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Ärger um Straßenmusik in Dresden: Künstler und Politiker kritisieren die Neuregelung der Stadt

Ärger um Straßenmusik in Dresden: Künstler und Politiker kritisieren die Neuregelung der Stadt

Die neuen Regelungen der Stadtverwaltung für Dresdner Straßenmusiker schlagen hohe Wellen. Vor allem die Gebühren von 25 Euro pro Woche, die die Musiker entrichten sollen, sorgen für Ärger. „Vor allem bei Regenwetter ist es utopisch, so viel Geld überhaupt einzuspielen“, ärgert sich Straßenmusiker Jonathan Fuchs.

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Straßenmusiker Eckehard Horst

Quelle: Dominik Brüggemann

„Eine Summe von 10 Euro pro Woche halte ich noch für vertretbar, aber bei derart hohen Gebühren werden wohl viele Straßenmusiker in Dresden aufgeben.“

Der Gitarrist, der neben Straßenmusik auch in der Band „The Smokkings“ spielt, verdient an guten Tagen bei schönem Wetter auch mal 30 Euro in der Stunde. Doch damit sei keinesfalls zu rechnen. Ingesamt habe der Anteil an Musikern vor allem auf der Prager Straße in der Innenstadt zugenommen, so sein Empfinden. Seltsam findet Johnethen Fuchs das Argument der Stadtverwaltung, Straßenmusik würde teilweise in Lärmbelästigung ausarten. „In den letzten zwei Jahre ist es mir erst zweimal passiert, dass sich Anwohner oder Passanten über die Lautstärke meiner Gitarre beschwert haben“, so der Musiker. Ebenso merkwürdig findet der Gitarrenspieler, dass die Neustadt auf der Liste der erlaubten Orte für Musik auf der Straße gar nicht auftaucht.

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Auch für Straßenmaler gelten strenge Grenzen.

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Auch Musiker und Song-Slam-Organisator Rene Werner ist entsetzt über das neue Regelwerk. „In Dresden gibt es schon keine Proberäume und kaum Auftrittsmöglichkeiten und jetzt muss man auch noch für das musizieren auf der Straße bezahlen. Man hat den Eindruck, der Stadt ist die Entwicklung der lokalen Kulturszene völlig egal.“

Seit dem 27. Mai muss jeder Straßenmusiker in Dresden eine sogenannte Sondernutzungserlaubnis vorweisen. Gespielt werden darf nur noch an bestimmten Stellen in der Stadt. 25 Euro kostet die Sondernutzungsgenehmigung, die in jeder Woche aufs Neue beantragt werden muss, bei CD-Verkauf kommen 2,20 Euro pro Tag hinzu.

Hier dürfen Künstler auftreten: Musiker (PDF, 691 KB), Straßenkünstler (PDF, 291 KB), Straßenmaler (PDF, 262 KB).

Christiane Filius-Jehne, die kulturpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Stadtrat kann die Entscheidung der Stadt nicht nachvollziehen: „Ich habe keine Verständnis dafür, dass die Stadt handstreichartig derartige Veränderungen vornimmt, sondern hätte erwartet, dass der Stadtrat in diese Pläne der Verwaltung einbezogen wird.“ Die Stadträtin setzt sich dafür ein, dass bisherige Regelungen weiterhin gelten. „Zu Dresden als weltoffener Stadt voller Touristen gehört das Flair von Straßenmusik einfach dazu“, so Filius-Jähne.

Als "lebensfremd und bürokratisch" bezeichnet die SPD-Stadträtin Sabine Friedel die neu eingeführte Genehmigungspflicht für Straßenmusik in Dresden. "Diese Regelung ist Unsinn und muss schnellstens wieder abgeschafft werden", so Friedel. Die SPD-Landtagsabgeordnete findet es „peinlich und provinziell“, den Straßenmusikern mit Verboten und Bürokratie zu Leibe zu rücken. Friedel regt an wenn es an einzelnen Orten konkrete Probleme mit Straßenmusikern gibt, dann müssen diese Einzelfälle konkret und vor Ort gelöst werden. „Hier wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen", so Friedel.

Die Dresdner Piraten sehen in dem Regelwerk gar einen Imageschaden für Dresden. „Damit schadet die Verwaltung nicht nur dem Ansehen Dresdens als Touristenmagnet, sondern schränkt ohne ersichtlichen Grund auch die Rechte der Künstler ein“, der Parteivorstand Marcel Ritschel. „Die Stadtverwaltung überschreitet sogar die Sondernutzungssatzung, welche in Straßenkunst überhaupt keine erlaubnispflichtige Nutzung sieht, und schon für die bisherigen Auflagen keine Begründung lieferte.“

Julia Vollmer

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