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Stadtpolitik Wer wird Dresdens neuer Bildungsbürgermeister?
Dresden Stadtpolitik Wer wird Dresdens neuer Bildungsbürgermeister?
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15:36 02.02.2016
Letztlich muss die Stelle des Bildungsbürgermeisters erst einmal offiziell ausgeschrieben werden. Dann trudeln die Bewerbungen ein, dann werden Kandidaten zu Vorstellungsrunden eingeladen. Quelle: dpa
Dresden

Stühlerücken im Rathaus: Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) ist nur noch bis zum Jahresende im Amt. Sein Nachfolger Peter Lames (SPD) ist zur Zeit noch Schulbürgermeister und wechselt Anfang 2017 an die Spitze des Finanzressorts. Dafür bekommt Dresden einen neuen Schulbürgermeister. Die CDU hat das Vorschlagsrecht für diesen Posten. CDU-Kreisvorsitzender Christian Hartmann hat das Anforderungsprofil jetzt schon mal festgelegt: „Absoluter Fachmann mit Dresdner Lokalkolorit und landesweiter Ausstrahlung“. Namen nannte Hartmann nicht, das lässt Platz für Spekulationen.

Der Landtagsabgeordnete Patrick Schreiber bringt als Dresdner Lokalkolorit mit und hat die gewünschte landesweite Ausstrahlung. Schulpolitik zählt zu den Sachthemen, die er im Landtag bearbeitet. Außerdem ist Schreiber Mitglied im Jugendhilfeausschuss der Landeshauptstadt. Der entscheidet über die Fachthemen des Bildungsbürgermeisters, der die Aufsicht über den Eigenbetrieb Kindertagesstätten und die Jugendhilfe übernehmen wird.

Schreiber gab sich auf DNN-Anfrage bedeckt: „Die CDU wird einen sehr guten und fachlich qualifizierten Kandidaten nominieren“, erklärte der stellvertretende Kreisvorsitzende. „Ich konzentriere mich derzeit auf meine Aufgaben im Sächsischen Landtag.“

Der CDU-Stadtratsfraktionsvorsitzende Jan Donhauser wird ebenso als Kandidat gehandelt – er ist von Hause aus Pädagoge und arbeitet derzeit im Kultusministerium. Die landesweite Ausstrahlung holte er sich zuvor als Büroleiter des damaligen CDU-Landtagsfraktionsvorsitzenden Steffen Flath. Allerdings: Donhauser selbst hat mehrfach entsprechende Ambitionen bestritten. Außerdem ist er für die Fraktion nahezu unersetzlich, sein Weggang in die Verwaltung würde eine Lücke reißen, die kaum zu füllen wäre.

Roland Wöller war von 2008 bis 2012 Sächsischer Kultusminister und damit landesweit tätig. Dann trat er aus Kritik am bildungspolitischen Kurs der Landesregierung zurück und sucht seitdem als Landtagsabgeordneter nach einer neuen Rolle in der Politik. In Dresden kennt sich Wöller bestens aus, doch vor wenigen Wochen hat er eine neue Aufgabe als Geschäftsführer des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft angenommen. Möglicherweise ist ihm das Amt des Bildungsbürgermeisters eine Nummer zu klein.

Mitunter fällt auch der Name von Thomas Rechentin. Er war von 2003 bis 2007 Beigeordneter im Weißeritzkreis und ist seit 2008 als Abteilungsleiter im Kultusministerium tätig, womit er durchaus über eine landesweite Ausstrahlung verfügt.

Es könnte natürlich auch der große Unbekannte werden – ein den Christdemokraten nahestehender Schulleiter, der sich gleichzeitig an der Spitze eines Fachverbandes engagiert und so landesweit aktiv ist. Oder der Leiter einer Regionalen Bildungsagentur.

Letztlich muss die Stelle des Bildungsbürgermeisters erst einmal offiziell ausgeschrieben werden. Dann trudeln die Bewerbungen ein, dann werden Kandidaten zu Vorstellungsrunden eingeladen – und zwar von allen Fraktionen des Stadtrats. Die CDU-Fraktion kann einen der Kandidaten zur Wahl vorschlagen – aber der ist dann auf eine Mehrheit angewiesen, die die CDU nicht hat. Die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit hatte aber mit den Christdemokraten die Vergabe der Bürgermeisterposten ausgehandelt und dürfte für den CDU-Vorschlag stimmen, falls sie ihn nicht als unwählbar empfinden sollte – was kaum zu erwarten ist.

Thomas Baumann-Hartwig

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