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Dresdner Philharmonie und Chefdirigent Sanderling stellen Spielzeit 2017/18 für Kulturpalast vor

„Eine neue Ära“ Dresdner Philharmonie und Chefdirigent Sanderling stellen Spielzeit 2017/18 für Kulturpalast vor

Wenige Tage nach der Einweihung des umgebauten Kulturpalastes mit dem neuen Konzertsaal präsentiert die Dresdner Philharmonie die Pläne für die Spielzeit 2017/18. Dazu zählen 60 Orchesterkonzerte und neun Veranstaltungen Weltmusik und Filmlivekonzerte.

Der Dresdner Kulturpalast am Abend der Wiedereröffnung.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Er sei emotional noch ganz erfüllt von der glanzvollen Wiedereröffnung des Dresdner Kulturpalastes, sagte Chefdirigent Michael Sanderling zur Vorstellung des ersten kompletten Spielplans der Dresdner Philharmonie für ihre wiedergewonnene und doch jetzt erst wirklich erstklassige Spielstätte. National und international habe der Auftrittsort Begeisterung geerntet und die Musikstadt Dresden nun endlich den ihr zustehenden Konzertsaal, schwebt Sanderling auch jetzt noch gewissermaßen auf Wolken. Für das Orchester habe damit eine neue Ära begonnen, die einen weiteren Qualitätssprung herausfordere.

Einer neuen Ära sollte man mit einem entsprechend außergewöhnlichen Werk auch einen besonderen Impuls geben, und das wird zum Beginn der Spielzeit 2017/18 Gustav Mahlers monumentale „Sinfonie der Tausend“ für Soli, Kinderchor, zwei gemischte Chöre und Orchester sein. Unter Sanderlings Leitung wird mit diesem, seinem wichtigsten Werk, wie der Komponist selbst es nannte, am 25. und 27. August die Klangfülle des Saales in großer Dimension getestet. Mit ihrem Spielplan knüpft die Dresdner Philharmonie an bewährte Programmstrukturen an, nimmt aber dankbar die nun gegebenen Voraussetzungen für ein enorm breites Werkspektrum an, das durch die akustisch herausragenden Verhältnisse im neuen Konzertsaal möglich wird. Und so spannt sich der Bogen von viel Mozart über Haydn bis zu Lutoslawski, Penderecki und zeitgenössischen Komponisten.

Michael Sanderling wird mit seinem Orchester den Zyklus der Gesamtaufnahme sämtlicher Sinfonien von Beethoven und Schostakowitsch bei Sony Classical fortsetzen, den er bis Mitte 2019 zu vollenden hofft. Am Pult steht der Chefdirigent auch, wenn am 3. Juni 2018 das „Requiem für Syrien“ uraufgeführt wird. Im Auftrag der Dresdner Philharmonie schreibt es der 1935 in Leuchtenburg bei Bremen geborene Dirigent und Komponist George Alexander Albrecht für Soli, Sprecher, syrische Sprecherin, Oud, Orgel, Chor und großes Orchester. Sein Requiem sei ein großes Bekenntnisstück, das die aktuelle Aussage mit dichterischen Texten sowie Ausschnitten aus dem Koran und der Bibel in eine bewegende Form fasst, wie es in der Ankündigung heißt. (Dresden kennt Albrecht übrigens bereits aus den Jahren 1990 bis 1995, als er Ständiger Gastdirigent an der Semperoper war.)

Philharmonischer Composer in Residence 2017/18 ist der Pole Krzysztof Penderecki, auf dessen für die Eröffnung des Kulturpalastes angekündigte „Chinesische Lieder“ für Bariton und Orchester als Auftragswerk das Dresdner Publikum zunächst verzichten musste, die aber nun für die nächste Spielzeit als Europäische Erstaufführung angekündigt sind. Außerdem wird in einem zweiten Programm das Concertino für Trompete und Orchester (2015) des bald 85-Jährigen erklingen.

