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Interaktive Erlebnisausstellung im Palais Großer Garten

Bewegen und bewegt werden Interaktive Erlebnisausstellung im Palais Großer Garten

Kunst trifft Technik: Der Künstlerbund Dresden präsentiert die Sonderschau „bewegen“ im Palais Großer Garten. Die Ausstellung zeigt in erster Linie bewegte zeitgenössische Installationen und Objekte, die die Besucher zu eigener Bewegung animieren sollen. Die Werke wurden von bildenden Künstlern und Technikern der Firma FSD Fahrzeugsystemdaten GmbH gemeinsam entwickelt.

Robert Frenzel (Künstler) mit Martina Einert, Erik Hennig und Antje Schröder (FSD): „Mechanischer Vogel“, 2016/17, Metall, Holz, Seil.

Quelle: dpa

Dresden.  W

„Bewegung“ umfasst viel mehr als Turnerei. Das Wort meint die aktive physische Veränderung einer Haltung und schließt zugleich die innere Bewegung und tatsächliche (An)Teilnahme mit ein. Entsprechend bezeichnet der Begriff auch geistige oder weltanschauliche Bestrebungen einer Gruppe, womöglich zur Durchsetzung politischer Ziele. Das heißt, bewegen, sich selbst oder auch jemand anderen, braucht ein Movens und zielt dabei meist auf etwas außerhalb Liegendes und dessen Veränderung ab.

Entsprechend zeigt die aktuelle Kunstausstellung im Palais Großer Garten zugleich Bewegtes und Bewegendes. Die Macher – der Künstlerbund Dresden e.V. in Kooperation mit der FSD Fahrzeugsystemdaten GmbH und dem Förderverein Palais im Großen Garten e.V. – wollen das Publikum zu Bewegung animieren und im umfassenden Sinne aktivieren. Die Schau ist Ergebnis der bereits dritten Auflage des Kreativseminars KUNSTECHNIKUNST von Künstlerbund und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Firma FSD.

Neben Gemälden von Gerda Lepke und Max Uhlig sowie Skulpturen von Peter Makolies werden in der aktuellen Ausstellung vor allem zeitgenössische künstlerische Installationen präsentiert, die erst durch die spielerische Bewegung des Besuchers als Werke vollständig und überhaupt wirksam werden. Künstler wie Robert Frenzel, Ingo Güttler, Frank Herrmann, Matthias Lehmann, Volker Lenkheit und Detlef Schweiger haben die zu bewegenden Objekte gemeinsam mit Ingenieuren und Technikern von FSD entworfen und realisiert.

Die Flugmaschine „Mechanischer Vogel“ des Künstlers Robert Frenzel, in Zusammenarbeit mit Martina Einert, Erik Hennig und Antje Schröder von FSD, betont denn auch die Bedeutung gemeinschaftlichen Tuns, das Bewegungen Sinn und Ziel zu verleihen vermag. Denn der einige Meter über der aus Abfallstücken zusammengesetzten Konstruktion aus Kurbeln und Seilzügen schwebende Holzvogel kann nicht kraft eines Einzelnen in Bewegung versetzt werden. Es braucht die Zusammenarbeit von zwei, drei oder vier Menschen, die die Kurbeln bedienen und mit ihren zunächst chaotisch erscheinenden Einzelbewegungen den Vogel über ihren Köpfen in eine elegante Gleitbewegung versetzen, die eine natürliche Flugbewegung nachahmt.

Um natürliche Bewegung geht es in den Objekten der Werkgruppe „Sisyphos“ von Volker Lenkeit und den FSD-Mitarbeiterinnen Jürgen Bönninger, Christian Bormann und Susi Schier weniger. Die fantastischen, mit Papier, Bambus, Draht und Strick umwickelten Gegenstände geben sich erst auf den zweiten Blick als eine Art Hund, als Helm oder Maske, Harnisch, Flügel und kugelartiges Objekt zu erkennen, die die Besucher bewegen können: Sei es, dass sie die Gebilde durch den Raum bewegen oder sich, den eigenen Körper damit angetan und verfremdet, mit ihnen fotografieren, um die Bilder auf die für die Ausstellung eingerichtete Facebook-Seite hochzuladen.

Unter dem Titel „Das Fließen der Grenzen“ stellt der Künstler Frank Herrmann einen zusammen mit Georg Nerger und Rico Stückrad von FSD entwickelten, innen verspiegelten, flachen Wasserbehälter aus, der in leicht gekippter Stellung am Boden installiert ist. Die Besucher können an den Seiten Fußpedale betätigen, die die Neigung des Behälters verändern. Durch diese Bewegungsimpulse entstehen im Wasser Wellen, die sich, je nach Ort und Stärke der Intervention, addieren oder kreuzen und so schier endlose Varianten von bewegten Wasserbildern hervorbringen. Diese sind Teil des Innenraums und reflektieren die Bewegungen ihrer Betrachter, zugleich korrespondieren sie mit der Wasserfläche des Palaisteiches vor dem Gebäude.

Überhaupt könnte der Ort für ein solches Zusammenspiel von Kunst und Technik kaum besser gewählt sein. Schließlich interagieren im entkernten Obergeschosssaal des frühbarocken Palais rohe Wände und sichtbare Installationsleitungen mit den ausgestellten Objekten ebenso wie mit den Ausblicken auf die Grünanlagen und das Wegenetz des Großen Gartens. Wer stillsteht, trägt die Verantwortung für den Stillstand. Setzen wir uns also in Bewegung – nicht nur in dieser Ausstellung.

Ausstellung „bewegen“. Bis 26. März im Palais Großer Garten Dresden. Geöffnet Mittwoch bis Freitag, 14 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag, 11 bis 18 Uhr.

https://www.grosser-garten-dresden.de/de/veranstaltungen-ausstellungen

Von Teresa Ende

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