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Vonovia-Pläne sorgen für Beinahe-Eklat bei Rot-Grün-Rot

Stadtrat Vonovia-Pläne sorgen für Beinahe-Eklat bei Rot-Grün-Rot

Im Streit um die geplanten Neubauten der Vonovia-Wohnungsgesellschaft zwischen Grunaer und Seidnitzer Straße ist es fast zum Eklat innerhalb der rot-grün-roten Koalition im Stadtrat gekommen. "Ihr Linkspopulismus, Herr Schollbach, geht uns auf den Senkel“, sagte der sichtlich erboste Johannes Lichdi.

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Architekt Zander stellt das Projekt vor
 

Quelle: hw

Dresden. Die linke Kooperation bröckelt: Im Streit um die geplanten Neubauten der Vonovia-Wohnungsgesellschaft zwischen Grunaer und Seidnitzer Straße ist es fast zum Eklat innerhalb der rot-grün-roten Koalition im Stadtrat gekommen. „Mir liegt viel an unserer Kooperation. Aber ihr Linkspopulismus, Herr Schollbach, geht uns auf den Senkel“, sagte – sichtlich erbost und mit viel Applaus aus dem Plenum – Grünen-Stadtrat Johannes Lichdi an die Adresse des Linke-Fraktionsvorsitzenden André Schollbach. „Sie streuen den Bürgern nur Sand in die Augen und tun so, als ob Sie den Anwohnern mit einem Bebauungsplan irgendwie helfen würden.“

Zuvor hatte die Linke den Investor Vonovia – Erbe der ehemaligen Dresdner Woba – scharf angegriffen: Das Unternehmen verschandele mit seinen Plänen ein intaktes Wohngebiet, setze für einfache Menschen unbezahlbare Bauten in die Hinterhöfe der Anwohner und verdunkele deren Wohnungen, kritisierten Schollbach und sein Fraktionskollege Tilo Wirtz. Wenn die neuen Häuser innerhalb des bereits bestehenden Karrees aus den 1950ern Jahren gebaut werden, dann „rücken die Fassaden dort bis auf zehn oder 15 Meter zusammen“, kritisierte Wirtz. „Dann wird es in den unteren Etagen richtig dunkel.“ Zudem sei mit zusätzlichen Verkehrsbelastungen im Viertel zu rechnen, wenn dort weitere Menschen einziehen.

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Beide Linkspolitiker attackierten zudem Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) heftig – und auch dies verärgerte den Koalitionspartner stark: Der Bürgermeister habe kurz vor einer Beratung im Stadtrat das De-facto-Baurecht noch schnell „rausgepfeffert“. Denn die Linke wollte und will ein förmliches Bebauungsplan-Verfahren starten, um das Vorhaben zu stoppen oder zumindest noch Veränderungen an den geplanten Häusern zu erreichen. Allerdings, und darauf wiesen nicht nur die CDU, sondern auch die Koalitionspartner hin: Ist Baurecht einmal erteilt, kann auch ein B-Plan daran nichts mehr ändern. Insofern mache die Linke mit ihrem Vorstoß den Anwohnern nur falsche Hoffnungen.

Nun läuft voraussichtlich alles darauf hinaus, dass die Vonovia die geplanten rund 100 Wohnungen zwischen Grunaer und Seidnitzer Straße bauen kann, aber Kompromisse eingehen muss. So sagte der beauftragte Architekt Jens Heinrich Zander im Namen des Investors zu, einen Mediator zu berufen: Ein neutraler Streitschlichter soll im Konflikt zwischen der Vonovia und den Anwohnern vermitteln und die Probleme Punkt für Punkt auszuräumen versuchen.

Am Ende votierte eine breite Mehrheit des Stadtrates für diese Kompromisslinie. CDU, SPD und Grüne stimmten in seltener Einigkeit gegen die Wünsche der Linken. Einigen konnten sich die Koalitionäre aber auf die Formel, dass ein langfristiger Bebauungsplan für das gesamte Gebiet zwischen St. Petersburger, Grunaer, Seidnitzer und Güntzstraße aufgestellt werden soll mit dem Ziel einer „geordneten Nachverdichtung unter der Prämisse des Erhalts und des Schutzes von Grünflächen in den Innenhöfen“.

Die aktuellen Vonovia-Pläne für das Karree an der Grunaer Straße wird diese langfristige Planung aber nicht stoppen. „Wir können einfach nicht gegen Wohnungsbau stimmen“, betonte Hendrik Stalmann-Fischer (SPD). „Wir sind froh, dass die Vonovia hier investiert.“ Ähnlich äußerte sich der gescholtene Baubürgermeister: Laut allen Prognosen werde Dresden in den nächsten Jahren um weitere 30 000 Einwohner wachsen, die dann irgendwo wohnen wollen. „Da müssen wir handeln. Eine Nachverdichtung existierender Wohngebiete ist dafür ein erwünschter Weg.“

Von Heiko Weckbrodt

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