selbstverständlich ohne jeglichen Anspruch auf Vollständigkeit. Es ballt sich am Anfang des langen Festivals, da fällt die Wahl denn auch am schwersten, denn es gibt täglich mindestens zwei, meist vier oder mehr Konzerte. An verschiedenen Orten, aber auch hintereinander wie beispielsweise im Erlweinkapitol im Ostragehege; immerhin eine Location, wo sich mit dem weitläufigen Foyer samt Verköstigungsangeboten gut ein langer, entspannter und spannender Abend verbringen lässt.

Der bekannteste Künstler ist wohl Chick Corea, der mit der Steve Gadd Band die Jazztage am Freitag im Kulturpalast offiziell eröffnet – wobei bereits eine Stunde vorher Chris Barber mit seiner Big Band ein Konzert unter dem mit einem Fragezeichen versehenen Wort „Abschiedstour“ im Erlweinkapitol begonnen hat. Rebekka Bakken am Samstag ist bereits ausverkauft – warum also nicht Luca Stricagnoli in der Tonne eine Chance geben? Absolutes Kontrastprogramm zu all den etablierten Künstlern, denn der 24-Jährige firmiert unter „You Tube-Star“, eine Gattung, die den meisten Jazzfans unbekannt sein dürfte.

Am Sonntag führt kein Weg an Ute Lemper vorbei. Wie viele deutsche Musiker sind internationale Stars geworden? Mit Qualitätsmusik? Über Jahrzehnte? Eben. Am Montag dann raten wir zur Anglo-Amerikanerin Stacey Kent, die sich mit ihren Singer / Songwriter-Scheiben einen großen Namen gemacht hat, nun jedoch zum Jazz südamerikanischer Färbung zurückkehrt. Tags drauf sollte es der kleine Gig der ehemaligen Straßenmusiker von Cobario im Societaetstheater sein. Zwei Lokalmatadore - Tom Quaas und Frank Fröhlich – nehmen es am Mittwoch, 8. November, mit dem Alfredo Rodriguez Trio auf, das unter dem Label „Quincy Jones-Productions“ unterwegs ist. Wir raten jedoch – sorry! - zu den Nighthawks in der Tonne, denn die versprechen Musik für Reisende...

Für Curtis Stigers am Donnerstag gibt es noch Restkarten; am Freitag kann man sich ganz gediegen in die Sessel des Kulturpalasts sinken lassen, um der Dresdner Philharmonie bei ihrem Bernstein, Ravel und Gershwin-Repertoire zu lauschen, oder aber ordentlich mitzappeln bei Nils Landgrens Funk Unit.

Barbara Dennerlein als Stammgast der Jazztage gastiert am 11.11. in der Alten Kirche Klotsche, während Jeff Cascaro in der Tonne Soulfood anrichtet. Wo tags drauf Cristin Class die Empfehlung ist. Das Konzert soll (auch) entschädigen für dasjenige im Vorjahr, das die deutsche Künstlerin krankheitsbedingt nach dem ersten Set abbrechen musste. Am Montag, 13., tritt gar niemand gegen Al Di Meola an – geplant war der Auftritt in der Staatsoperette, wo er nun auch stattfinden wird. Dominic Miller, der grandiose Gitarrist, den wir im Sommer am Elbufer mit Sting feierten, gastiert am 14. mit seinem Akustik-Programm in den Deutschen Werkstätten Helleraus. Am Donnerstag locken die heimischen Karasol hinaus in besagte Unkersdorfer Kirche.

Der New Yorker Gitarrist Matthew Stevens in der Tonne sei der Tipp für Freitag, 17. - quasi die reine Lehre im Vergleich zum doch arg seichten Samstag mit „Swing & Dine“ sowie „Gipsy Swing & Czards! König der Zigeunergeiger“. Wie war das: Man will entschieden etwas anderes als das Dixieland-Festival darstellen?

Nun gut, schwer solch ein Mammutprogramm nur mit echten Highlights auf die Beine zu stellen. In der letzten Woche locken dann noch Meret Becker, deren Show mehr zu bieten verspricht als eine weitere singende Schauspielerin, sowie Multiinstrumentalist Christoph Pepe Auer und Gráinne Holland, die den Jazz in Richtung traditionellen Folk aufweitet. Am Sonntag, 26. November, beschließt dann der nach wie vor großartige Klaus Doldinger wieder die Jazztage Dresden; dieses Jahr im Schauspielhaus.

Für die Liebhaber von späten Jam Sessions seien noch die fast allnächtlichen Künstler-Treffs im Gewandhaushotel erwähnt, wo Musiker und Gäste die einzelnen Jazztage ineinander übergehen lassen.

Jazztage Dresden, 2. bis 26. November

www.jazztage-dresden.de (dort auch Ticket/Rabatt-Angebote)

Von Beate Baum

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