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Stadtpolitik Trotz Streit um MK 1 am Wiener Platz – Perspektive für Busbahnhof
Dresden Stadtpolitik Trotz Streit um MK 1 am Wiener Platz – Perspektive für Busbahnhof
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11:16 31.08.2016
   Quelle: dpa
Dresden

 Der Verkauf des Quartiers MK 1 am Wiener Platz ist perfekt, da wallt nochmal Streit zwischen rot-grün-roter Stadtratsmehrheit und CDU auf. Doch trotz der Auseinandersetzung, bietet die Entscheidung auch eine Perspektive für den geplanten zentralen Busbahnhof.

Wie berichtet, hatte der Finanzausschuss am Montag Abend mit nur einer Enthaltung für den Verkauf der Fläche in der Nähe des Hauptbahnhofs an den Investor Peter Simmel gestimmt. Der baupolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Gunter Thiele, begrüßt diese Entscheidung. Der Investor wolle dort ein Gebäude für einen EDEKA-Einkaufsmarkt und weitere Einrichtungen und Büros errichten und etwa 30 Millionen Euro investieren. Der Verkaufsentscheidung vorausgegangen sei jedoch eine monatelange Verzögerung durch die rot-rot-grüne Stadtratsmehrheit in den Ausschüssen. Thiele sprach von der „überzogenen Forderung von RRG“, dem Investor schon vor dem eigentlichen Grundstücksverkauf konkrete Baupläne samt deren Vorstellung abzuverlangen, obwohl er noch gar keine Sicherheit hatte, den Zuschlag für das Grundstück überhaupt zu erhalten. Solch ein Vorgehen lässt sich nur als „weltfremd und investorenfeindlich“ bezeichnen. Die konkrete Gebäude- und Fassadenplanung hätte schließlich auch problemlos im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens erfolgen können. Es gehe um eine Fläche zwischen einer vierspurigen Straße und Straßenbahngleisen und nicht um den Neumarkt, sagte Thiele gegenüber DNN.

Dem widersprach auf DNN-Anfrage der Baupolitiker der Grünen, Thomas Löser. „Mich ärgert diese unbegründete Kritik. Mit ihrer Politik des Durchwinkens, egal was, hat uns die CDU in den letzten 25 Jahren genug Bausünden beschert“, erklärte Löser. Es habe zunächst kaum Entscheidung zu dem Projekt gegeben. Daher habe die Stadtratsmehrheit von Linken, Grünen und SPD auf detaillierteren Angaben bestanden, was der Investor genau vor hat. „Es geht um den Abschluss des Wiener Platzes, die Fläche ist für Bahnreisende auch eine Art Eingangstor zu Dresden“, sagte der Grünen-Politiker. „Auch der CDU kann doch nicht egal sein, was dort hingebaut wird.“ Es habe auch keine Zeitdruck gegeben. Es gebe keine Unterversorgung in dem Stadtgebiet. Damit ist Löser bei seinen Bedenken rund um das Projekt. Aufgrund der seit den 90er Jahren geltenden Bebauungspläne mit überdimensionierten Optionen für Verkaufsfläche, sind für den Investor tausende Quadratmeter Handel möglich. Den Bedarf dafür sieht Löser aber nicht und befürchtet Konkurrenz zur Prager Straße und zum Hauptbahnhof. Etwas besser könnte es laufen, wenn auf einer nahegelegenen Fläche auch der seit langem geplante zentrale Busbahnhof entstehen würde. Das wird derzeit allerdings noch diskutiert, mehrere Standorte befinden sich in der Prüfung.

 Dafür kann sich auch CDU-Mann Thiele erwärmen. Der MK1-Verkauf runde den Wiener Platz auch an der westlichen Grenze ab und ermögliche eine weitere Entwicklung an dieser Stelle, wie beispielsweise den Bau des „dringend notwendigen Zentralen Busbahnhofes.“ Denkbar sei, dass Einrichtungen des Bahnhofs im Simmel-Komplex untergebracht werden könnten und beide Seiten profitieren.

Von Ingolf Pleil

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