Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 4 ° wolkig

Navigation:
Google+
Anne-Sophie Mutter und Fabio Luisi eröffneten die Dresdner Musikfestspiele

Semperoper Anne-Sophie Mutter und Fabio Luisi eröffneten die Dresdner Musikfestspiele

Am Donnerstagabend begannen die 40. Dresdner Musikfestspiele mit einem Konzert in der Semperoper. Es gaben sich die Ehre: Die deutsche Geigerin Anne-Sophie Mutter der Generalmusikdirektor der Oper Zürich Fabio Luisi.

Im Zusammenspiel: Anne-Sophie Mutter und Fabio Luisi.

Quelle: Oliver Killig

Dresden.

Fabio Luisi, Generalmusikdirektor der Oper Zürich, der die gleiche Position zuvor bei der Sächsischen Staatsoper bekleidet hatte, kehrte nun mit seiner Philharmonia an das Haus zurück. Ihm zur Seite stand Anne-Sophie Mutter, den Musikfestspielen seit Jahren in Freundschaft verbunden. Sie hatte gleich zwei Werke mitgebracht: Max Bruchs Violinkonzert Nr. 1 und „Nostalghia“ des japanischen Komponisten Toru Takemitsu.

Takemitsu wollte den fruchtbaren Widerspruch fernöstlicher Musiktradition und westlicher Avantgarde in seinen Werken einfangen. In „Nostalghia“, im Gedenken an den Filmemacher Andrei Tarkowski entstanden, prallten diese Welten jedoch recht deutlich aufeinander. Während das kleine Streichorchester der Philharmonia zum reinen, klaren Klang nüchterner Zartheit fand, formulierte Anne-Sophie Mutter mit reicher Klangfülle einen wehmütigen Gegenentwurf. Die innere Bindung von Solistin und Orchester ging in diesem Spannungsfeld verloren.

Spannung gab es bei Max Bruch um so mehr. Mit fiebriger Intensität nahm die Ausnahmekünstlerin ihren Part in Angriff, Fabio Luisi ließ sein Orchester mit drängenden Bässen antworten. Ebenso voller Wehmut, aber feiner als bei Takemitsu, ließen Anne-Sophie Mutter und Fabio Luisi das Adagio aus dem Allegro moderato fließen, leiteten hernach mit einem üppigen Crescendo zum Schlusssatz über. Während Luisi Mutter in der Begleitung stets dicht folgte, überhöhte er im Tutti recht heftig, zuweilen scharf.

Innere Kraft und Spannung findet sich aber oft schon in Solostimmen. Mit dem Adagio aus der Sonate g-Moll von Johann Sebastian Bach, klar und leicht wie ein friedlicher Gedanke, bezauberte Anne-Sophie Mutter in ihrer Zugabe das Publikum.

Dass Fabio Luisi den Kontrast der Orchesterfarben beabsichtigt hatte, wurde in Johannes Brahms’ vierter Sinfonie offensichtlich. Luisi blieb beim Herausstellen exponierter, expressiver Passagen, wollte wohl einen allzu romantischen, „weichgespülten“ Klang vermeiden. Derlei Kontraste muteten mitunter aber brachial an. An manch keckem Einwurf der Bläser oder – nach einem Choral der Blechbläser – Streicher dagegen konnte man seine Freude haben, ebenso an den Verschlingungen im Allegro energico e passionato, wo sich Motive nicht nur als simple Variationen präsentieren, sondern vielschichtig vernetzt offenbarten.

Von Wolfram Quellmalz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr