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„Broilers“ spielen erste und jüngste Lieder am Freitagabend bis zum Feuerwerk fünf vor Elf

Pyrotechnik am Lebensweg „Broilers“ spielen erste und jüngste Lieder am Freitagabend bis zum Feuerwerk fünf vor Elf

Die „Broilers“ waren zu Gast im Dresden. Am Freitagabend lieferte die Band am Elbufer ein fulminantes Konzert. Die Band gab sich die Ehre, ihr neues Album namens „sic!“ zu zelebrieren. Das heißt auf Sächsisch: „Genauso isses!“ (also alternativlos) – und das passt wiederum sowohl auf Musik als auch auf Deutungsgehalt der Texte.

Die „Broilers“ waren zu Gast im Dresden.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  Für deutsches Punkerlatein war es im Rahmen der Konzertnächte am Dresdner Film- und Fotoufer eine echte Premiere. Ganz einfach, weil Genre und Sprache nicht so recht zueinander passen. Doch der Name „Broilers“ passt ja auch nicht doll zu Düsseldorf – und so gab sich das Quintett, aufgestockt um einen weiteren Gitarristen und einen dreiköpfigen Bläsersatz, vor ausverkauftem Gelände und mehreren tausend Zaun- und Brückengästen die Ehre, ihr neues Album namens „sic!“ zu zelebrieren.

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Die Broilers waren zu Gast am Dresdner Elbufer. Unser Fotograf war mittendrin!

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Das heißt auf Sächsisch: „Genauso isses!“ (also alternativlos) – und das passt wiederum sowohl auf Musik als auch auf Deutungsgehalt der deutschen Texte, wobei es sich im weitverhallten Stadtgebiet schon eher nach Onkelz als nach Hosen, die als lebende Vorbilder und Förderer gelten, geklungen haben muss. Das heißt, es wurde kräftig gerockt, simple Melodien, klare Texte, die Botschaften zeugen von persönlicher Haltung, die bei den Mannen um Frontmann, Dichter und Komponist Sammy Amara unstrittig ist.

Ebenso bei den elftausend Menschen, von denen vielen der frühe Beginn mit Emscherkurve 77 und Flogging Molly als passende Vorbands trotz Bierpreisen knapp unter dem des Oktoberfestes arg zusetzte. Amara lobte sein Publikum und andere Biere als das aus der Brauerei gegenüber – zum Beispiel Sterni und Feldi – und schwärmte dabei von einer Brauereibesichtigung in Coschütz, wobei der Braumeister Holger sich verbat, jemals auf Konzerte eingeladen zu werden.

Die Ironie des Abends, ganz vorn auf der neuen Platte eingebettet, aber in Dresden erst in der Mitte des Konzertes gegeben, spiegelt der Song „Keine Hymnen heute“ mit der Kernbotschaft, dass schlechte Menschen keine Musik hätten und schlechte Zeiten keinen Beat bräuchten, wider. Denn nahezu alle Songs sind so hymnisch angelegt, dass Mitsingen keinerlei Probleme macht, wobei draußen vor dem Tore die besseren SängerInnen gastierten, was all jene bemerkten, die schlauerweise zeitig genug den Konzertplatz verließen, um dem wilden Schlussgeschubse hernach zu entgehen. Noch ein Vorteil: Der Sound klang ein wenig entfernt klarer, bevor fünf vor Elf, kurz nach dem allerersten Blumensong der Band, das große Feuerwerk den Abend beendete, weil Pyrotechnik kein Verbrechen ist.

Von Andreas Herrmann

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