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„Fast Forward“-Festival als Tummelplatz für junge europäische Theatermacher

Anfang November am Staatsschauspiel Dresden „Fast Forward“-Festival als Tummelplatz für junge europäische Theatermacher

Joachim Klement hatte in Braunschweig das Festival „Fast Forward“ aus der Taufe gehoben – als Tummelplatz für junge europäische Theatermacher. Jetzt hat er es als neuer Intendant des Staatsschauspiels nach Dresden mitgebracht, wo es vom 2. bis 5. November seine hiesige Premiere erleben wird.

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Das Schweizer Performance-Kollektiv helium x erklärt die Bühne zum Labor für Krisenforschung: am 2. und 3. November ist es in Semper Zwei in Dresden zu Gast.

Quelle: Nelly Rodriguez

Dresden. Es ist ein Mitbringsel, ein Import aus Niedersachsen. Dort, am Staatstheater Braunschweig, hat Joachim Klement seit 2010 die Generalintendanz inne gehabt. Und schon ein Jahr später hob er das Festival „Fast Forward“ aus der Taufe, einen Tummelplatz für junge europäische Theatermacher. In Braunschweig ist es rasch zum Renner geworden, nun hat es Klement zu seinem Amtsantritt am Staatsschauspiel Dresden mitgebracht, wo es vom 2. bis 5. November seine hiesige Premiere erleben wird. Bei der Vorstellung des ersten „Fast Forward“-Jahrgangs an der Elbe hat Klement auch gleich versprochen: Hier soll es nun bleiben, das Festival.

Der Dresden-Auftakt hat es dabei durchaus in sich. Acht Aufführungen in vier Tagen stehen auf dem Programm, für Klement „ein Marathon“. Dabei werden nicht nur die bekannte Bühnen wie das Kleine Haus bespielt. Eine Kooperation sorgt dafür, dass auch Semper Zwei und das Labortheater der Hochschule für Bildende Künste zu Festivalspielstätten werden. Und das Studentenwerk Dresden hat den Festvalmachern schließlich noch eine ganz ungewöhnliche Bühne geboten: ein Studentenwohnheim an der Borsbergstraße.

Die Vorarbeit für das Festival, die Auswahl der Inszenierungen, die dann am Ende eingeladen werden, liegt seit Beginn in den Händen einer Frau: Barbara Engelhardt, Kuratorin und künstlerische Leiterin in Personalunion. Sie hat maßgeblich dafür gesorgt, dass „Fast Forward“ in all seinem Bemerkenswerten auch bemerkt wurde, sowohl vom Feuilleton als auch dem Volk der Junginszenierer selbst. Vergeben werden am Ende ein Jury- und ein Publikumspreis.

Jetzt also kommt Dresden in den Genuss junger europäischer Inszenierungshandschriften. Dabei knüpft das Festival zumindest mit seinem Europa-Fokus an andere Werkschau-Treffen des Dresdner Staatsschauspiels an: das Theaterfestival „After the Fall. Europa nach 1989“ (2009) oder das Vierländer-Theaterprojekt „Europa“ (2013), um nur zwei Beispiele zu nennen.

Engelhardt spricht dabei davon, dass Vielfalt ein bewusstes Ziel sei, um auch „die Differenzen der Mittel der Theaterarbeit“ zu zeigen. Dazu gehört gleichfalls, dass die Stücke in Originalsprache mit deutschen und englischen Übertiteln angeboten werden. Zu Gast sind in diesem Jahr Inszenierungen aus Belgien, Bulgarien, Griechenland, Österreich, Polen, der Schweiz und Tschechien. Belgien entsendet mit Arbeiten von Justine Lequette („J’abandonne une partie de moi que j’adapte“) sowie Atelier Bildraum & Thomas Smetryns („In Between Violet and Green“) gleich zwei Bewerber.

Der Tscheche Jan Mocek wird bei „The Radiant City“ im Studentenwohnheim an der Borsbergstraße der Frage nachgehen: Kann man die Träume anderer leben? Dabei werden die Besucher mit Kopfhörern ausgestattet, über die von drei Schauspielern erzählte Geschichten eingespielt werden. Der Besucher kann dann selbst zwischen drei Tonspuren auswählen, welcher Story er sich gerade zuwenden möchte. Die Bulgarin Neda Sokolovska bietet mit „Mir Vam“ (Friede sei mit Dir) Doku-Theater an, dessen Grundlage Gespräche in einem bulgarischen Flüchtlingscamp waren. Tom Müller aus Österreich wiederum strickt in „Horses“ an der Biografie der Sängerin Patti Smith, die in ihren jungen Jahren den Fotografen Robert Mapplethorpe kennenlernte.

Im kommenden Jahr wird das „Fast Forward“ dann noch einmal in besonderer Form abstrahlen. Im März 2018 soll „Sun and Sea“ der litauischen Künstlerinnen Rugile Barzdziukaite, Vaiva Grainyte und Lina Lapelyte auf eine Dresdner Bühne kommen (auf welche genau, ist noch nicht klar). Das Trio hatte das Festival 2015 in Braunschweig gewonnen. Der Preis beinhaltet jeweils die Einladung, eine neue Arbeit zu realisieren. Ein Projekt mit dem georgischen Regisseur Data Tavadze, Preisträger 2016, ist ebenfalls in Planung.

Festival „Fast Forward“, 2. bis 5. November, diverse Spielstätten

www.statsschauspiel-dresden.de

Von Torsten Klaus

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