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Aus für Orgel-Reihe in Reinhardtsgrimma

Differenzen über Verwendung der Einnahmen Aus für Orgel-Reihe in Reinhardtsgrimma

Die am 25. Mai beginnende Saison der Konzerte an der Silbermannorgel in der Dorfkirche Reinhardtsgrimma ist die letzte für den Dresdner Kreuzorganisten Holger Gehring. Er und die Kirchgemeinde konnten sich nicht über die Verwendung der Einnahmen einigen.

Die Gottfried-Silbermann-Orgel der Kirche in Reinhardtsgrimma

Quelle: Arno Burgi/dpa

Reinhardtsgrimma/Dresden. Mit einem Konzert zu Himmelfahrt am 25. Mai beginnt die Saison der Konzerte an der berühmten Silbermannorgel in der evangelischen Dorfkirche in Reinhardtsgrimma. Allerdings wird es die letzte unter künstlerischer Leitung des Dresdner Kreuzorganisten Holger Gehring sein. Grund dafür, dass er und seine Organisatorin Antje Müller aufgeben, sind unüberwindliche Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und der Kirchgemeinde über die Verwendung der Einnahmen.

Seit der professionellen Organisation der Konzertreihe seien die Zahl der Zuhörer und damit das Budget sprunghaft gestiegen, sagte Johannes Keller, Pfarrer in Reinhardtsgrimma, auf DNN-Anfrage. Aber für die Kirchgemeinde sei davon immer weniger übrig geblieben. Differenzen gegeben habe es beispielsweise auch über die Verwendung von Geld aus einer Kollekte, die am Ende eines Konzertes gesammelt worden war, so Pfarrer Keller.

Holger Gehring sieht den springenden Punkt darin, dass sich die Gemeinde mehr Einnahmen als Ausgaben erhofft habe. Bislang habe sie stets einen bestimmten Prozentsatz beispielsweise für die Erhaltung der Orgel bekommen. Darüber hätte man durchaus verhandeln können, räumte er ein. Diesmal jedoch habe die Gemeinde ihren Anteil pauschal ohne Absprache vorher festgelegt. „Damit sind wir vor vollendete Tatsachen gestellt worden“, so Holger Gehring. Das habe er nicht akzeptieren können.

In den zurückliegenden Jahren, seit er die Reihe organisiert, hätten sich die Zuhörerzahlen vervielfacht, so Gehring weiter. Zwischen 150 und 350 Besucher seien zu den Konzerten angereist, zur Weihnachtsvesper sogar rund 800. „Für eine Dorfkirche ist das schon sehr gut. Manchmal waren es mehr Zuhörer als bei vergleichbaren Konzerten in Dresden.“

Die Zusammenarbeit mit der Kreuzkirche habe sich bewährt. Organisten von Rang und Namen, teils aus dem Ausland, die nach Dresden kamen, hätten auch in Reinhardtsgrimma gespielt. Karten konnten Zuhörer ebenso an der Kasse der Dresdner Kreuzkirche kaufen.

Nach dieser Saison, die am 15. Oktober endet, will die Kirchgemeinde die Orgelkonzerte dennoch fortführen, wie Pfarrer Johannes Keller versicherte. Organisieren werde sie diese dann selbst. Wie, müsse noch beraten werden.

Holger Gehring bedauerte, dass damit nun eine lange Tradition ende. 1731 war die Silbermannorgel in Reinhardtsgrimma vom damaligen Kreuzorganisten eingeweiht worden. Die seit mehr als 80 Jahren bestehende Orgelkonzertreihe begründete der Dresdner Kreuzorganist Herbert Collum.

Der Auftakt am 25. Mai steht unter der Überschrift „Silbermann und England“. Holger Gehring will eine seltene Kombination zu Gehör bringen: Stücken Johann Sebastian Bachs stehen Werke des englischen Barock gegenüber. Es erklingen Kompositionen von Henry Purcell und John Stanley, die als Großmeister der britischen Orgelkunst gelten. Ein ebenfalls sehr virtuoses Orgelkonzert Georg Friedrich Händels soll eine Brücke zwischen Mitteldeutschland und England schlagen.

Als weitere Organisten angekündigt sind Martin Schmeding aus Leipzig (18. Juni), Marek Fronc aus dem polnischen Legnica/Liegnitz (16. Juli), Jörg Reddin aus Arnstadt (20. August), der Leipziger Gewandhausorganist Michael Schönheit sowie zum Abschluss am 15. Oktober Kreuzorganist Holger Gehring und Mathias Schmutzler, Solotrompeter der Sächsischen Staatskapelle.

Karten zu 7 Euro 45 Min. vor Konzertbeginn in der Dorfkirche Reinhardtsgrimma oder im Vorverkauf über Konzertkasse der Kreuzkirche, An der Kreuzkirche 6, Tel. 0351/496580-7, E-Mail: konzertkasse@kreuzkirche-dresden.de

Von Tomas Gärtner

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