Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 18 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Dresdner Musikfestspiele: Dresdner Musikfestspiele: Arcos Orchestra und Baiba Skride in der Annenkirche

Dresdner Musikfestspiele: Dresdner Musikfestspiele: Arcos Orchestra und Baiba Skride in der Annenkirche

Ein unbestreitbarer Vorteil der Musikfestspiele besteht darin, dass wir durch Programme und Gäste in kurzer Zeit eine ständige Erweiterung unseres musikalischen Horizonts erleben.

Auch das Konzert des Arcos Orchestra in der Annenkirche macht da keine Ausnahme. Das Ensemble, 2005 gegründet, gehört zur renommierten New Yorker Juilliard School und setzt sich aus deren Absolventen und Studierenden zusammen. Der Gründer John-Edward Kelly ist Chefdirigent und leitete auch das Dresdner Konzert. Es war das zweite Gastspiel; bereits 2008 hatte es einen ersten Kontakt gegeben, aber natürlich in anderer Besetzung.

Eröffnet wurde mit einer Orchesterversion des Streichquartetts Nr. 8 c-Moll op. 110, das Dmitri Schostakowitsch in Gohrisch geschrieben hat. Es war aber nicht die von Rudolf Barschai, sondern Kellys eigene, und die war noch eindringlicher als jene. Ein Violinsolo erweckte den Eindruck beständigen Weinens und führte zu einer fast unerträglichen Spannung. Hier äußerte sich ein Mensch, der noch einmal davongekommen ist. Den stärksten möglichen Kontrast hierzu bildete Mozarts Violinkonzert G-Dur KV 216. Oft wird ja vergessen, dass Mozart auch ein exzellenter Geiger war und seine Konzerte selbst spielte. Die lettische Geigerin Baiba Skride dürfte ihm da kaum nachstehen. Ein energischer Beginn mit hervorragender Phrasierung, eine nachdenkliche und später verspielt-kapriziöse Kadenz, im Adagio der silberhelle Klang der Stradivari und im Finalsatz ungebremste Spielfreude riefen beim Publikum spürbare Begeisterung hervor, die in Schuberts Rondo A-Dur für Violine und Streicher D 438 noch größer wurde. Das ist kein großes, aber ein schönes Werk, das sich bis zur Leidenschaftlichkeit steigert. Schubert beweist, dass Virtuosität und geistreiche Musik keine Gegensätze sein müssen, wenn der Solopart mit derart viel Intelligenz gespielt wird.

Am Ende scheinbar heiter, aber im Untergrund drängend und von Bedrohung zeugend Bartóks Divertimento für Streicher Sz 113. Auch hier wieder ein paar kleine Unebenheiten im Orchester, die aber nicht sehr ins Gewicht fielen, weil der Grundgestus der Interpretation stimmte. Beifall, eine recht langweilige Zugabe, erneut Beifall - insgesamt doch ein eindrucksvolles Konzert. Peter Zacher

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.06.2012

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr