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Am 23. Juli beginnt die neue Saison der Elbland Philharmonie Sachsen

Neue Impulse Am 23. Juli beginnt die neue Saison der Elbland Philharmonie Sachsen

Am 23. Juli geht es los. Wenn Sachsen eigentlich in den Sommerferien ist und die meisten Theater und Orchester im Freistaat noch Pause haben, beginnt für die Elbland Philharmonie Sachsen die neue Spielzeit und zudem ein neuer Chefdirigent.

Elbland Philharmonie Sachsen
 

Quelle: Lutz Weidler

Riesa.  Am 23. Juli geht es los. Wenn Sachsen eigentlich in den Sommerferien ist und die meisten Theater und Orchester im Freistaat noch Pause haben, beginnt für die Elbland Philharmonie Sachsen die neue Spielzeit und zudem ein neuer Chefdirigent. Auf GMD und Chefdirigent Christian Voß, der seit 2006 die künstlerischen Geschicke des Orchesters führte und das Ensemble erfolgreich durch Zeiten brachte, die durch die Nachwehen der 2012 durch den Freistaat verordneten Fusion aus Neuer Elbland Philharmonie und dem Orchester der Landesbühnen Sachsen gekennzeichnet waren, folgt jetzt Ekkehard Klemm. Der ist in Riesa, wo die Elbland Philharmonie ihren Sitz hat, kein Unbekannter, schon 1981 hatte er als Student mit dem damaligen Staatlichen Sinfonieorchester Riesa als einem der Vorvorklangkörper der heutigen Elbland Philharmonie erste Praxisschritte als angehender Dirigent gemacht. Es sind gute Erinnerungen und eine gemeinsamer Faden, der 2003 wieder aufgenommen wurde, als Ekkehard Klemm nach beruflichen Stationen in Altenburg, am Theater Greifswald bzw. Theater Vorpommern, ab 1996 am Staatstheater am Gärtnerplatz in München sowie zahlreichen Gastspielen in und außerhalb Deutschlands nach Dresden zurückkehrte und hier eine Professur für Dirigieren an der Musikhochschule übernahm. Seit 2004 ist der 1958 in Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz, geborene, ehemalige Kruzianer zudem Leiter der Dresdner Singakademie, von 2010 bis 2015 war er Rektor der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden und damit an der Alma Mater, an der er einst Dirigieren bei Siegfried Kurz, Komposition bei Manfred Weiss, Rainer Kunad und Wilfried Krätzschmar sowie Klavier bei Heidrun Richter studiert hatte.

Der neue Chefdirigent

Der neue Chefdirigent: Ekkehard Klemm

Quelle: anna.s

Er sei froh, als Chefdirigent mit der Elbland Philharmonie Sachsen arbeiten zu können, sagt er. Das Orchester habe die Fusion künstlerisch gut überstanden und befinde sich auf einem „schönen Level“. Ekkehard Klemm, der in seiner künstlerischen Arbeit seit jeher auch professionelles Musizieren und solches von Laien kreativ und bestens miteinander verbindet, weiß, wie wichtig ein Klangkörper wie die Elbländer für eine Region ist. Die Identifikation fördernde Arbeit eines solchen Orchesters könne nicht hoch genug geschätzt und müsse bewahrt, ausgebaut und von den politischen Entscheidungsträger anerkannt und ausreichend finanziell ausgestattet werden, erklärt der Chefdirigent. Das sind im Falle der Elbland Philharmonie Sachsen der Freistaat über den Orchesterleistungsvertrag mit den Landesbühnen Sachsen, der Gesellschafter Kulturraum Meißen-Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, die Landkreise Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, weitere Finanzierung kommt aus der Sitzgemeinde Riesa sowie aus Eigeneinnahmen durch Konzertverkäufe, Tickets und Sponsoring. Dem Orchester gehören gegenwärtig 82 Musiker an, die 80 Stellen besetzen. Der Haustarifvertrag, der u.a. den Gehaltsverzicht der Orchestermitglieder beinhaltet, läuft bis 2018 und wird neu verhandelt.

Wer Ekkehard Klemm kennt und seine künstlerischen Ambitionen, die zwar auf Traditionen fußend ebendiese aufnehmen, aber sich nicht mit dem Gewohnten zufrieden geben, ahnt, dass der Chef mit „seinem“ neuen Orchester auch neue Pfade einschlagen wird. Dazu gehört, dass man sich verstärkt dem Zeitgenössischen zuwenden will, die programmatische Idee heißt „composers in region“. Da, wo die Programme der großen Orchester bedauernswert große Lücken aufweisen, sieht sich Klemm mit seinen Musikern in der Pflicht: im Einsatz für, wie der Titel verrät, Komponisten der Region, wobei die Kontakte schon mal auch bis Berlin, Leipzig und in Dresdens Partnerstadt Hamburg reichen. Es sind alles gestandene, Musikkennern in Sachsen gut bekannte Namen: Karsten Gundermann (Uraufführung), Manfred Weiss, Siegfried Kurz, Günter Schwarze (UA), Wilfried Krätzschmar, Steffen Schleiermacher und Sebastian Studnitzky. Die Komponisten werden zu den Aufführungen eingeladen, arbeiten bei den Proben mit dem Orchester und sollen auch dem Publikum in Einführungen vorgestellt werden.

Den Auftakt in die neue Saison macht ein Sommerfestival vom 23.Juli bis 17. September mit Kammermusik, einer Musical-Gala, die von Christian Voß dirigiert wird, der dem Orchester weiter als Gast verbunden bleiben wird, und „Schlossgeschichten auf Säggs’sch“ mit Tom Pauls; Höhepunkte des „Elbsommers 2017“ dürften aber wohl die „Antrittskonzerte“ des Chefs selber werden: ein spanisch grundiertes Open Air „An da Luz...“ am 30. Juli auf dem Crassoberg Meißen und die Serenade mit Mozart, Hummel und Weber am 5., 6. und 12. August in der Christuskirche Freital-Deuben, auf Schloss Zabeltitz und im Schlosspark Pillnitz.

Kreativ und Neugier weckend sind die thematischen Titel, die Klemm den fünf Philharmonischen Konzerten verliehen hat: Nummer 1 „Zu den Wurzeln“ mit Werken von Weiss, Weber und Schubert und mit der Solistin Bettina Aust (Klarinette); 2 „Unauslöschliches“ mit der 5. Sinfonie des 2016 verstorbenen finnischen Komponisten Einojuhani Rautavaara und Carl Nielsens 4. Sinfonie „Das Unauslöschliche“, dazu ist mit dem Dresdner Peter Rösel einer der besten Pianisten der Gegenwart angekündigt, er spielt Mozarts c-Moll-Konzert. Das 3. Philharmonische bringt „Zum Gedenken“ neben Werken von Hartmann und Dvorák Bohuslav Martinus „Memorial für Lidice“; im 4. heißt es „Beethoven – Kontraste“ mit Kompositionen von Steffen Schleiermacher und Ludwig van Beethoven und der Geigerin Yuki Manuela Janke, alle diese Konzerte dirigiert Ekkehard Klemm. Im 5. steht Tobias Engeli am Pult, das Thema „Mythen“ bringt Klänge von Rossini, Rakov, Rimski-Korsakow und die Rhapsody für Altsaxophon und Orchester des 2015 verstorbenen Belgiers André Waignein zusammen, Solist ist der Pole Łukasz Dyczko.

Es stehen sieben Sonderkonzerte auf dem Programm, das letzte, „Memento“, überschreitet in der Freyler-Halle Riesa mit dem Werk des in Berlin lebenden Multiinstrumentalisten, Komponisten, Arrangeurs, Produzenten, Professors an der Dresdner Musikhochschule und ECHO-Jazz-Preisträgers Sebastian Studnitzky Stile und Genres. Die Elbland Philharmonie musiziert zudem in ihren fünf verschiedenen Programmen vielgestaltige Unterhaltungskonzerte, auch mit Ekkehard Klemm am Pult, zahlreiche Kirchenkonzerte mit Kantoreien in Riesa, Dresden, Bad Liebenwerda, Radebeul, Freital-Deuben und Pirna. Für die Chorsinfonik arbeitet das Orchester mit Chorus 116 sowie der Singakademie Dresden zusammen. Mit letzterer steht das Debüt der Elbländer im Dresdner Kulturpalast an: Am 4. Mai 2018 wird in dem umgebauten, festlichen Konzertsaal „Canto General“ des Griechen Mikis Theodorakis erklingen.

Das Publikum ist zu Advents- und Weihnachtskonzerten eingeladen – am Silvesternachmittag steht Alexandre Balzamo vorm Orchester, der Chef selbst schwingt den Stab dann am Abend sowie in sieben Neujahrskonzerten. Für Grundschüler hat Ekkehard Klemm ein ganz besonderes Konzert kreiert und konzipiert: „Die Abenteuer der Schwimmtonne Berta“ ist ein Kinderprogramm, das anhand einer von Klemm erfundenen Geschichte Musik vom Barock bis heute vorstellt und bei dem die Zuhörer selbst improvisieren dürfen.

Und die Elbland Philharmonie Sachsen wird in den Musiktheaterproduktionen der Landesbühnen Sachsen auch der Spielzeit 2017/18 zu hören sein: zur Premiere von Stephen Sondheims Musical „Company“, Ludger Vollmers Road Opera „Tschick“, Eduard Künnekes „Der Vetter aus Dingsda“ und Gottfried von Einems „Der Besuch der alten Dame“. Das Orchester spielt im Ball d’amour und das musikalische Repertoire der Landesbühnen unter anderem mit „La Traviata“, „Carmen“, „La Cenerentola“, „Zorro“, „Eine Nacht in Venedig“, „Im Weissen Rössl“ und „Hänsel und Gretel“.

Für die Sinfoniekonzerte der Elbland Philharmonie wird regelmäßig 45 Minuten vor Beginn zu Einführungen eingeladen.

www.elbland-philharmonie-sachsen.de

Von Kerstin Leiße

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