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Stadtpolitik Vorjohann äußert sich zu neuen Vorschlägen um die Parkeisenbahn
Dresden Stadtpolitik Vorjohann äußert sich zu neuen Vorschlägen um die Parkeisenbahn
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13:57 09.03.2018
Die Konsequenzen aus den Missbrauchsfälle bei der Dresdner Parkeisenbahn sind weiterhin umstritten. Quelle: dpa
Dresden

Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann hat mit Zurückhaltung auf den Vorstoß des Freistaats zu Änderungen bei der Parkeisenbahn in Dresden reagiert. „Das sieht mir nach der Abschiebung von Verantwortung aus“, zeigte sich der CDU-Politiker am Donnerstag gegenüber DNN über den Vorschlag zum Wechsel der Zuständigkeit für die Kinder und Jugendlichen verwundert.

Seit dem Bekanntwerden von Missbrauchsfällen bei der Parkeisenbahn wird über die Konsequenzen aus dem Fall diskutiert. In einem Kinderschutzkonzept ist der Einsatz von Sozialpädagogen vorgesehen, um die Arbeit mit den Kindern zu professionalisieren. Bislang sind diese Überlegungen aber noch nicht besonders weit vorangekommen.

Im Gespräch mit den DNN forderte Christian Striefler, Geschäftsführer der „Schlösse, Burgen und Gärten“-gGmbH des Freistaats, weitreichendere Reformen rund um die Bahn. „Kinder und Jugendarbeit gehört nicht zu den Kernkompetenz der Schlösser-GmbH“, erklärte er. „Wer die Kompetenz hat, sollte auch die Verantwortung tragen.“ Es sei nicht Aufgabe einer staatlichen Schlösserverwaltung, die sich um Museen und Pflege historischer Gärten kümmere, für Kinderbetreuung zuständig zu sein. Diese Frage sei für ihn „der Kern der Sache“.

Stiefler: Wer Kompetenz hat, soll auch Verantwortung tragen

Bislang unterstützt der Parkeisenbahnverein mit seiner Arbeit die Schlösser-GmbH als Betreiber der Bahn. Die Verantwortung für die Kinder und Jugendlichen liegt aber bei der GmbH.

Striefler spricht von einer „erheblichen Bedeutung“ der Parkeisenbahn für Dresden, die mit 220 Kindern- und Jugendlichen zu den größten Jugend-Projekten in der Stadt gehöre und deutschlandweit einmalig sei. Ihm liege daran, dass die große Tradition weitergeführt werden kann. Für die Kinder- und Jugendarbeit seien bundesweit jedoch grundsätzlich die Kommunen zuständig.

Die Schlösser-GmbH will weiter die die Bahn betreiben. Um die Kinder und Jugendlichen soll sich aber aus Stieflers Sicht ein freier Träger in Abstimmung mit der Stadt kümmern. Details könnten in Gesprächen geklärt werden. Dann werde sich auch eine Lösung für die Finanzierung finden.

Vorjohann: Freistaat muss sich der Situation stellen

Vorjohann bleibt allerdings sehr zurückhaltend. Er erkenne zwar an, dass der Schlösser-Betrieb keine Kernkompetenz in Kinder- und Jugendarbeit habe. „Die Situation ist aber nun einmal so, dem muss sich der Freistaat stellen“, sagte der Bildungsbürgermeister. Das Land habe sich auch keine Kernkompetenz in Porzellan und betreibe trotzdem eine Manufaktur in Meißen. Für Vorjohann „sieht es daher komisch aus“, wenn der Freistaat mit diesem Ansinnen auf die Stadt zukomme. Er will nun zunächst abwarten, was der Jugendhilfeausschuss der Stadt entscheidet. Dort wird derzeit über die Einrichtung der Stellen für Sozialpädagogen diskutiert. Nach gegenwärtigem Stand soll es eine Ausschreibung dafür geben, bei der sich freie Träger bewerben können. Die Sozialpädagogen müssten jedoch Bildungsaufgaben übernehmen, ihre Tätigkeit dürfe nicht aus Kontrollaufgaben bestehen. Das sei mit Geldern der Jugendhilfe nicht förderfähig. Zur Finanzierung der Stellen will der Ausschuss die Schlösser-GmbH ins Boot holen.

Von Ingolf Pleil

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