Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Stadtpolitik Streit um Mehrkosten für Unischule in Dresden
Dresden Stadtpolitik Streit um Mehrkosten für Unischule in Dresden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:28 16.08.2018
Symbolfoto. Quelle: dpa
Dresden

Die Stadt Dresden rechnet bei der Universitätsschule mit erheblichen Mehrkosten. Wie aus einer Vorlage von Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) für den Stadtrat hervorgeht, erwartet die Verwaltung für den Schulversuch zusätzliche Ausgaben vor allem im Bereich Digitalisierung und Ganztagsbetreuung.

Die Universitätsschule soll im Schuljahr 2019/20 auf der Cämmerswalder Straße starten und in einem Grund- und einem Oberschulbereich neue Formen des Lehrens und Lernens erforschen. Ein erster Startversuch in diesem Jahr war gescheitert.

Stadt: Unischule konzeptionell teurer

Die Verwaltung schlägt den Stadträten jetzt vor, ihre bisherigen Beschlüsse aufzuheben, wonach die kommunale Finanzausstattung der Universitätsschule „auf die durchschnittliche Höhe vergleichbarer Schulen festgeschrieben“ wird. Die Unischule sei aus konzeptionellen Gründen teurer. So soll jeder Schüler und jeder Lehrer über einen mobilen Computer (Notebook mit Touchscreen) verfügen. Da diese Technik auch zum Kern der Schulorganisation gehören soll, sieht die Verwaltung deutlichen Mehrbedarf für die Netzinfrastruktur (Anbindung des Schulstandorts, internes pädagogisches Netz, WLAN), die Wartung der Mobilgeräte und schließlich für die Programmlizenzen. Statt 7000 Euro würden hier jährlich 21000 Euro benötigt.

Keine Einnahmen aus Hortgebühren oder Kita-Pauschale

Die Stadt rechnet zudem mit Ausgaben für hortähnliche Betreuungselemente. Einen regulären Hort gibt es aber nicht, weil die Unischule eine Ganztagsschule ist. Damit gibt es auch keine Einnahme für die Stadt aus Elternbeiträgen und Landeszuschüssen. Die Stadt will mit ihren sonst üblichen Anteil an Hortkosten der Unischule Personal finanzieren. Grob gerundet wäre das ein Drittel des üblichen Personaleinsatzes in Horten. Die Stadt hofft, dass das Land mit seiner Kita-Pauschale ähnlich verfährt. Insgesamt rechnet die Stadt im Kalenderjahr 2019 mit Mehrausgaben für die Universitätsschule von 314000 Euro, die sich über 2020 (411000 Euro), 2021 (541000 Euro) bis 2024 auf 844000 Euro erhöhen.

CDU: Universität muss sich beteiligen

Für Heike Ahnert (CDU) ist das nicht hinnehmbar. „Wir haben von Anfang an darauf hingewiesen, dass es zu Mehrkosten kommen wird, die aber nicht an der Stadt hängen bleiben dürfen“, erklärte sie auf Anfrage. Daher habe sich die CDU auch gegen die kommunale Trägerschaft und für die Suche nach einem freien Träger ausgesprochen. Die jetzigen Mehrkosten seien keine Überraschung. „Wir werden das nicht mittragen.“ Die Universität müsse sich an den Kosten beteiligen.

SPD: Vorlage ist „unausgegoren“

Die Bildungspolitikerin der SPD im Stadtrat, Fraktionschefin Dana Frohwieser, kritisiert die Darstellung der Stadt dagegen als „unausgegorene Vorlage“. So bleibe die Frage offen, ob die Unischule überhaupt elektronische Tafeln (interaktive Whiteboards) haben will, wenn alle Schüler Laptops besitzen und welche Einsparungen die Stadt durch den Wegfall von Arbeitsheften und ähnlichem erziele und welche Auswirkungen Mietmodelle für die Technik hätten. Die Vorlage lasse auch offen, ob es der Universität über Drittmittel oder Fördergelder möglich sein sollte, einen Beitrag für die technische Ausstattung zu leisten. Frohwieser verwies darauf, dass in den bisherigen Stadtratsbeschlüssen keine höheren Ausgaben als in „vergleichbaren“ Schulen vorgesehen sind. Messlatte für den Vergleich könne da auch die Digitalisierung an der Unischule sein. Alle anderen Schulen sollten dann auf dieses Niveau angehoben werden, damit sie „endlich“ in der digitalen Mediengesellschaft ankommen.

Sowohl der Freistaat als auch die Universität hatten Anfang des Jahres eine Beteiligung an Sachkosten der Unischule abgelehnt. Dies sei grundsätzlich Sache der Stadt als Schulträger, hieß es.

Von Ingolf Pleil

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Stadtpolitik Dresdner CDU-Landtagsabgeordnete orientiert sich neu - Aline Fiedler verzichtet auf Kandidatur

Die Dresdner CDU braucht neues Personal für die Landtagswahl im nächsten Jahr. Am Dienstag erklärte Landtagsabgeordnete Aline Fiedler ihren Verzicht auf eine erneute Kandidatur. Die 42-Jährige will sich beruflich neu orientieren.

14.08.2018

Bislang entscheidet die Stadtverwaltung oder der Stadtrat allein, ob eine Bürgerbeteiligung zu einem Thema durchgeführt wird. Und das beschränkt sich, so die Grünen, dann meist auf eine Infoveranstaltung. Ein rot-grüner Antrag will das nun ändern.

13.08.2018

Es sollte eine historische Entscheidung werden, inzwischen ist es eine Zitterpartie für die rot-grün-rote Kooperation: Im Stadtrat soll Ende August erneut über die Direktwahl von Ortsbeiräten entschieden werden. Es könnte turbulent werden.

11.08.2018