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Aus „Kummer und Sorgen“ wird schon mal „Hummer und Fjorden“

Tenor Daniel Behle Aus „Kummer und Sorgen“ wird schon mal „Hummer und Fjorden“

Der renommierte Opernsänger Daniel Behle ist ein waschechter Hamburger Jung, lebt aber derzeit in der Schweiz – und vermisst am meisten das Wasser, wie er in einem Interview mit Anne Novák wissen lässt, das im Booklet zur CD „Mein Hamburg“ nachzulesen ist. Mit dem Album erfüllt sich der vonne Küste stammende Behle einen langgehegten Herzenswunsch, auch als Komponist.

Daniel Behle

Quelle: Marco Borggreve

Dresden. Hamburger sind in der Regel keine Menschen der großen Worte. Die kommunikative Sparsamkeit lässt sich schon am klassischen „Moin“ erkennen, einem Wort, das für „Hallo“, „Guten Morgen“, „Guten Tag“, „Guten Abend“, „Mahlzeit“ steht, ja sogar für „Auch hier?“ bedeuten kann. Und pflegt er eine ganz eigene Sicht auf die Dinge. So lässt er all jene „Norditaliener“ südlich der Elb“, die jammern, wenn Tropfen vom Himmel fallen, wissen: „Es regnet nicht in Hamburch. Das ist nur feuchte Luft!“

Auch der renommierte Opernsänger Daniel Behle ist ehn waschechter Hamburger Jung, lebt aber derzeit in der Schweiz – und vermisst am meisten das Wasser, wie er in einem Interview mit Anne Novák wissen lässt, das im Booklet zur CD „Mein Hamburg“ nachzulesen ist. Mit dem Album erfüllt sich der vonne Küste stammende Behle einen langgehegten Herzenswunsch, auch als Komponist. Für die Aufnahme hat er weltbekannte Klassiker für Klaviertrio und Tenor bearbeitet, neu getextet und eigene Songs für eben jene Besetzung geschrieben. Entstanden ist ein Album, das Traditionelles neu erstrahlen lässt und dabei auf höchste musikalische Qualität setzt. Kongenialer Partner ist das Schnyder Trio, mit dem Behle seit Jahren eng zusammenarbeitet.

Die Idee war es, „ein abwechslungsreiches Potpourri“ zu schaffen, mit einem renommierten Ensemble, technisch anspruchsvollen Kompositionen, Arrangements und interessanten Texten – eine Mischung von berühmten Gassenhauern aus Oper, Operette, Film und Seemannskajüte, ausgeschmückt mit eigenen Kompositionen. Dadurch mischt sich, so die Eigenwerbung, „Wiener Kaffeehaus mit Hamburger Bauhaus im Rahmen eines gehobenen Kammermusikkonzerts – ganz nach Behles Geschmack, in der Reduzierung auf das musikalisch Wesentliche“.

Auch ein Klassiker wie „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ (mal abgesehen von einem Prelude das erste von 18 Liedern auf dem CD) wurde für klassischen Gesang umgeschrieben, ohne aber die Essenz der Vorlage zu zerstören. Wie Behle versichert, bleibt das Lied „trotz „Ges-Dur, Modulation, hohen B’s und betrunkenen Streichern“ doch „recht nahe am Original“. Und auch manche neu getexteten Stücke setzen einen Bezug zum Originaltext. „Das wird aus „Kummer und Sorgen“ etwa „Hummer und Fjorden“, wird „Wird Dir zum Ruhm erklingen“ abgeändert zu „Wird dir beim Rum erklingen“. Musikalisch hat Behle – wie schon bei seiner Bearbeitung von Schuberts „Winterreise“ – versucht, motivische Querverweise zu setzen. Im ersten Trio-Solostück geht es um die Tonarten H-A-B-G – „HAmBurG“. Man höre das tutende Schiff „und im Kontrapunkt erscheint die Melodie aus dem Prelude“.

Behle versichert, dass er stets versucht habe, „Klischees zu vermeiden und die Bearbeitungen zeitgemäß und spannend zu gestalten“. Als besonderen Bonus konnte der Sänger das Blechbläserquintett „Elbeblech“ gewinnen. Diese spielen eine Bearbeitung seiner ihnen gewidmeten Komposition „Wiesn“ unter dem Titel „Klabautermann-Quintett“.

In der Rolle, die für den Tenor einst den Durchbruch bedeutete, nämlich als Königssohn in Engelbert Humperdincks „Königskinder“, ist Behle demnächst in der Semperoper zu erleben. (6., 27. & 30. November.). Bereits am Sonnabend, 5. November, 20 Uhr gibt er einen Liederabend im Rahmen der Reihe „Das Lied in Dresden“ im Konzertsaal der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden. Am Klavier begleitet von Jobst Schneiderat, Solorepetitor der Semperoper Dresden, bringt Daniel Behle Lieder von Richard Strauss sowie aus Franz Schuberts Zyklus „Die schöne Müllerin“ zu Gehör. Außerdem stehen Kompositionen aus der eigenen Feder des Sängers auf dem Programm, darunter aus seinem Ringelnatz-Zyklus, drei Hafis-Lieder und Vertonungen aus dem Zyklus „Mein Hamburg“.

Karten für den Liederabend am 5.11. zu Euro 16,50/erm. 11,50 an der Abendkasse. Reservierung möglich an der Konzertkasse der Kreuzkirche sowie unter info@dasliedindresden.de

Von Christian Ruf

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