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Großzügiges Ambiente in der Galerie Bueffelfish

Ausstellung im Helfenberger Grund Großzügiges Ambiente in der Galerie Bueffelfish

„Bueffelfish“ ist der Name eines Galerieprojektes in Dresden-Niederpoyritz. Dort betreiben Anke und Detlev Peters besagtes Haus, das früher eine Fabrik beherbergte. Die Kunst könnte schwerlich einen besseren und großzügigeren Präsentationsraum bekommen – wie auch die aktuelle Ausstellung mit Werken zahlreicher Künstler bestens illustriert.

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Zahlreiche Künstler sind aktuell mit ihren Werken vertreten.

Quelle: Collage: BUEFFELFISH

Dresden. Der Weg in den Helfenberger Grund ist kurz und steil und beginnt als Eugen-Dieterich-Straße in Niederpoyritz. Ein großes, ehemaliges Fabrikgebäude bildet das Zentrum des malerischen Grundes, gleich neben dem Wohnhaus und Atelier des Dresdner Malers Max Uhlig. Einladend und großzügig ist die Eingangszone der Galerie, hinter der sich auf zwei Etagen Kunst häuft und keine bessere räumliche Präsentation finden könnte.

Mitten in der Idylle entstand 1869 aus einer Papierfabrik eine chemische, später pharmazeutische Fabrik, die der sächsische Chemiker Eugen Dieterich 1872 übernahm und zu DDR-Zeiten vom VEB Pentacon genutzt wurde. Seit 2015 besitzt das Ehepaar Anke und Detlev Peters das Grundstück, inklusive einer Galerie unter dem Namen „Bueffelfish contemporary fine arts gallery“, der das Anliegen der beiden Galeristen bezeichnet, sächsische, regionale und internationale Kunst großzügig und angemessen wie Weltkunst zu präsentieren. Gute Kontakte zu Galerien und internationalen Museen bestehen. In diesem Jahr möchte die Galerie vor allem Kunst aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigen. Schwerpunkt ihrer Arbeit bildet die Entwicklung von Projekten zwischen Kunst und Wirtschaft in Zusammenarbeit mit Unternehmen, Kuratoren, Schulen und unterschiedlichen Akteuren der kreativen Szene.

Malerei

An den hohen Wänden der schön gegliederten Räume platzieren sich im Erdgeschoss Malerei und Grafik, dazwischen in den Raumabteilungen Objekte und Skulpturen von sieben Künstlern. Diesmal bildet die Malerei von Anke Peters und Felix Lippmann einen besonderen Höhepunkt. Felix Lippmanns (1982 in Dresden geboren) künstlerische Arbeit alterniert zwischen Landschaftlichem, Abstraktem und Informellem. In seinen zahlreichen Ölbildern herrschen eine aufgeraute Dichte und flutendes Licht, weite, echohafte Räume in tiefdunklem Grün und Schwarz, während seine Papierarbeiten eher kleinteiliger und verspielter sind, unter anderem auch Schrift und andere grafische Elemente integrieren.

In einer Art „Flow“ steigert sich der Maler von Bild zu Bild, legt dabei das folgende Bild im vorhergehenden an, ohne schon Vorhandenes zu zitieren, was ihm eine „intensivere und, da im Affekt, ehrlichere (ursprünglichere) Arbeitsweise ermöglicht“, wie er selbst sagt. Felix Lippmann studierte von 2003-2009 an der Hochschule für Bildende Künste (HfBK) Dresden bei Professorin Elke Hopfe und war deren Meisterschüler.

Anke Peters (geboren 1961 in Pirna) arbeitet auf drei verschiedenen Ebenen. Darunter sind ihre konkreten (in ein Liniengespinst integrierten) Gesichter aber auch deren abstrakte Varianten sowie eine intensive Farbfeldmalerei, bei der sich ihr die Freiheiten des Informel offenbaren. Eine große, fast ornamentale Eindringlichkeit bindet den Kopf in das Bildambiente ein, die Poesie von Schwüngen und malerischer Eleganz verdichtet sich zu formelhaften Gebilden. Anke Peters studierte zwischen 1984 und 1990 Visuelle Kommunikation an der HfBK Hamburg sowie Freie Kunst als Meisterschülerin von Professor Kai Sudeck.

