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Stadtpolitik Zu wenig Geld: Dresdner Sportler gehen auf die Barrikaden – Verwaltung widerspricht
Dresden Stadtpolitik Zu wenig Geld: Dresdner Sportler gehen auf die Barrikaden – Verwaltung widerspricht
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09:26 12.03.2019
Ein Knackpunkt: Das seit Jahren marode Heinz-Steyer-Stadion, dessen Sanierung langsam Fahrt aufnimmt (Aufnahme von 2018). Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Der Stadtsportbund hat die Stadtverwaltung und den Stadtrat aufgefordert, eine realistische Planung zur Sicherung der Sportinfrastruktur vorzulegen und zu beschließen. Obwohl der Verwaltung und der Politik ein Investitionsbedarf von über 300 Millionen Euro für die städtische Sportinfrastruktur bis 2030 bekannt sei, sei der Sport bei der Verteilung der Liquiditätsreserve des städtischen Haushalt 2019/2020 leer ausgegangen.

11,5 Millionen Euro wären allein für Bestandssanierungen nötig

Die Hoffnungen der über 100.000 im Stadtsportbund organisierten Sportler sowie der nicht organisierten sportbegeisterten Dresdner seien mit den Beschlüssen des Stadtrats vom 15. Februar einmal mehr enttäuscht worden, schreiben Stadtsportbund-Präsident Lars Kluger und Geschäftsführer Robert Baumgarten in einem offenen Brief. Der Stadtrat hatte die zusätzlichen Mittel nach dem Zufallsprinzip verteilt, für den Sport reichte das Geld nicht. Fünf Millionen Euro sollten laut einem interfraktionellen Antrag von CDU, FDP und Bürgerfraktion fließen.

Der beschlossene Haushalt 2019/2020 schreibe die Mittel für den Sport weitgehend fort. Für Investitionen seien lediglich zwei Millionen Euro pro Jahr eingeplant, so Kluger und Baumgarten. Die Sanierung des Heinz-Steyer-Stadions sei ein gesamtstädtisches Sonderprojekt. Nach Berechnung der Stadtverwaltung würden bis 2030 jährlich 11,5 Millionen Euro benötigt, um den Bestand der Dresdner Sportstätten zu sanieren. Für notwendige neue Entwicklungen seien 160 Millionen Euro zusätzlich erforderlich.

Im Bereich der Werterhaltung und im konsumtiven Bereich weise der neue Haushalt sogar weniger Geld als der Doppeletat 2017/2018 aus. Normale Kostensteigerungen oder das Mitgliederwachstum seien nicht berücksichtigt worden. Der Umgang mit dem Dresdner Sport sei so nicht hinnehmbar, erklärten der Präsident und der Geschäftsführer des Stadtsportbundes. „Wir fordern die Stadtverwaltung und die Kommunalpolitik auf, die notwendigen Investitionen in Dresdner Sportstätten zur Kenntnis zu nehmen und für eine realistische Finanzierung zu sorgen.“

Fördermittelanträge sind noch offen

Sportbürgermeister Peter Lames (SPD) erklärte, es sei Aufgabe des Stadtsportbundes, für seine Vereine das maximal Mögliche einzufordern. „Trotzdem gilt es, den Blick nach links und rechts nicht zu verlieren.“ Die Landeshauptstadt Dresden habe noch nie vergleichbar viel Geld für die vielfältige Förderung des Sports in den Haushalt verankert wie in den Doppeletats 2019/2020 und 2021/2022. Für das Heinz-Steyer-Stadion stelle die Stadt in den kommenden Jahren 33 Millionen Euro zusätzlich aus Eigenmitteln bereit. „Diese Zahl zu nennen, wäre fair gewesen“, findet Lames.

Sportbürgermeister Dr. Peter Lames. Quelle: Anja Schneider

Zudem stünden noch einmal 2,5 Millionen Euro für die Förderung von Investitionen der Vereine zur Verfügung, die der Stadtsportbund nicht erwähnt habe. Lames verwies auch auf Fördermittelantrag für Investitionsmaßnahmen, für die noch keine Bescheide vorliegen würden. Sollten Fördermittel fließen, werde dies den Eigenanteil der Stadt verringern, diese Einsparungen würden dem Sport erhalten bleiben.

Dass der interfraktionelle Antrag über zusätzliche Mittel aus der Liquiditätsreserve für den Sport vom Stadtrat nicht beschlossen wurde, sei der Tatsache geschuldet, dass sich im Rat keine Mehrheit gefunden habe, die einen Kompromiss über die Verwendung aller zur Verfügung stehenden Mittel schließt, erklärte der Sportbürgermeister.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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