Den Artist in Residence gibt es gewissermaßen „im Doppelpack“, denn das sind die Pianistinnen Katia und Marielle Labèque. Das international renommierte Schwestern-Duo verspricht schon allein deshalb besondere Momente, weil Klavier-Duos im normalen Konzertbetrieb eher selten zu hören sind. In drei Konzertprogrammen sind die Labèques zu erleben, u.a mit der deutschen Erstaufführung eines von der Philharmonie in Kooperation mit anderen Orchestern in Auftrag gegebenen Konzertes für zwei Klaviere und Orchester des amerikanischen, in Paris lebenden Komponisten Bryce Dessner.

Zu den Gastdirigenten gehören Juanjo Mena, Charles Dutoit, Markus Poschner und Sebastian Weigle, es gibt eine erneute Wiederbegegnung mit Marek Janowski, der Webers „Euryanthe“ als konzertante Opernaufführung leiten wird, und natürlich mit dem Ersten Gastdirigenten Bertrand de Billy. Mit den bei der Philharmonie debütierenden Nicholas Collon, Andris Poga, Kirill Karabits, Domingo Hindoyan, Antonello Manacorda und Duncan Ward kann das Publikum junge Dirigenten kennenlernen. Zu den Solisten der kommenden Saison zählen der Dresdner Pianist Peter Rösel, die Geigerinnen Julia Fischer und Arabella Steinbacher, die Sitar-Virtuosin Anoushka Shankar, die Pianistin Alice Sara Ott und der Cellist Daniel Müller-Schott.

Außer im Kulturpalast ist die Dresdner Philharmonie auch in der Kreuz- und der Frauenkirche zu hören, im Hygiene-Museum und kammermusikalisch auf Schloss Albrechtsberg; Gastspiele führen das Orchester u.a. nach Frankfurt/Main und in die Hamburger Elbphilharmonie, auf Tournee durch Deutschland und die Niederlande und an die wichtigsten Auftrittsorte Großbritanniens. Es wird ein umfangreiches Angebot für Schulklassen und Familien geben und ein Benefizkonzert für die neu gegründete Kurt Masur Akademie, die 2017/18 den ersten sieben Nachwuchsmusikern die Möglichkeit gibt, direkt im Orchester den Berufsalltag eines Musikers zu erproben.

Quasi zur zweiten festlichen Eröffnung wird am 8. September die Einweihung der Konzertorgel der Firma Eule Orgelbau Bautzen, die im wahrsten Sinne des Wortes den Saal „krönt“: 4109 Pfeifen, 5 Klangwerke, 24 Koppeln, 4 Manualklaviaturen sowie eine Pedalklaviatur und 67 Register stehen dann dem ersten „Palast-Organisten“ Olivier Latry zu Verfügung. Zur Taufe des durch das unermüdliche Engagement des Fördervereins der Dresdner Philharmonie möglich gewordenen Instruments wird der Franzose mit verschiedensten Werken dessen klangliche Vielfalt erproben und danach am 9. und 10. September gemeinsam mit der Philharmonie mit Francis Poulencs Konzert für Orgel, Streicher und große Pauke ein originelles, farbenreiches Werk aufführen. Natürlich spielt die Orgel auch danach in weiteren Programmen eine große Rolle.

Im Kulturpalast musizieren zudem Ensembles des Heinrich-Schütz-Konservatoriums, der Dresdner Kreuzchor gibt ein Konzert und knüpft damit an Traditionen an, und der Dresdner Kammerchor gastiert mit Bachs h-Moll-Messe und dem Gächinger Cantorey Ensemble unter Leitung von Hans-Christoph Rademann.

Im Rahmen der von der Philharmonie zu organisierenden Bespielung des Kulturpalastes als Begegnungsort für verschiedene Generationen und kulturelle Interessen gibt es natürlich zahlreiche weitere Veranstaltungen. Über die Angebote in den Bereichen Weltmusik, Jazz und Film sowie die von den Dresdner Musikfestspielen geplanten Palast-Konzerte haben DNN an dieser Stelle bereits berichtet.

Von Kerstin Leiße

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