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Christian Kjellvander kommt nach Dresden

Zwei neue Platten Christian Kjellvander kommt nach Dresden

Im Spannungsfeld zwischen Folk, Country und Rock’n’Roll bewegt sich der 40-jährige Schwede Christian Kjellvander seit Jahren. Im Beatpol wird er mit seiner Band Lieder seines siebenten Studioalbums „A Village: Natural Light“ vorstellen.

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Christian Kjellvander hat mit „A Village: Natural Light“ und „Asbestos Ricochet“ zwei neue Platten herausgebracht.

Quelle: Simon Fessler

Dresden. Das mit der Kirche ist für den Schweden Christian Kjellvander ein eigenes Ding. Schon 2002 nannte er sein Debüt-Solo-Album „Songs From A Two-Room Chapel“ und es meinte die Zweiraumwohnung in Malmö, in der er damals lebte. Später wurde es dann wirklich eine Kirche, die er kaufte. Klein von Wuchs, in den Schären gelegen, aber genau passend für Kjellvanders Lebensgefühl mit Frau und Kindern und das, was man energetisch zum Arbeiten braucht.

Im Altarraum dieser Kirche nimmt Christian Kjellvander auch auf, „The Pitcher“ von 2013 entstand dort in Österåker mit Band. Und er hat Glück, denn als Singer/Songwriter und bekennender Solokünstler hatte der bald 40-Jährige immer Kollegen auf Abruf dabei. Auch fürs Touren. Kjellvanders Lieder sind schon stark, in Gruppe werden sie noch stärker. Sicher auch deshalb führt er vor fünf Jahren seine erste „richtige“ Band zu einer Kurzzeit-Wiedervereinigung. Mit den Loosegoats hatte es Mitte der 1990er so richtig begonnen.

Zwei neue CDs gibt es von Christian Kjellvander. Seine siebente Studioplatte erschien im Herbst 2016 und heißt „A Village: Natural Light“ (Tapete). Mit auf Tour geht jetzt auch eine erste Live-Edition, die, so Kjellvander, lange von seinen Fans angefragt war, aber dauern musste. Erst Ende Februar 2017 kam dann „Asbestos Ricochet“ heraus. Dass er dafür ins Stockholmer Medborgarhuset gegangen ist, atmet Zeitgeschichte. Denn das altehrwürdige Bürgerzentrum mit Schwimmbad, Gymnasium, Seminarräumen und Bibliothek, mitten in der Stadt erbaut in den Dreißigerjahren, ist für den Architekturfreund Kjellvander „eine wunderbare Brücke zwischen Klassizismus und Funktionalismus“. Der 900 Zuschauer fassende Saal hätte eine brillante Akustik, auch die Proben in den Katakomben des Hauses seien eindrücklich gewesen und Grund genug für den Albumtitel. Dass der Saal des Medborgarhuset nunmehr geschlossen ist und in ferner Zukunft als erweiterte Bibliothek wiedereröffnen soll, macht den Sänger traurig: „Ich bin für Bibliotheken, klar! Aber nichts geht über eine ebenerdige Konzerthalle mit weit geöffneten Türen.“

Wehmut soll nicht aufkommen, wenn der Schwede nun wieder mit Band im Beatpol spielt. Dazu ist sein künstlerisches Vermögen zu groß, seine „Ansinghaltung“ zu ausgeprägt, die Lieder – abgesteckt zwischen Folk, Country, Alternative und Rock – zu griffig.

Man muss dafür nicht in den USA leben, viele seiner Kollegen in Sichtweite, wie beispielsweise Kristofer Aström, blieben ja auch in Schweden. Schaden aber kann es nicht. Kjellvanders Familie ging mit ihm und Bruder Gustaf (der ebenfalls Musiker war, die Band Fine Arts Showcase betrieb und tragischerweise 2011 mit 31 starb) wirklich in die USA, lebte in Seattle und Texas, von wo aus Christian als 16-Jähriger zurückkehrte. Voll auch mit musikalischen Eindrücken.

„A Village: Natural Light“ ist ein starkes Stück mit neun starken Stücken. Kjellvanders dänischer Musiker-Freund Henry Toft verrät: „In der Zeit, als diese Songs entstanden sind, hatte Christian einen Teilzeitjob auf einem Friedhof in einem kleinen Dorf in Schweden angenommen. Er wollte sich ganz bewusst eine möglichst handfeste Arbeit suchen, um sie in seine Songs einfließen zu lassen. Er wollte etwas schaffen, das genau so klang wie seine Wirklichkeit ... sein Dorf, dieser Mikrokosmos der Welt, in der wir leben, im Angesicht des Lebens und des Todes.“

Produziert wurde das Material erneut von Craig Schumacher in Tucson/Arizona, erfahrener Compagnon von Calexico und Giant Sand. Kraftvolle Songs sind es, leicht verwittert, flirrend und zerklüftet, geleitet vom Klavier, mit Zacken versehen von der E-Gitarre, veredelt mit Frauenstimmen, Orgel und Klarinette. Ein Statement! Eine Ansage an die Gemeinde.

Christian Kjellvander, Vorband: Chaplin, Sonnabend, 21 Uhr Beatpol

Von Andreas Körner

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