Zeichnungen

Stefan Schwarzer (geboren 1964 in Leipzig) arbeitet seit einiger Zeit als Zeichner im urbanen Raum von Havanna (Kuba), wobei ihm auch in diesem Jahr ein Stipendium der Kunsthochschule Halle Burg Giebichenstein (wo er 2008 bei Professorin Christine Triebsch studierte) den dortigen Aufenthalt ermöglicht. Dabei dokumentiert er in spontanen Zeichnungen seine Wahrnehmungen und entwickelt daraus umfangreiche Serien. Tägliche Fahrten und Gänge durch die Stadt machten ihn besonders mit der Kolonialarchitektur bekannt, aber auch mit den dort lebenden Menschen. So soll 2017 sein neues Projekt „La Poesie de la vida“ das Flair der kubanischen Hauptstadt beschreiben.

Eine surreal anmutende, kafkaeske Erzählweise prägt die subtilen, leicht fragmentierten Zeichnungen (Feder) und Grafiken (Radierungen) von Chris Löhmann (geboren 1988 in Warnemünde), der 2016 den Sächsischen Grafikpreis erhielt. Immer wieder regt die Handschrift des Zeichners zum Mitdenken an, wenngleich sich das meiste davon verschließt. Das sei aber immer noch besser als der, „der sich abwendet, weil er meint, er hätte begriffen“, wie der Künstler erklärt. Löhmann setzt auf die sich während des Zeichnens durch die Linie offenbarende Möglichkeit des sich Klarwerdens. Aphorismen und Sentenzen fließen, gewissermaßen durch die Hintertür, in die jeweilige Zeichnung ein. Ohne allzustark zu kommentieren, bilden sie mit dem Zeichenwerk eine Einheit.

Objekte und Skulpturen

Ihre Keramikobjekte verblüffen durch eine Kombination aus Virtuosität des künstlerischen Gedankens, der Form und einer noblen Farbigkeit. Sarah Pschorn (geboren 1989 in Dresden) erhielt 2013 den Richard-Bampi-Preis für Keramik des Grassi Museums Leipzig. Figur und Gefäß verschmelzen zu eigenwilligen Formattitüden des Porzellans und des Tons, die sich durch eine naturbelassene, archaische, wie Skulpturen in den Raum greifende Auffassung auszeichnen. 2015 legte sie das Diplom im Fach Keramik an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein Halle ab.

Der Bildhauer Simon Horn (geboren 1978 in Ludwigsburg) bezeichnet seine figürlich-abstrakten Arbeiten als Skulpturen. Daneben schuf er aus einer Kombination aus Holz und Gips geometrisch-konstruktive Wandelemente. Seine „Skulpturen“ arbeitet er aus verschiedenem Material, wie Holz, Steinzeug, Porzellan, Stahl und Beton, die er auch bemalt. Die vom DADA geprägten Formen verbinden sich mit futuristischen, technoiden Konstruktionen zu fast kreatürlichen Figurationen. Der Künstler studierte von 2006 bis 2010 an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein im Studiengang Bildhauerei/Plastik.

In ihren Collagen und Assemblagen verarbeitet Vivien Vanessa Bebic (geboren 1976 in Hamburg) Pappmaschee, Abfall und Weggeworfenes. Seltsame, eigenwillig bemalte Schreine beinhalten Tiergesichter oder Ausschnitte aus Tageszeitungen mit politischem Inhalt, die sie wie auf einem Altar präsentiert, aber durch ästhetische Verfremdung profanisiert.

Im Rahmenprogramm zur Ausstellung bietet Anke Peters auch Führungen für Kinder und Jugendliche an, wie für die 88. Grundschule in Hosterwitz, beteiligt sich aber auch am angewandten Kunstunterricht in der Schule selbst. Daneben gibt sie Kurse im kreativem Coaching, die das Potential vorstellen, das Kunst für ein Unternehmen entwickeln kann, indem die schöpferischen Vorgänge im Kopf des Künstlers auf Unternehmensprozesse übertragen werden. Außerdem halten die beiden Galeristen Lesungen, Vorträge und andere Veranstaltungen für ein breites Publikum bereit.

c. Bueffelfish contemporary fine arts gallery, Helfenberger Grund 8a. Geöffnet: Mi, Do, Fr 14-19 Uhr, Sa 11-16 Uhr. Telefon: 264 3107

www.bueffelfish-gallery.de

Von Heinz Weißflog

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