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Frischer Wind mit Britten, Mozart, Schumann

Dresdner Musikfestspiele Frischer Wind mit Britten, Mozart, Schumann

Birmingham Symphony Orchestra in der Semperoper: Dirigent Gustavo Gimeno und Cellist Jan Vogler mit Mozart, Britten und Schumann.

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Jan Vogler am Cello, Gustavo Gimeno am Pult des Birmingham Symphony Orchestra.

Quelle: Oliver Killig

Dresden. Erfrischend klang nicht nur die „Frühlingssinfonie“, sondern bereits Wolfgang Amadeus Mozarts „Pariser Sinfonie“. Nur der Dauer nach ein kleines Werk, hatte man die Meisterkomposition an den Anfang des Konzertes am Freitag in der Staatsoper gestellt. Das Birmingham Symphony Orchestra zeigte sich unter der Leitung von Gustavo Gimeno besonders bläserfreudig: Aus flottem Beginn leitete der Dirigent einen fröhlichen „Tumult“ ab, an dem sich nicht nur markante Holzbläser beteiligten, sondern auch lachende Violinen – Mozart muss guter Dinge gewesen sein, als er das Werk geschrieben hat. Doch ließ Gustavo Gimeno all die Fröhlichkeit nicht einfach durch den Saal brausen, sondern putzte Effekte mit Umsicht heraus und gab dem Andante eine angemessene Tanzschrittweite mit.

Anders als bei Pianisten und Violinisten scheint das Repertoire der Cellisten viel kleiner, zumindest, wenn man betrachtet, was im Konzertbetrieb etabliert ist. Arthur Honeggers Beitrag, den Jan Vogler vor fünf Jahren hier spielte, gilt schon als außergewöhnlich. Für den 40. Festspieljahrgang gab es mit Benjamin Brittens Komposition Opus 68 etwas noch ungewöhnlicheres: die „Sinfonie für Violoncello und Orchester“. Britten hat die Stimme des Solisten stark sinfonisch mit denen des Orchesters verwoben, dabei ganz unterschiedliche „Rollen“ gefunden und der Grundierung bzw. Stimmung hohes Gewicht geschenkt – man hätte das Werk genausogut „konzertante Oper für Violoncello und Orchester“ nennen können.

Festspielintendant Jan Vogler hatte einen ganzen Parcours an Rezitativen, Arien und Duetten zu bewältigen, musste auch die Gesanglichkeit eines Liedes ohne Worte finden. Immer wieder wandte er sich Bläserpartnern zu oder wurde von den Streichern des Birmingham Symphony Orchestra umschlossen – das war aufregend und frisch. Schon Anfang und Ende des ersten Satzes, von Schlagwerken und Kontrabässen gefärbt, entführten in eine dramatische Welt. Ein tiefes Raunen und körperlich spürbare Schwingungen (Bässe und Schlagwerke) kehren immer wieder in Brittens Konzertsinfonie, von Jan Vogler und dem Orchester mit großer Präzision dargestellt. Was konnte dem als Zugabe besser folgen als eine verinnerlichende Sarabande Johann Sebastian Bachs?

Mit Robert Schumanns erster Sinfonie fügte Gustavo Gimeno dem erfrischenden Charakter noch einmal freundliche und offene Farben hinzu. Auch jetzt hob der Dirigent die Rolle der Bläser hervor, ohne die Balance mit den Streichern zu verlieren. Schade war eigentlich nur, dass das Orchester in „amerikanischer“ Sitzordnung, also mit den Violinen nebeneinander statt gegenüber, Platz genommen hatte. Die beiden Sinfonien hätten hier noch mehr profitieren können.

Nach so viel erfrischenden Momenten forderte das Publikum stürmisch mehr und bekam als Zugabe das Andantino aus Franz Schuberts „Rosamunde“.

Von Wolfram Quellmalz

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