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Der Philharmonische Chor Dresden feiert 50-jähriges Bestehen

Festkonzert Der Philharmonische Chor Dresden feiert 50-jähriges Bestehen

Nicht viele Chöre haben die Möglichkeit, permanent mit einem Spitzenorchester zusammenzuarbeiten. 1967 wurde der Philharmonische Chor Dresden gegründet. Heute, 50 Jahre später, blickt er auf erfolgreiche Jahre zurück, geprägt von internationalen sowie nationalen Konzertreisen. Anlässlich des Jubiläums gibt der Chor am 5. Juni ein Festkonzert.

Der 1967 gegründete Philharmonische Chor.
 

Quelle: DZA Verlag

Dresden.  
 

Seit über 40 Jahren treffen sie zweimal pro Woche zu je anderthalb Stunden zu den Proben aufeinander. Beim Großteil der Aufführungen von den etwa 150 in der Chronik vermerkten chorsinfonischen Werken (Messen, Requien, Oratorien, Opern, Kantaten und sinfonische Dichtungen) von über 70 Komponisten aller Epochen, standen sie selbst auf der Bühne. Besonders beliebt: Beethovens Neunte. „Die kann ich mittlerweile auch im Schlaf“, gesteht Sabine Alex mit einem herzlichen Lachen. Doch schon allein die enorme Anzahl der Werke zeigt, dass von ständiger Wiederholung kaum die Rede sein kann.

Sängerinnen des Philharmonischen Chores

Sängerinnen des Philharmonischen Chores : Regina Hanusch, Sabine Alex und Regine Teske (v.l.)

Quelle: Dietrich Flechtner

Einige Erlebnisse stechen besonders hervor, wie die konzertanten Opernaufführungen von Georges Bizets „Carmen“, Eugen d’Alberts „Die toten Augen“ oder Francis Poulencs „Gespräche der Karmeliterinnen“. Regine Teske schwärmt zudem über ein ergreifendes Konzert mit Gänsehaut-Momenten unter der Leitung Libor Pešeks in Prag, zu dem das Dvorák-Requiem erklang, sowie die Aufführung von „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms in Schwerin unter Hartmut Haenchen, der in den siebziger Jahren für einige Zeit Chordirektor war. Überhaupt waren die Chordirektoren natürlich am meisten prägend: angefangen von Kurt Masur, der den Chor 1967 auf der Basis des Städtischen Chors Dresden gründete, über Wolfgang Berger, den bereits genannten Hartmut Haenchen, Herwig Saffert bis hin zu Matthias Geissler, der von 1980 an für etwa 30 Jahre die Leitung übernahm. Seit der Saison 2012/2013 wirkt Gunter Berger in der Stelle des Direktors des Philharmonischen Chores Dresden.

Begeistert erzählen die drei Sängerinnen außerdem von den Tourneen. Vor allem der Kammerchor, der bis 2012 existierte, unternahm viele Reisen: Szeged, Sofia, Warschau, Breslau, Innsbruck, Salzburg, Insel Mainau ... „Für mich war die Reise nach Bonn 1990 mit der damaligen DDR-Vertretung sehr wichtig“, berichtet Regina Hanusch. „Es war das erste Mal, dass ich den anderen deutschen Staat erlebte.“ Sabine Alex schwärmt wiederum von der Italienreise und der besonderen Ehre, in der Begräbniskirche von Franz von Assisi singen zu dürfen. Etwa tausend Anfragen erhält die Kirche jedes Jahr. „Die Reise hat uns alle sehr zusammengeschweißt. Das haben wir beim Musizieren deutlich gespürt.“ Oft wurde der Chor mit stehenden Ovationen bedacht. Seelenheil für einen jeden Sänger. Genau diese Erlebnisse sind es, die die ganzen Mühen und den Probenaufwand entschädigen. Denn, Regine Teske bringt es auf den Punkt: „Familie, Beruf und Chorsingen ist Schwerstarbeit. Manchmal musste ich mich abends entscheiden, Chor oder Zeit für meine Kinder.“ Dass dann die eine oder andere Probe mal ausfallen muss, liegt auf der Hand. Dennoch – 75 Prozent der Proben sollten besucht sein. Nur so sichert sich der Chor die stetig hohe Qualität.

Probenintensiv waren auch die letzten Wochen: Erst die feierliche Eröffnung des Kulturpalastes, nun das anstehende Jubiläumskonzert, das sie gemeinsam mit dem Kinderchor bestreiten. Eifrig studieren die Sängerinnen und Sänger gerade das „Te deum“ von Marc-Antoine Charpentier und das zeitgenössische Werk „Der Menschheit Würde“ von Stefan Heucke, das zum Jubiläumskonzert am 5. Juni uraufgeführt wird. Besonders letzteres ist eine echte Herausforderung, betonen die drei Sängerinnen einstimmig. „Doch auch ungeheuer spannend“, fügt Regina Hanusch hinzu. Zurücklehnen dürfen sich die Chorsänger danach aber auch nicht. Schließlich steht zum Eröffnungskonzert am 25. August Mahlers Achte auf dem Programm, die ihren Beinamen „Sinfonie der Tausend“ der enormen Besetzung zu verdanken hat. Noch vor der Sommerpause sollen die Proben dafür beginnen.

Festkonzert 50 Jahre Philharmonischer Chor, 5. Juni, 17 Uhr, Dresdner Kulturpalast

Von Kathleen Goldammer

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