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Bach!? – Domorganist Johannes Trümpler stellte seine neue CD vor

Silbermann-Orgel der Kathedrale Dresden Bach!? – Domorganist Johannes Trümpler stellte seine neue CD vor

Die Orgelstücke Johann Sebastian Bachs sind längst herauf und herunter dekliniert und doch lässt sich mit einer frischen Idee dem Bekannten eine neue Seite abgewinnen. Wie das geht, demonstrierte Domorganist Johannes Trümpler beim Dresdner Orgelzyklus auf „seiner“ Silbermann-Orgel in der Kathedrale.

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Die neue CD von Domorganist Johannes Trümpler

Quelle: Cover

Dresden. Die Orgelstücke Johann Sebastian Bachs sind längst herauf und herunter dekliniert, und doch lässt sich mit einer frischen Idee dem Bekannten eine neue Seite abgewinnen. Wie das geht, demonstrierte Domorganist Johannes Trümpler beim Dresdner Orgelzyklus auf „seiner“ Silbermann-Orgel in der Kathedrale – und er stellte mit dem Programm des Konzerts seine soeben erschienene CD mit dem Titel „Bach!?“ vor.

Das Fragezeichen meint in diesem Fall nicht die zweifelhaften Stücke in Bachs Werkverzeichnis, die von anderen Komponisten stammen könnten. Hier ist alles authentisch. Trümpler rückt mit dem Programm der CD einen Aspekt in Bachs Werk ins Blickfeld, der sonst nur als Seitenthema auftaucht: Der Komponist war ein fleißiger Bearbeiter von Werken und Themen seiner Kollegen. Choräle – in diesem Fall die Schübler-Choräle – als das „Brot“ des Kirchenmusikers Bach sind dabei das Gängige, aber auch Konzerte von Vivaldi oder Bachs fürstlichem Schüler Johann Ernst von Sachsen-Weimar und Kammermusik des Zerbster Kollegen Fasch, die für die Orgel gesetzt wurden, gehören dazu. Die musikhistorische Seite erläutert das CD-Heft ausführlich, nur fehlen leider alle Angaben zur Orgel und zu Trümplers teils aparten Registrierungen. Das ist insofern bedauerlich, da man hinter das „Geheimnis“, wie der Organist mit der Silbermann-Orgel arbeitet, nur dann kommen kann, wenn man das Instrument einigermaßen kennt.

Inhaltlich gelingt Johannes Trümpler ein Bogen von ungewöhnlichem Abwechslungsreichtum, getragen auch von starken Kontrasten in den Registerfarben. Das einleitende Präludium G-Dur wie die Choralbearbeitungen sind kraftvoll und unmanieriert gespielt und die Klangfülle der beiden Concerti G-Dur (Johann Ernst) und d-Moll (Vivaldi) verraten, weshalb Orchestermusiker gern etwas neidisch auf diese Orgelfassungen blicken, die den Stücke einen besonders prachtvollen und präsenten Auftritt verschaffen. Die Anfang des Jahres entstandene Aufnahme setzt die Orgel dazu bestens in Szene und unterlegt auch die Größe des Raumes eindrucksvoll.

Im Verzicht auf die allfälligen großen Bach-Gassenhauer liegt der besondere Reiz dieser Einspielung und Trümpler verbindet sein unorthodoxes Programm zudem mit einer so ausführlichen wie dankbaren Vorstellung der Silbermann-Orgel. Am Ende dann steht das „Bach’orama“ von Naji Hakim (geb. 1955). Diese Collage aus Dutzenden von Themen und Fragmenten aus Bachs Werken ist wie eine überschäumende Champagnerflasche, deren Korken im hohen Bogen davonfliegt – ein intelligenter Spaß, der das Programm sehr erheiternd beschließt.

Bach!? Johannes Trümpler an der Silbermann-Orgel der Kathedrale Dresden (Hofkirche), Motette CD MOT 14101, (vorrätig in der St.-Benno-Buchhandlung, Schloßstraße 24)

Von Hartmut Schütz

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