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Die Laientheatergruppe "Frei-Spieler" inszeniert ein Stück zwischen IS, RAF und NSU

Die Laientheatergruppe "Frei-Spieler" inszeniert ein Stück zwischen IS, RAF und NSU

Die Räume in der Hochschule für Bildende Künste (HfBK) an der Güntzstraße sind wie leergefegt. Es ist Abend und in dem Gebäude sind kaum noch Studenten anzutreffen. Nur im Labortheater brennt noch ein schummriges Licht

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Die Frei-Spieler ziehen mit ihrem Stück über den Terror durch die kleinen Theater der Landeshauptstadt.

Quelle: PR

Dresden. . Hier probt die Theatergruppe "Frei-Spieler" gerade ihr neues Stück. Das Ensemble besteht aus Laien- und Hobbyschauspielern, die einmal im Jahr eine eigene Inszenierung auf die Bühne bringen. Dieses Mal handelt es sich dabei um ein hochbrisantes, ja mutiges Stück.

Es geht um Terrorismus, um die Frage, was Menschen dazu bewegt, zu Terroristen zu werden - und wo die Grenzen verlaufen zwischen Terrorismus, Protest und Amokläufen. "Ausgangspunkt für unser Stück waren zwei Filme", erzählt Marvin Neidhardt, der in diesem Jahr die Aufgaben des Dramaturgen übernahm. "Unsere künstlerische Leiterin Christiane Guhr hat sich von Rainer Werner Fassbinders 'Die dritte Generation' und Jean-Luc Godards 'Kinder von Marx und Coca Cola' zu dem Stück inspirieren lassen", sagt er.

Kennen müsse man die Filme nicht, um das Stück zu verstehen, denn Christiane Guhr und die junge Theatergruppe haben deren Handlungen nur als Ausgangspunkt genommen, um ihr eigenes Stück mit dem Namen "Die dritte Generation - Kinder von Marx und Coca Cola" daraus zu schreiben. "Wir haben ähnliche Figuren zu denen in den Filmen, es kommen auch Zitate aus den Filmen im Stück vor, die uns gefallen haben, und die Machart ähnelt der der Filme. Es wird collagenhaft erzählt mit relativ schnellen Szenenwechseln", sagt er. Doch die Handlung ist eine eigene.

Die Frei-Spieler haben sich für ihr Stück intensiv mit dem Thema Terrorismus auseinandergesetzt und versucht, es aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. "Wir haben uns Biografien von IS-Leuten oder Mitgliedern der RAF angeschaut, auch vom NSU. Sowohl von ehemaligen aktiven Mitgliedern als auch von Aussteigern. Und dann haben wir uns gefragt: Gibt es einen gemeinsamen Nenner?", berichtet Neidhardt. Das Stück bleibe dennoch eher exemplarisch, es geht nicht um die eine konkrete Terrororganisation, sondern sei eher ein künstlerisch-theoretischer Blick auf das Thema Terror.

"Die Handlung folgt einem roten Faden, der auch unsere Gedankengänge dazu nachzeichnet", sagt er. Unterstützt wurde die Theatergruppe für ihr Projekt mit einer kleinen Förderung vom Amt für Kultur und Denkmalschutz der Stadt Dresden sowie vom Studiengang Bühnenbild und Kostüm an der HfBK. Die Studenten haben ein atmosphärisches Bühnenbild entworfen, in dem drei Tische, vier Stühle und ein Sofa auf jeweils unterschiedlich hohen Holzpodesten angeordnet sind. Von der Decke hängen vier Transparente, auf denen Sprüche wie "Le nouveau est arrivé" zu lesen sind.

Dazwischen probt das überwiegend junge Ensemble mit großem Engagement. Die Gruppe bereitet sich schon seit Sommer auf die Aufführungen vor. Sie konnte zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnen, wie ungeheuer brisant das Thema Terrorismus in diesem Herbst wieder auflodern würde. Premiere ist heute Abend im Labortheater der HfBK, nach einer weiteren Vorstellung morgen wird das Stück im Januar noch vier Mal im Dresdner Projekttheater zu sehen sein.

Frei-Spieler "Die dritte Generation - Kinder von Marx und Coca Cola", Premiere heute, 20 Uhr im Labortheater der HfBK, Güntzstraße 34, weitere Aufführungen am 5.12. (Labortheater) sowie am 13., 14., 20. und 21. Januar, 20 Uhr am Projekttheater Dresden, Louisenstraße 47

nicole czerwinka

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