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Cellist Ulf Prelle ist einer der Solisten beim Benefizkonzert "Dresdner helfen Dresdnern"

Cellist Ulf Prelle ist einer der Solisten beim Benefizkonzert "Dresdner helfen Dresdnern"

Corelli ist gesetzt. Das berühmte "Weihnachtskonzert" des Italieners - korrekt benannt Concerto grosso op. 6 Nr. 8 "Fatto per la notte die natale" - findet regelmäßig Eingang in das Programm des Benefizkonzertes für die DNN-Spendenaktion "Dresdner helfen Dresdnern".

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Ulf Prelle wird mit seinem Cello den Solopart bei Robert Volkmanns Serenade übernehmen.

Quelle: Marco Borggreve

Dresden. Das Publikum hört es gern, die Musiker spielen es gern.

Doch genauso gesetzt ist für das von Konzertmeister Wolfgang Hentrich geleitete Philharmonische Kammerorchester Dresden, das das Konzert zum 15. Male gestaltet, dass den Hörern auch weniger Gängiges geboten werden soll. Wozu, auch wenn sie an dieser Stelle vor Jahren schon einmal erklang, auch die Serenade Nr. 3 d-Moll op. 69 für Cello und Streichorchester von Robert Volkmann gehören dürfte. Sie wird am 3. Advent, 20 Uhr im Konzertsaal der Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber" Dresden den Abend eröffnen, der Corello beschließt ihn, dazwischen werden zudem das Konzert für Oboe und Streicher von Domenico Cimarosa mit Undine Röhner-Stolle als Solistin sowie Textlesungen mit dem Schauspieler Tom Quaas zu erleben sein.

Der Solopart bei Volkmann obliegt Ulf Prelle, und für den ist der Zeitgenosse und Freund Johannes Brahms' natürlich kein Unbekannter. "Er hat ein Cellokonzert geschrieben, das seinerzeit deutlich beliebter war als das rund fünf Jahre zuvor entstandene, heute freilich viel berühmtere Cellokonzert von Robert Schumann", berichtet der Solocellist der Dresdner Philharmonie. "Es hat mich natürlich sehr interessiert, was für ein Konzert man tatsächlich schöner als das Schumannsche finden kann - so schloss ich Bekanntschaft mit dem Werk Volkmanns."

Robert Volkmann wurde 1815 in Lommatzsch bei Meißen als Sohn eines Kantors geboren und verbrachte auch Schul- und Studienzeit im Sächsischen: in Freiberg und Leipzig. Nach einem Intermezzo als Gesangslehrer in Prag wurde Volkmann in Budapest sesshaft, wo er als zunächst als Pädagoge und Korrespondent der Allgemeinen Wiener Musikzeitung wirkte, später als Chordirektor und Organist am israelischen Reformtempel. Auch erste Erfolge als Komponist sind verbrieft. Kurze Zeit versuchte sich Volkmann in Wien, ab 1858 bis zu seinem Tod 1883 wirkte er jedoch wieder in Budapest, zuletzt als Professor für Komposition an der Landesakademie. Zudem unter wachsender internationaler Beachtung seiner eigenen Werke, unter denen sich viel Kammermusik, jedoch auch einige größer besetzte Kompositionen finden. Und einige Perlen und manche Brosamen.

Die Serenade, die im erklingen wird, sei ein "schönes kleines Stückchen" Musik, findet Ulf Prelle. "Ja, manches wiederholt sich, aber das ist ja gerade die Herausforderung an einen Musiker: mehr zu tun, als nur zu spielen, was dasteht. Man muss schauen, wie man das immer wieder anders gestalten kann."

Außer mit dem Spielen im interpretatorischen Sinne ist Prelle, zumal in seiner Eigenschaft als Pädagoge, stets auch mit den physiologischen Abläufen dahinter beschäftigt. Der 50-jährige, der sich als Lehrbeauftragter der Dresdner Musikhochschule vor allem am Landesgymnasium dem musikalischen Nachwuchs widmet, hat zu diesem Thema jetzt sogar ein Buch vorgelegt. Es beschäftigt sich mit dem Zusammenspiel von spielerischen Bewegungsabläufen und erzeugtem Klang. Vor allem interessierte Prelle, welchen Einfluss Muskelgruppen haben, die primär gar nicht am Streichen beteiligt sind, und wie sich die Abläufe bei Rechts- und Linkshändern unterscheiden. In jedem Fall lautet ein für Prelle wichtiges Stichwort "Leichtigkeit" - und diesen Titel trägt nun auch sein bei Schott erschienenes Buch zur "ergänzenden Streichermethodik zur Befreiung der rechten und der linken Hand". Gerade in Sachen Händigkeit ist es eine Rarität im Regal der musikalischen Fachliteratur, denn diese ist bei Streichern im Gegensatz zu den Pianisten kaum untersucht.

Leichtigkeit im Spiel wird Prelle auch in der Volkmann-Serenade im Benefizkonzert brauchen, wartet doch das Stück außer mit poetischen Melodien durchaus auch mit virtuosen Passagen auf. Ulf Prelle hat als Solocellist nicht nur der Philharmonie sondern eben auch des Kammerorchesters die Benefizkonzerte für "Dresdner helfen Dresdnern" von Anfang an mitgestaltet. Und auch, wenn es nun das 15. Mal ist - der Hintergrund des Auftritts ist dem Musiker, der mit seinen Kollegen auf jedwedes Honorar verzichtet, stets sehr bewusst geblieben. "Und gerade in jetzigen Zeiten, in denen so viele Menschen diffuse Ängste haben, ihnen könnte weggenommen werden, was sie sich gerade aufgebaut haben, ist es umso wichtiger, dem Geben einen Platz einzuräumen", sagt Prelle. "Im Vergleich zu dem, was gebraucht wird, ist es ja nicht viel, was wir hier tun. Aber es ist eine Geste."

Das 15. Benefizkonzert des Philharmonischen Kammerorchesters Dresden zugunsten "Dresdner helfen Dresdnern" am 13. Dezember ab 20 Uhr im Konzertsaal der Hochschule für Musik am Wettiner Platz (Schützengasse) Karten zu 15 Euro gibt es unter www.reservix.de, an den Reservix-Vorverkaufskassen und an der Abendkasse

Sybille Graf

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