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Franz Rothe lässt sich von der Welt inspirieren

„Musiknomade“ aus Dresden Franz Rothe lässt sich von der Welt inspirieren

Thailand, Pakistan, Nepal, Amerika, Belgien, Deutschland: Der Dresdner Musiker Franz Rothe hat mit seiner Band Franz & Frau Schneider schon auf mehreren Kontinenten Musik gemacht. Der 29-jährige Weltenbummler aus Striesen liebt es, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen.

Franz Rothe (2. v.r.) und Vivian „Frau“ Schneider (2.v.l.) holen sich bei ihren internationalen Auftritten regelmäßig Hilfe von regionalen Künstlern.

Quelle: privat

Dresden.  Thailand, Pakistan, Nepal, Amerika, Belgien, Deutschland: Der Dresdner Sänger und Songwriter Franz Rothe hat mit seiner Band Franz & Frau Schneider schon auf mehreren Kontinenten gespielt und auch Musik gemacht. Der 29-jährige Weltenbummler aus Striesen liebt es, seiner Kreativität freien Lauf und sich von neuen Orten zu inspirieren zu lassen. Seit 2011 treibt er das nun schon, entstanden sind zahlreiche Songs, nicht nur mit seinen Bandkollegen, sondern auch mit regionalen Künstlern aus aller Welt. So beispielsweise in Kathmandu, als er mit zwei Gitarristen einfach mal losmusizierte. „Sie waren Mitglieder der wohl ersten und einzigen Country-Band Nepals“, sagt Franz Rothe.

Die Band des Dresdners steht dabei in erster Linie als Synonym für vielseitige Musikprojekte rund um den Fixpunkt Franz Rothe und ist gekennzeichnet durch wechselnde Formationen. Gemeinsam mit Vivian Schneider – mittlerweile Radiomoderatorin, aber dennoch mit ihrem Piano regelmäßig mit von der Partie – gründete er 2011 die Band während des Musikstudiums in Paderborn. Dritter fester Bestandteil ist der ehemalige Kruzianer Lukas Hofmann. „Deshalb hatten wir uns auch in Franz & Frau Schneider & der andere umbenannt“, scherzt der Songwriter.

Zur Zeit variieren die Künstler an seiner Seite je nach Aufenthaltsort und Zeit. „Wer gerade kann, der kann. Jede unserer Touren klingt eigentlich anders, das ist unser Markenzeichen.“ Oftmals sucht Franz Rothe regionale Künstler zu gemeinsamen Musizieren einfach über Internetplattformen oder Musikerforen. Durch seine Arbeit in der Entwicklungshilfe bei diversen internationalen Hilfsorganisationen entwickelte sich Rothe mit der Zeit zu einem „Musiknomaden“.

„Ich gehe dahin, wo es mir gefällt. Meistens habe ich nach sechs Monaten schon wieder Hummeln und muss mich verändern“, erzählt Rothe. Die vergangenen beiden Jahre besaß er eine kleine Wohnung in New York, einer der wenigen Fixpunkte in seinem Leben.

Aktuell ist er mit zwei Mitgliedern der Dresdner Rockband Pi ! unterwegs, getourt wird durch Westeuropa. Das neueste Album „reset“ (2015) wurde von der Band in Brooklyn (New York), Brüssel, Berlin, Dresden und Karlsruhe zusammengepuzzelt, bevor es im amerikanischen Seattle den letzten Schliff bekam. „Wir haben uns unzählige Snippets über das Internet hin und her geschickt und dabei kaum gesehen“, so Rothe, der früher eigentlich Bass und Gitarre in der Rockband Clocks to Zero spielte und eher zufällig zum Gesang kam. „Ich konnte nie gut singen, aus der Not heraus hat es sich so ergeben.“

Doch vor allem auf dem aktuellen Album überzeugt der Dresdner mit einer warmen, klaren und facettenreichen Stimme. Mehr als ein Dutzend weitere Künstler haben neben „Franz“, „Frau Schneider“ und „dem Anderen“ an der Platte mitgewirkt. Herausgekommen sind zwölf Songs über das Leben, den Alltag und die Welt. „Eigentlich mag ich das Songschreiben nicht so gern. Es muss einfach ‚Klack’ machen. Gute Songs kann man sich nicht ausdenken“, erklärt Rothe. Die meisten seiner Songs entstünden bei Nacht, wenn er schläft. „Dann wache ich früh auf und weiß genau, was ich ausdrücken will.“ Manchmal trage er die Ideen mehrere Monate mit sich herum, bis die Inspiration für den letzten Hook oder die finale Strophe auftauche. „Es ist ein bisschen wie in der Liebe – es muss einfach passen“, so Rothe. Genauso passt die Wahl der Titel auf „reset“. Während den Zuhörer einige Songs als klassische Folk-Stücke mit Country-Touch schon beim Hören in einen amerikanischen Club der 80er Jahre versetzen, kommen andere Stücke eher rockig oder jazzig daher.

Bei ihren Touren zeichnen sich Franz & Frau Schneider durch Spontanität aus, kaum etwas ist längerfristig durchgeplant. „Den einen Abend spielen wir in einem Club in Paris, am nächsten dann in einem Wohnzimmer in der Bretagne.“ Und vor allem diese Wohnzimmer haben es der Band angetan. Über diverse Couchsurfing-Portale im Internet oder durch Kontakte von Gigs und Konzerten laden sich der Dresdner und seine Kollegen regelmäßig bei Fans zu Hause ein – ganz nach dem Motto: „Wir spielen für euch und dürfen dann kostenlos übernachten.“

Nach kommerziellem Erfolg streben Franz & Frau Schneider nicht, sie vertreiben ihre Alben kostenlos im Internet. Es sind eher die kleinen, menschlichen Gesten und Geschichten, die für Franz Rothe zählen. Er will mit seiner Musik „einfach in den Plattenregalen der Menschen landen“.

So tat er es auch mit seinem neuen Album bei einer Kanadierin in einer Berliner WG. Diese „coole“ Musik, die sie zuvor von einem Holländer empfohlen bekommen hatte, wollte sie einer Freundin zeigen. Dass es sich dabei ausgerechnet um Franz’ Schwester handelte, ist für ihn mehr als nur Zufall.

„Wenn ich so etwas mitbekomme, weiß ich, warum wir Musik machen.“ Im Februar geht es für die Band für einige Gigs weiter nach Paris, Brüssel und Amsterdam.

Aktuelle Termine und das neueste Album „reset“ kostenlos zum Hören und Runterladen: franzundfrauschneider.bandcamp.com

Von Sebastian Burkhardt

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