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Stadtpolitik Umweltamt-Leiter Christian Korndörfer: Innerstädtischer Hochwasserschutz funktionierte
Dresden Stadtpolitik Umweltamt-Leiter Christian Korndörfer: Innerstädtischer Hochwasserschutz funktionierte
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18:05 09.09.2015
Christian Korndörfer Quelle: Stephan Klingbeil
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Auch Dresden hat davon profitiert. In Sachsen ist man laut Umweltministerium heute besser gewappnet als 2002. Wie es mit dem Hochwasserschutz in der Landeshauptstadt aussieht, wo die Elbe weiterhin steigt, erklärte der Leiter des Dresdner Umweltamts, Christian Korndörfer, im DNN-Interview.

Frage: Herr Korndörfer, welche Flutschutzprojekte wurden seit 2002 in Dresden auf den Weg gebracht?

Christian Korndörfer: Das waren eine Menge. Dabei hat der Freistaat bereits 16 Millionen Euro in den Hochwasserschutz in Innenstadt, Wilsdruffer Vorstadt und Friedrichstadt für Verschlussanlagen, Fluttore und Hochwasserschutzmauern investiert. Rechts der Elbe sind in Pieschen, Mickten und Kaditz Maßnahmen teilweise fertig. In Stetzsch, Gohlis, Cossebaude ebenfalls. Für die Maßnahmen an der Weißeritz, wo das Flussbett bereits teils erweitert worden ist, zahlt der Freistaat den Großteil der zwölf Millionen Euro.

Und welche Summen hat die Stadt in den Hochwasserschutz gesteckt?

Die Stadt hat in den Ausbau von Brücken und Flussbett seither 36 Millionen Euro ausgegeben. Für den Hochwasserschutz in der Innenstadt wurden seither 13 Millionen Euro ausgegeben. Genauso viel hat das neue Pumpwasserwerk Johannstadt gekostet, das sich im übrigen bisher sehr bewährt hat.

Inwiefern hat es sich bewährt?

Wenn es regnet, muss das Wasser dort raus. Das Pumpwasserwerk ist seit Sonnabend in Betrieb. Es sorgt dafür, dass die Kanäle im geschützten Stadtgebiet nicht überstrapaziert werden. Es hat bisher alles so funktioniert.

Hat der Hochwasserschutz auch bei den Maßnahmen der Stadt an den kleineren, so genannten "Gewässern zweiten Grades funktioniert? So etwa an Koitzschgraben und Kaitzbach, die Dresden größtenteils selbst stemmen muss?

Beim Kaitzbach, der über Mockritz gen Elbe fließt, hat das Umweltamt nicht für eine stark befestigte Trogbauweise des Flussbettes wie bei der Weißeritz entschieden, sondern für sanfte und begrünte Dämme und Räume für Flora und Fauna. Beim Koitzschgraben wurde der Bach in Strehlen zum innerstädtischen Biotop umgestaltet.Die fast 26 Millionen Euro, die Dresden in die innerstädtischen Gewässer für den Flutschutz seit 2002 investiert hat, waren gut angelegt. Bäche wurden ordnungsgemäß geleert, alle Regenrückhalteanlagen haben funktioniert.

Die Weißeritz hat gestern auch nur teilweise Flächen überschwemmt, der Pegel ging seit Montagmittag immer mehr zurück. Welchen Einfluss hatten die Ausbaumaßnahmen dort?

Die Ausbaumaßnahmen an der Weißeritz zum Flut- schutz haben großen Anteil. Es lag aber auch an dem Zusammenspiel mit den Talsperren, die mit Ausnahme der Malter stand gehalten haben. Hier ist die Landestalsperrenverwaltung souverän geblieben.

Im Osten Dresdens gab es gestern erneut Evakuierungen, weil die steigende Elbe für Überschwemmungen sorgte. Wie steht es um den Hochwasserschutz dort?

Dort gab es den Vorschlag, mobile Schutzmauern zu errichten. Doch die Laubegaster und andere Anwohner hatten diese machbaren Maßnahmen strikt abgelehnt. Nach den Erfahrungen aus dem jetzigen Hochwasser wird man sicher noch einmal über diese Strategie nachdenken müssen. Das Problem ist, damals hätten wir Geld vom Freistaat bekommen. Ob das jetzt der Fall sein würde, ist ungewiss.

Ist denn schon gewiss, wann der Pegel der Elbe in Dresden wieder sinkt?

An der Elbe wirkt sich derzeit positiv aus, dass in Tschechien die bestehenden Polder und Rückhaltebecken weitestgehend erhalten geblieben sind. Der Scheitel dürfte überschritten sein in Tschechien. Das Hochwasser dürfte so als 50-Jähriges eingestuft werden.

Steigt der Elbepegel, steigt auch der Grundwasserspiegel. Wo sind derzeit die Schwerpunkte in Dresden?

Vor allem Gebiete in Ufernähe. So in Gohlis oder in Laubegast. An allen Messpunkten sind höhere Grundwasserstände verzeichnet. Bei einem Viertel sind sie ein Meter höher, als sie jetzt sein sollten. Bei einem Viertel sind sie zwei Meter höher als üblich.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.06.2013

Stephan Klingbeil

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