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Expressiv und vielfarbig - Neue Bilder von Gerhard Richter in Dresden

Dresdner Albertinum Expressiv und vielfarbig - Neue Bilder von Gerhard Richter in Dresden

Vielfarbigkeit, Explosivität, Kraft: Neue Bilder von Gerhard Richter füllen die beiden ihm gewidmeten Säle im Dresdner Albertinum. Neben 24 Werken, die zuvor Teil der Ausstellung zum 85. Geburtstag des Künstlers im Kölner Museum Ludwig waren, stellt das Gerhard Richter Archiv der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) sieben brandneue Arbeiten aus.

Der Künstler Gerhard Richter steht am 19.10.2016 in Köln (Nordrhein-Westfalen) in seinem Atelier vor einem Bild. Der weltweit wichtigste Gegenwartskünstler stammt aus Dresden.

Quelle: dpa

Dresden. Vielfarbigkeit, Explosivität, Kraft: Neue Bilder von Gerhard Richter füllen die beiden ihm gewidmeten Säle im Dresdner Albertinum. Neben 24 Werken, die zuvor Teil der Ausstellung zum 85. Geburtstag des Künstlers im Kölner Museum Ludwig waren, stellt das 2006 gegründete Gerhard Richter Archiv der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) sieben brandneue Arbeiten aus. „Sie sind teils noch gar nicht richtig trocken und erstmals überhaupt zu sehen“, sagt Leiter Dietmar Elger. Bis Ende August werden 31 abstrakte Werke gezeigt, die für ein neues Kapitel in Richters malerischem Schaffen stehen - nach den Streifen- und Hinterglasbildern.

Expressiv und vielfarbig - Neue Bilder von Gerhard Richter in Dresden

Vielfarbigkeit, Explosivität, Kraft: Neue Bilder von Gerhard Richter füllen die beiden ihm gewidmeten Säle im Dresdner Albertinum. Neben 24 Werken, die zuvor Teil der Ausstellung zum 85. Geburtstag des Künstlers im Kölner Museum Ludwig waren, stellt das Gerhard Richter Archiv der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) sieben brandneue Arbeiten aus.

Die Leinwände unterschiedlicher Formate haben mehrere dichte, mit Pinsel oder Spachtel aufgetragene, teils dicke Farbschichten, die geritzt, geschoben, gewischt oder verrieben wurden. Neben Rakel oder Pinselstil verwendete Richter auch ein Messer, mit dem er Spuren in die Oberfläche kratzte und die mehrschichtige Ölfarbe wieder bis auf den Untergrund offenlegte. Dabei überraschen expressive Farbigkeit und Ungewohntes. „Das Lila ist neu“, sagt Elger. Die Exponate wurden nach genauem Plan des Künstlers gehängt, der ein Modell der beiden Albertinum-Räume hat und jede Präsentation selbst komponiert.

Die neuen Arbeiten zeugen vom Aufatmen nach der Bewältigung eines bedrückenden Themas. Die vier „Birkenau“-Bilder entstanden 2014 nach Fotos eines Häftlings im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau vom August 1944. 1966 hatte Richter sich zum ersten Mal am Thema Holocaust versucht, wie Elger erzählt. „Nachdem die Birkenau-Bilder nun geschafft waren, konnte er frei drauflos malen.“ Die Werke knüpften an bestimmte, seit 1976 entstandene abstrakte Bilder an, „aber sind anders als das, was er vorher gemalt hat“. Das verwendete Verfahren erinnere an 1986/87 entstandene Arbeiten, die neuen Bilder aber haben auch schwingende Strukturen.

Nach Angaben der Kunstsammlungen soll das Archiv auch künftig in der Elbestadt zu bestaunen sein. So solle in Zukunft noch enger mit dem Kölner Atelier des wichtigsten deutschen Gegenwartskünstlers zusammengearbeitet. Die einst per Handschlag besiegelte Kooperation steht nun auch auf vertraglicher und damit verbindlicher Basis, wie Generaldirektorin Marion Ackermann am Freitag sagte. „Es ist gut, dass es existiert und ich unterstütze es“, sagte Richter (85).

Das Archiv trägt alles Material zu Richters künstlerischem Leben zusammen. Der Bestand umfasst rund 300 Publikationen zu Richter und weitere 4500 mit Bezug zu ihm. Zudem gibt es 1100 Zeitschriften und 21 000 Zeitungsartikel über ihn, 14 000 Fotos seit 1962, etwa 950 Kunstplakate und Einladungskarten zu Ausstellungen sowie 1650 Briefe, Manuskripte, Dokumente und Werbung, die als Fotovorlagen dienten - darunter Aufnahmen von Fotogemälden, die der Künstler in den 1960er Jahren vernichtete.

Das Material stammt von Richter selbst, Sammlern, Galerien, Auktionen und Antiquariaten. Es wird von Wissenschaftlern, renommierten Auktionshäusern oder Museen genutzt, Publikationen und Ausstellungen machen ausgewählte Aspekte publik. Seit 2011 arbeitet das Archiv an einem Werkverzeichnis aller Bilder und Skulpturen. Der siebenbändige „Catalogue Raisonné“ soll 2022 fertig sein.

Kurz vor der Dresdner Ausstellung, die am Freitagabend eröffnet werden sollte, hat das Richter Archiv den zweiten von insgesamt sechs Bänden des wissenschaftlichen Werkverzeichnisses aller Bilder und Skulpturen vorgelegt - nach Band I, III, IV des „Catalogue Raisonné“. Der zweite Band war wegen schwieriger Recherche der monochrom grauen Bilder und Vermalungen der 1970er Jahre zurückgestellt worden. Mit 556 Seiten ist er der dickste. Von „Weihnachtsmarkt“ (Nr. 198) bis „Fiktion“ (Nr. 388) werden ausführlich rund 600 Werke beschrieben. „Hinter manchen Nummern verbergen sich mehrere Arbeiten“, erklärt Elger. „Allein die "48 Porträts" füllen mehr als 100 Seiten.“

dpa

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