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Der in Dresden geborene Künstler A.R. Penck ist tot

In Zürich gestorben Der in Dresden geborene Künstler A.R. Penck ist tot

Der deutsche Maler A. R. Penck ist tot. Der 77-Jährige sei bereits am Dienstag nach einer längeren Krankheit in Zürich gestorben, teilte die Galerie Michael Werner der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch in Paris mit. A. R. Penck, der eigentlich Ralf Winkler hieß, gilt als einer der bedeutendsten Gegenwartskünstler und Vater der „Neuen Wilden“. Der Maler, Grafiker und Bildhauer wurde am 5. Oktober 1939 in Dresden geboren.

A.R. Penck

Quelle: dpa

Dresden. Noch vor wenigen Wochen, im März, war eine Ausstellung mit seinen Werken im tiefsten Südosten Frankreichs eröffnet worden. Die Vernissage fand jedoch ohne den Künstler A.R. Peck statt – wegen Erkrankung (DNN berichteten). Am Mittwochabend kam nun die Nachricht, dass Penck bereits am Dienstag nach einer längeren Krankheit in Zürich gestorben ist, wie die Galerie Michael Werner der Deutschen Presse-Agentur in Paris mitteilte. Er wurde 77 Jahre alt.

In Deutschland gehört A.R. Penck zu den Künstlern, die die zeitgenössische Malerei wegweisend beeinflusst haben. Er gilt als bedeutendster Gegenwartskünstler und Vater der „Neuen Wilden“. Der Maler, Grafiker und Bildhauer wurde am 5. Oktober 1939 in Dresden geboren.

Von 1969 an bekam er mit der Staatssicherheit zunehmend Probleme. Seine Bilder wurden beschlagnahmt und seine Mitgliedschaft im Verband Bildender Künstler der DDR abgelehnt. Vor allem nach der Verleihung des Will-Grohmann-Preises im Jahr 1975 durch die Akademie der Künste in West-Berlin nahmen die Kontrollen der Staatssicherheit zu. Im Jahre 1980 wurde er aus der DDR ausgebürgert, musste das Land innerhalb kürzester Zeit verlassen und siedelte in den Westen über.

Penck ist mit seiner Bildsprache aus Strichmännchen mit erigierten Penissen, Kreuzzeichen, Totenköpfen und beißenden Hunden bekannt geworden. Eine Zeichenkunst, mit der er die damalige Trennung Deutschlands und die Suche des Individuums nach einer freien Gesellschaft thematisiert.

In Dresden war Ralf Winkler, wie Pencks bürgerlicher Name lautete, der Jüngste in einem Kreis von Autodidakten, die sich vergeblich um eine Zulassung zu DDR-Kunsthochschulen bemühten oder wie 1957 Peter Graf nach kurzer Zeit in Berlin-Weißensee einen Rausschmiss erlebten – gemeinsam mit Georg Kern, der sich seit 1961 nach dem Geburtsort Deutschbaselitz Baselitz nennt. Häufig trafen sie sich bei einem ihrer Lehrer – dem wenig älteren Jürgen Böttcher.

Winkler, der unter anderem an Rembrandt angelehnte schwarz-bräunliche Bilder wie „Mann und Frau am Tisch“ (1959) gemalt hatte, beschäftigte sich zunehmend mit Soziologie, Mathematik und Kybernetik. Dabei stieß er auf den Geologen und Eiszeitforscher Albrecht Penck (1858–1945), seinen „Namensgeber“ ab 1968. Aus diesem Kontext entstand seine konzeptuelle, an Höhlenbilder erinnernde, von Zeichen und Signalen geprägte Malerei. Am Anfang stand das „Weltbild I“ von 1961. Nur noch eine Zeichnung erinnert an das Wandbild „Das geteilte Deutschland“ (1962/63). Auf die Welt- folgten die Systembilder, dann ab 1968 die Standart-Modelle, 1974 die TM-Serie.

„Wenn Gerhard Richter nach 1989 zu einem umjubelten Glücksfall deutsch-deutscher Wiederbegegnung werden konnte, dann taugt A.R. Penck, der andere große deutsche Maler mit Dresdner Wurzeln, als komplettes Gegenstück“, schrieb DNN-Autor Paul Kaiser zu Pencks 75. Geburtstag. Der dem Künstler gewidmete Raum im Albertinum war da jedoch schon ausgeräumt und deponiert.

Die Neu-Annäherung des Künstlers an Dresden gelang dagegen dem Stadtmuseum. Die Städtische Galerie erwarb 2007 mit Hilfe eines Förderkonsortiums die auf die frühen Dresdner Jahre zentrierte Sammlung des Penck-Freundes Jürgen Schweinebraden. Daraus entstand 2008 die Ausstellung „Sein und Wesen. Der unbekannte A.R. Penck“, deren Katalog inzwischen als Standardwerk zum frühen Penck gelten kann. Dann folgte dort eine Kabinettausstellung. Und im November 2014 ehrte die Städtische Galerie Dresden mit „Rückblick vor dem Start“ den in der Stadt geborenen Künstler.

Im vergangenen Jahr schließlich zeigte das Albertinum 18 frühe Werke von A.R. Penck, Peter Graf, Peter Herrmann, Peter Makolies und Strawalde – aus Anlass von Strawaldes 85. Geburtstag.

Penck hatte die letzten Jahre seines Lebens vor allem in Dublin gelebt und gearbeitet. Die oben erwähnte Ausstellung seiner Werke aus jüngerer Zeit soll noch bis zum 18. Juni im Museum Fondation Maeght in der Nähe von Nizza zu sehen sein.

Von Torsten Klaus und Lisa Werner-Art

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