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Stadtpolitik Verwaltung in Dresden soll sich mehr um Seniorenbildung kümmern
Dresden Stadtpolitik Verwaltung in Dresden soll sich mehr um Seniorenbildung kümmern
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10:46 11.10.2018
Nach Ansicht der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit wird in Dresden noch zu wenig für die Seniorenbildung getan. Quelle: DNN
Dresden

In Dresden waren Ende Juni 26,9 Prozent der Bevölkerung 60 Jahre und älter. Das sind fast 140000 Menschen, jeder vierte der knapp 560000 Einwohner der Stadt. Eine große Gruppe – doch wenn es um Bildungsangebote geht, hat die Stadt bislang nichts Angemessenes zu bieten. Zu dieser Diagnose kommen die Fachpolitiker der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit und fordern Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) zum Handeln auf.

„Seniorenbildung ist bislang eine große Fehlstelle“, kritisiert Dana Frohwieser, Fraktionschefin und Bildungspolitikerin der SPD im Stadtrat, die Verwaltung. Es gebe zwar viele kleine Angebote von der Volkshochschule oder privaten Anbietern. „Eine Konzeption für diesen Bereich gibt es aber bislang nicht“, fügt Frohwieser hinzu. „Die Senioren sind fit und wollen selbst entscheiden, was gebraucht wird“, ergänzt Ulrike Caspary von den Grünen. Im Bildungsbeirat sei das Thema mehrfach angesprochen worden, sagte Anja Apel. „Leider wird der Beirat von der Verwaltung nicht besonders wertgeschätzt“, meint die Linken-Politikerin. Bei Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) herrsche eine veraltete Sichtweise. Seniorenbildung sei keine im Sozialen zu verankernde Altenhilfe. Deshalb wollen SPD, Grüne und Linke nun mit einem gemeinsamen Antrag im Stadtrat „ein ämterübergreifendes Denken in der Verwaltung anstoßen“.

Senioren müssen beteiligt werden

Der Oberbürgermeister soll damit beauftragt werden, bis Ende Mai 2019 in Zusammenarbeit mit den Geschäftsbereichen Kultur, Soziales und Bildung der Verwaltung ein Gesamtkonzept „Lebenslanges Lernen“ vorzulegen. Das soll sich zwar mit der Bildung für alle Altersstufen, aber eben insbesondere „mit dem Blick auf Seniorinnen und Senioren befassen“. Ausgangspunkt dafür soll eine Analyse des derzeitigen Standes sowie eine „umfassende quantitative und qualitative Bedarfs- sowie Ressourcen- und Fehstellenanalyse“ sein. Damit soll auch an das 2014 beschlossene Handlungskonzept Bildung angeknüpft werden, dass sich vorrangig der Bildung von Kindern und Jugendlichen widme.

An der Entwicklung des Konzepts seien die Senioren beispielsweise durch die Einbeziehung des Seniorenbeirats zu beteiligen. Außerdem müssten die ganz unterschiedlichen Bedingungen in den Sozialräumen berücksichtigt werden. Die Bevölkerung sei in den Stadtteilen genauso unterschiedlich zusammengesetzt wie die gegenwärtigen Angebote.

Vor alle sollte sich die Verwaltung aber auf die Arbeit des Bildungsbeirates stützen. Dort säßen vielbeschäftigte Leute beisammen und würden über die Entwicklung der Stadt nachdenken. „Es ist ärgerlich wie die Stadt mit dem Beirat umgeht“, erklärte Apel. Obwohl die vierteljährlichen Sitzungen öffentlich seien, dürfe der Beirat nicht mit Pressemitteilungen oder im Ratsinfosystem der Verwaltung über seine Arbeit informieren. In dem Gremium sitzen Vertreter Eltern, Schülern und Wissenschaft sowie Bildungsanbietern und Netzwerken. Die nächste Tagung sei für den 5. Dezember, 16.30 Uhr im Ratssaal des Rathauses angesetzt. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem der Umgang mit Schulverweigerung und dem Fachkräftemangel in Dresden.

„Seniorenbildung haben auch gesundheitspolitische Wirkungen“, unterstrich Frohwieser die Bedeutung des Anliegens. Bei der Bildung gehe es um Lebensqualität und Lebensperspektive. „Sie stellt einen Schutzfaktor im Alter, auch mit Blick auf Gesundheit und Pflege, dar“, heißt es im Antrag, den der Stadtrat möglichst bis Ende des Jahres beschließen soll.

Von Ingolf Pleil

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