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Arbouretum mit feinem Rock im Beatpol

Von Baltimore nach Dresden Arbouretum mit feinem Rock im Beatpol

Arbouretum ist ein Rock-Quartett aus Baltimore/Maryland, das seit 2002 besteht. Frontmann, Gitarrist, Komponist, Sänger und Texter ist Dave Heumann, der es in all den Jahren geschafft hat, aus einem Projekt eine eingespielte Band zu formen. Stilistisch bewegen sich Arbouretum zwischen klassischen Progressive- und Artrockklängen, Blues, Americana und instrumentalem Folk. Mit ihrer neuen CD „Song Of The Rose“ gastieren Arbouretum am Sonntag ein weiteres Mal im Beatpol Altbriesnitz.

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Arbouretum, der Vierer aus Baltimore.

Quelle: PR/ Noel Conrad

Dresden. Arbouretum ist eine Band, die reine Wortarbeiter ins Rudern kommen lässt. Lassen muss. Rundfunkstationen haben es da leichter. Hätten es. Das größere Problem ist, dass sich Letztere bestenfalls in nächtlichen Sendestrecken, sofern es sie noch gibt, mit dem Quartett aus Baltimore beschäftigen. Wäre da nicht dieses vergleichsweise kleine, farbenfroh schillernde „Fall From An Eyrie“ von Arbouretums im März dieses Jahres erschienener CD „Song Of The Rose“ (Thrill Jockey). Gerade vor einer Stunde lief es wieder bei Radio eins, vormittags, 10.18 Uhr …

„Fall From An Eyrie“ ist nichts gänzlich Verwunderliches für Dave Heumann (Gitarre, Gesang), Corey Allender (Bass), Brian Carey (Drums) und Matthew Pierce (Keyboards). Trotzdem klingt das Stück mehr nach Pop und Format als gewöhnlich. Zumindest auf den direkten Vorgängeralben „Coming Out Of The Fog“ und selbst auf „Rites Of Uncovering“ von 2007, mit dem die Band erstmals auch nach Dresden kam, wäre das Lied nicht recht möglich gewesen. Dort wie auch auf den anderen Arbouretum-Tonträgern regiert das kompakte Material, diese zumeist schwere, massige, gestreckte Mischung aus Blei-Blues, Stoner-Rock, Psychedelic-Folk, Mittelalterahnung - Form und Improvisation.

Arbouretum lassen Freunden des Artrock genannten Segments populärer Musik Gänsehäute wachsen. Retro sind sie deshalb noch lange nicht, wissen nur, wo sie herkommen und was sie inspiriert hat. Lange Gitarrensoli, scharf und kompromisslos, reißen immer wieder jene Komfortposition entzwei, in die man sich als „erkennender“ Hörer eingerichtet glaubte. Lavagleich drücken voluminöse Tastenströme nach unten, zieht ein Splitter-Schlagzeug mit, graben Bässe im Dreck. Und trotzdem hat Arbouretum immer diese letzte Spur Eleganz und Finesse im Klangbild, die ältere Semester aus ihren Erinnerungen oder wöchentlichen Progressive-Plattensessions mit Bands wie King Crimson oder Van der Graaf Generator holen. Söhne und Töchter werden eigene Lieder davon singen können. Insofern könnte das sonntägliche Konzert im Beatpol ein nächstes generationsübergreifendes werden.

Damals, beim Live-Debüt in Dresden, wussten die DNN vor allem von David Heumanns Stimme zu schwärmen: „… hinzu kommt Heumanns bombastisches Organ, das dunkel genug ist, um den Zuhörer den Alb in die Träume zu schießen“, hieß es. Und: „Arbouretum … greifen den Raum und die Zuhörer direkt, kompromisslos und vor allem hartnäckig. Allein ihr Sound misst jeden Zentimeter aus. Das alles entlässt ihn mit dem Gefühl, beileibe nichts Spektakuläres, eher etwas zutiefst Korrektes gehört zu haben, etwas, das nachwirken darf.“ Fragen, wann denn Arbouretum das nächste Mal hier spielen, wurden permanent gestellt. Wann, wenn nicht mit dieser so erstklassigen Platte wie „Song Of The Rose“ soll es soweit sein!

Es scheint, als hätten die Lieder mehr Luft bekommen, sich etwas mehr zum Americana gestreckt, ohne gleich Trends zu picken. Heumann setzt sein Gitarrenspiel einen Tacken leuchtender, ja, defensiver an, um seiner Stimme und den Arrangements noch mehr Raum zu gönnen.

Wer mag, kann tiefer schürfen, kann die Texte analysieren und wird allerhand mystische, lyrische, taoistische, in jedem Falle mehrdeutige Ebenen entdecken. „Wenn Cormac McCarthy und George R.R. Martin statt Bücher zu schreiben gemeinsam Musik machten, würde die womöglich wie Arbouretum klingen“, sagte „Soundchecker“ Andreas Müller von Radio eins. Diese Texte stammen von Frontmann Dave Heumann, der 2002 begann, aus dem Projekt Arbouretum eine Band zu formen. Was unmissverständlich gelungen ist, nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass sie konstant beim einflussreichen Chicagoer Label Thrill Jockey veröffentlichen, sich also darüber gezielt multiplizieren konnten. Dass Heumann zuvor unter anderem mit Ned und Will Oldham sowie Papa M gearbeitet hat, mag geholfen haben. Für den Anfang.

Arbouretum, Sonntag, 21 Uhr, Beatpol

Von Andreas Körner

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