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Wahlsonntag würde in Dresden für Überraschungen sorgen

Sonntagfrage Wahlsonntag würde in Dresden für Überraschungen sorgen

In drei Ländern wird am Sonntag gewählt. Es wird mit erheblichen Verschiebungen im Parteiengefüge gerechnet. Die Sonntagsfrage für das DNN-Barometer zeigt, dass es auch in der Landeshauptstadt Überraschungen geben würden, wenn am Sonntag Wahl für den Stadtrat wäre.

Umfrage „Wenn am Sonntag Stadtratswahl wäre“.

Quelle: Archiv/Fotolia

Dresden. In drei Bundesländern wird am kommenden Sonntag gewählt. Die Wahlforscher rechnen mit beachtlichen Verschiebungen im Parteiengefüge. In Sachsen und Dresden wird nicht gewählt, ein aktuelles DNN-Barometer zeigt aber, dass es auch in der Landeshauptstadt zu Überraschungen kommen würde, wenn am nächsten Sonntag Wahl wäre. Das Institut für Kommunikationswirtschaft der TU Dresden hat dazu im Februar 508 Dresdner befragt. Davon machten 59,2 Prozent Angaben zu ihrer Parteienpräferenz, die übrigen gaben unter anderem an, nicht zur Wahl gehen zu wollen (12,2 Prozent) oder noch unentschieden (20,2 Prozent) zu sein.

Das rot-grün-rote Stadtratsbündnis würde seine Mehrheit verlieren. Brachten es Linke, SPD, Grüne und Piraten bei der Stadtratswahl am 25. Mai 2014 noch auf 52,7 Prozent, kämen sie jetzt lediglich auf 48,4 Prozent. Linken-Stadtchef Jens Matthis hatte diesen Trend zwar kürzlich im DNN-Interview irgendwie im Gespür, ging aber nicht von einem massiven Einbruch aus. Doch der Mehrheitsverlust würde an den Piraten und vor allem an den Linken liegen, die erhebliche Einbußen hinnehmen müssten. Vor zwei Jahren bei der Wahl stimmte jeder fünfte Dresdner (20,9 Prozent) für die Linkspartei. Inzwischen hat sich die Stimmung verändert, jetzt würden nur 13,4 Prozent ihr Kreuz bei den Linken machen, praktisch ein Drittel weniger. Die Piraten würden von 3,3 auf 1,9 Prozent fallen. Beide Parteien bilden im Stadtrat die Fraktion Die Linke. Immerhin würden SPD und Grüne zwar jeweils reichlich zwei Prozentpunkte zulegen, aber die Verluste bei den Linken kann das nicht ausgleichen.

DNN-Barometer zur poltischen Stimmung in Dresden

DNN-Barometer zur poltischen Stimmung in Dresden.

Quelle: Grafik: Eylert

Obwohl CDU-Kreischef Christian Hartmann zwar bisweilen durchblicken lässt, die Unions-Fraktion würde im Stadtrat nicht ausreichend mit eigenen Anträgen wahrgenommen, können auch die Christdemokraten um stolze vier Prozentpunkte zulegen. Sie würden damit die mit Abstand stärkste Fraktion im Stadtrat bleiben.

Den größten Zuwachse würden jedoch die Rechtspopulisten von der Alternative für Deutschland (AfD) erzielen. Sie könnten derzeit ihr Ergebnis von 7,0 Prozent auf 13,3 Prozent steigern. Die Partei, in der man es trotz behindertenfeindlicher Sprüche zum Funktionär bringen kann, wurde kürzlich vom Spiegel als „gefährlich“ eingestuft. Und das nicht nur, weil Führungskräfte von Schüssen auf Flüchtlinge faseln, sondern weil die Partei „den Extremismus salonfähig“ mache. Für den Politikwissenschaftler an der TU-Dresden, Professor Werner Patzelt, sind Pegida und AfD dasselbe, immer mehr Anhänger der islamfeindlichen Bewegung würden AfD wählen. Da ist spannend, ob Pegida-Funktionäre an der eigenen Parteigründung festhalten oder irgendwann auf AfD-Ticket fahren.

Auffällig: 17 Prozent der männlichen Wähler würden AfD wählen, aber nur acht Prozent der weiblichen Wähler. Bei der CDU ist es genau andersherum. 41 Prozent der weiblichen Wähler in Dresden würden Union wählen, aber nur 23 Prozent der Männer.

Von Ingolf Pleil

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