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Dorit Schubert klöppelt aus Angelschnur filigranen Schmuck

Fast wie Stroh zu Gold spinnen Dorit Schubert klöppelt aus Angelschnur filigranen Schmuck

Wer Dorit Schuberts feingliedrigen, farblich delikat komponierten und dabei durchaus mit kraftvollen Konturen daherkommenden Schmuck zum ersten Mal sieht, steht meistens vor einem Rätsel. Aus welchem Stoff bestehen diese seidig schimmernden, architektonisch klaren und doch so organisch anmutenden Gebilde? Und wie nur sind sie gemacht?

Jede Arbeit von Dorit Schubert ist ein Einzelstück.

Quelle: Olaf Schubert

Dresden.

 

1998 beendete die gelernte Zahntechnikerin ihr Studium der Textilkunst in Schneeberg. Dort stand Klöppeln als Pflichtfach auf dem Lehrplan, denn die Schule ist aus der 1848 gegründeten Königlichen Spitzenklöppelmusterschule Schneeberg hervorgegangen, und die Tradition sollte nicht in Vergessenheit geraten. Nach dem Diplom scheute Schubert zunächst den Weg in die Selbstständigkeit. Sie arbeitete halbtags als Zahntechnikerin und bekam ihre erste Tochter. In der verbleibenden Zeit experimentierte sie künstlerisch weiter, ohne mit den Ergebnissen an die Öffentlichkeit zu treten. Zu groß war ihr Respekt vor „echtem“, sprich in klassischen Goldschmiedetechniken hergestelltem Schmuck. Ihr Mann und Freunde hatten hingegen längst das Potential ihrer Arbeit erkannt und drängten sie, das Schmuckmachen hauptberuflich zu betreiben. Die Freunde behielten recht, Schubert lebt seit mehreren Jahren vom „Klöppeln“ und hat renommierte Preise für Design und angewandte Kunst gewonnen.

Dorit Schubert betont, sie arbeite rein intuitiv und zeichne nichts auf. Sie fertigt auch keine Segmente auf Vorrat, um sie irgendwann mal zu verarbeiten. Ihre Arbeiten sind Einzelstücke, und Serien wie etwa zum Halsschmuck passende Ohrringe interessieren sie nicht. Hat ein Kunde einen speziellen Farbwunsch, geht sie darauf ein und steht ihm beratend zur Seite. Auch bezüglich der Länge einer Kette ist sie bereit, Änderungen vorzunehmen. Damit haben die Kompromisse ein Ende.

Die dreidimensionalen Teilstücke ihres Schmucks entstehen aus einfachen geometrischen Flächen, die sie zu Körpern faltet und verbindet. Die Konstruktion entwickelt sie aus dem handwerklichen Prozess. Klöppeln ermöglicht eine Aufeinanderfolge von Flächen im textilen Verbund. Wendet man die Technik intelligent an, muss man später nur wenig zusammenfügen. Das Resultat ist 100 Prozent Klöppeln, doch seine Gestalt hat sich vollständig vom Althergebrachten emanzipiert.

Diese innige Verquickung von handwerklichem Wissen und daraus abgeleiteter Form lässt die Schmuckstücke bei aller ihnen innewohnenden Originalität selbstverständlich und wie natürlich gewachsen erscheinen. So erstaunt es auch nicht, dass Schubert, nach Quellen der Inspiration befragt, Beeren und Dachstühle in einem Atemzug nennt.

Viele betrachten Schmuck entweder als Prestigeobjekt oder als bloßes Accessoire. Taugen doch selbst mythenbehaftete Materialien wie Gold und Diamanten schon lange nicht mehr dazu, wegen ihres Glanzes, ihrer Seltenheit und relativen Untauglichkeit zur praktischen Verwertung eine Verbindung zur Welt der Götter und Könige herzustellen. Dorit Schuberts Schmuck dient weder zur Demonstration von Reichtum, noch ist er belangloses Beiwerk. Er ist auf eine spezielle Art selten, edel und dabei tragbar. Es macht Freude, ihn wie ein bewegliches Kunstwerk einfach nur anzusehen. Aber noch schöner ist es, ihn zu tragen und damit etwas Glanz in den Alltag zu bringen.

Zu sehen ist Dorit Schuberts Schmuck u.a. in ihrer Ladenwerkstatt: Schönfelder Str.21, 01099 Dresden.
Mi–Fr 10-13 und 14-18.30, Sa 11-14 Uhr
und nach Vereinbarung.
Tel. 0351   65325505, Mobil 0176 /29171296

Von Kirsten Jäschke

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