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Die Ärzte in Dresden: 12.000 Fans feiern kleine Punkrock-Lektion

Die Ärzte in Dresden: 12.000 Fans feiern kleine Punkrock-Lektion

Die Rockband „Die Ärzte“ hat am Freitagabend ihr erstes von drei Konzerten am Dresdner Elbufer gegeben. Mit 12.000 Fans vor der Bühne sowie Hunderten auf den Elbwiesen und der Carolabrücke spielte die Band drei Stunden lang die Songs ihres neuen Albums – vergaß aber auch die größten Hits der Bandgeschichte nicht.

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Farin Urlaub und die Ärzte haben am Freitag ihr erstes von drei Dresden-Konzerten gespielt.

Quelle: Dietrich Flechtner
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Zuvor hieß es aufbauen - aus dem Kino-Gelände musste eine Konzert-Arena werden

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Die entscheidende Frage stellte Sänger Farin Urlaub dabei gleich zu Beginn: „Ist das noch Punkrock?“ heißt es in der Hitsingle des aktuellen Albums „auch“. Skeptiker werden einwerfen, dass die Ärzte nie Punkrocker waren – so mancher Fan sieht das allerdings ganz anders. Am Freitagabend spielten Farin Urlaub, Bela B. und Rodrigo Gonzales meist gekonnt mit den verschiedenen Rock- und Punkrock-Klischees.

Das fängt schon mit dem Konzertbeginn an: Aus dem Off tönt eine Stimme, spricht von einem international bekannten Zeichen. Doch während der eine oder andere Fan schon den Zeigefinger und den kleinen Finger nach oben und den Daumen zur Seite streckt, löst die Stimme auf: Daumen hoch, alles OK, das Konzert kann losgehen. Fast drei Stunden spielt die „beste Band der Welt“, davon die ersten zwei Stunden ohne Pause – andere Bands sind da längst wieder im Tourbus. Die Ärzte reizen jede erlaubte Sekunde aus.

Die Lieder umfassen eine Zeitspanne vom aktuellen Album bis hin zum fast schon antiken „Grace Kelly“ von 1984. Zahlreiche Klassiker wie „Westerland“ und „Schrei nach Liebe“ – mit einer Würdigung der Anti-Nazi-Demonstrationen im Februar – fehlen nicht. Allerdings hat die Band inzwischen ein Repertoire, das für fünf Konzerte ausreicht. Der eine oder andere Fan muss also ohne sein Lieblingslied nach Hause gehen.

Das Highlight sind aber sowieso nicht die Songs, es ist das, was die drei Musiker daraus machen. Mehrere Texte werden umgedichtet, zwischen den Liedern spielen sich vor allem Farin und Bela B. gekonnt die Bälle zu. Das alles ist zwar längst Routine, die Ärzte schaffen es aber immer wieder, dass alles spontan und improvisiert aussieht.

Hinzu kommen bekannte Rituale: Die Fans in den ersten Reihen betteln um Drumsticks, die Schlagzeuger Bela B. dutzendweise ins Publikum wirft. Nach und nach wird die Bühne mit BHs dekoriert oder wird das Publikum zum Klatschen, Hüpfen oder Mitschreien aufgefordert.

Die Stimmung schwankt zwischen fröhlicher Party und sozialkritischem Abend: Anklagende Texte wie „Rebell“ oder „Deine Schuld“ werden von der Masse wie Kampflieder mitgesungen. Wenn aber Farin Urlaub ein Lied im Bürostuhl sitzend spielt, die Kiebitze auf der Brücke im breiten Sächsisch grüßt oder sich die Musiker betont inszeniert streiten, dann hat der Abend eher was von einem Kindergeburtstag.

Letztlich balancieren die Ärzte meist gekonnt auf dem schmalen Grat zwischen Spaß und Ernst. Wie lange sie das noch tun werden, da säte der Abend wenig Zweifel. Immer wieder kokettiert Farin Urlaub mit seinem Alter: Die beiden Bandgründer gehen schließlich straff auf die 50 zu. Trotzdem sind beide jung genug, mitten im Lied die Bühnenkonstruktion nach oben zu klettern.

Die Tour „Das Ende ist noch nicht vorbei“ ist trotzdem eine Art Abschied – der in Dresden auch am Samstag und Sonntag weitergefeiert wird. Angst haben müssen die Dresdner aber nicht: Für den Herbst ist bereits die große Comeback-Tournee angekündigt. Bela Farin und Rod werden also wohl noch mehr Gelegenheit bekommen, am Dresdner Elbufer über Punkrock zu philosophieren.

sl

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