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Diskussionsrunde über einen neuen Kulturentwicklungsplan

Bürgerforum im Dresdner Kulturrathaus Diskussionsrunde über einen neuen Kulturentwicklungsplan

Wie soll mit den zu erwartenden gesellschaftlichen Umbrüchen umgegangen werden, wie löst die damit verbundenen Aufgaben aus Sicht der Dresdner Kulturlandschaft– diesen Aspekten war am Donnerstagabend ein erstes Bürgerforum im Kulturrathaus gewidmet.

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Am Donnerstagabend fand ein erstes Bürgerforum zum Thema Kulturentwicklungsplan im Kulturrathaus in Dresden statt.

Quelle: Foto: Archiv

Dresden. Die Zeiten ändern sich. Und wie sie das tun. Bester Beweis war das vergangene Jahr und was es alles mit sich brachte: Brexit, Trump, Flüchtlingsdebatte, Syrien, Terror. Eine Liste, die sich mühelos fortsetzen ließe. Die sich ändernden Zeiten verlangen auch von uns Änderungen, ob uns das nun gefällt oder nicht.

Globaler Wandel aber lässt uns meist kalt. Zu weit weg. Mit dem, was vor unserer Haustür passiert, sieht es da schon anders aus. Schließlich kann der Einzelne hier eingreifen. Weil er sehr viel genauer sieht, was kommt.

So stellt sich auch die Lage für Dresden dar, genauer gesagt für seine Kultur. Wie mit den zu erwartenden gesellschaftlichen Umbrüchen umgegangen werden soll, wie die damit verbundenen Aufgaben zu lösen sein könnten – diesen Aspekten war am Donnerstagabend ein erstes Bürgerforum im Kulturrathaus gewidmet. Binnen gut zweieinhalb Stunden wurde die Zukunft kultureller Arbeit in der Stadt erörtert. Immer die Frage im Blick: Was soll und muss Kultur leisten können?

Dabei wurde schnell klar, dass uns das Globale näher rückt. Der Soziologe Michael Hofmann von der TU Dresden ließ in seinem Eingangsreferat daran keinen Zweifel. Dresden habe eine starke Migration zu erwarten, sagte er. Im Jahr 2030 werden seiner Prognose zufolge etwa 94 000 Bewohner der Stadt, rund jeder Sechste, einen Migrationshintergrund haben. Auch eine starke Altersverschiebung wird es laut Hofmann geben. Die Zahl der Hochbetagten (85 Jahre und älter) werde sich bis 2030 auf fast 34 000 mehr als verdoppeln, die der aktiven Alten (65 bis 75) steige um acht Prozent, die der jungen Leute (17 bis 27) um sieben Prozent. Klar rückläufig sind demzufolge dagegen Einwohner im sogenannten Familienalter (28 bis 38). Ihre Zahl schrumpft um 14 Prozent.

Diese Entwicklung muss sich künftig natürlich auch im Kulturangebot Dresdens spiegeln. In acht Diskussionsgruppen, die sich zu vier Themenkomplexen austauschten, machten sich anschließend die rund 70 Anwesenden, darunter zahlreiche Kulturverantwortliche aus Stadtpolitik, Institutionen und freier Szene, daran, erste Ideen zu formulieren, wie mit diesen Herausforderungen von Migration und Demografie umzugehen ist.

Danach wurden erste Diagnosen gestellt, auch schon Lösungsvorschläge gemacht. Dass ein nicht unbeträchtlicher Teil der Stadtbevölkerung, ob er nun als bildungsfern oder prekär bezeichnet wird, von der bürgerlichen Beglückung durch Kultur in der Stadt unberührt bleibt, dem soll entgegengewirkt werden. Dafür dürfte nicht ausreichen, die Museen oder Konzertsäle einfach mehr zu öffnen, Hemmschwellen abzusenken. Ob die diversen Diskrepanzen zwischen Hoch- und Basiskultur außerdem abgeschwächt werden können, vor allem durch vermehrte Kooperationen, bleibt abzuwarten.

Über all dem schwebt natürlich auch die Bewerbung Dresdens als Kulturhauptstadt 2025. Bis Ende 2018 will Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) einen neuen Kulturentwicklungsplan auf den Weg gebracht haben (der aktuelle stammt von 2008). Er soll den Weg der Stadt auf dem Kulturpfad bis mindestens 2025 skizzieren. Bleibt zu hoffen, dass wichtige Entwicklungen auch dann stattfinden, wenn Dresden im Bewerberrennen unterliegen sollte. Denn die Zeiten ändern sich auch ohne den Titel als Europas Kulturhauptstadt.

geplant sind Stadtteilgespräche zum Thema Kultur am 2.2. im Club Passage in Gorbitz, am 9.3. in der Waldschänke Hellerau und am 30.3. in Leuben

Von Torsten Klaus

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