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Stadtpolitik Stadtweite Einkaufssonntage sind Geschichte - Stadtratsmehrheit will Tage der Arbeitsruhe
Dresden Stadtpolitik Stadtweite Einkaufssonntage sind Geschichte - Stadtratsmehrheit will Tage der Arbeitsruhe
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17:21 09.09.2015
Zentrale verkaufsoffene Sonntage wird es in Dresden nicht mehr geben. Quelle: Inga Kjer/Illustration
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Außerdem stimmte RGR für einen Einkaufssonntag am 6. Dezember aus Anlass des Striezelmarktes, der aber auf die Innenstadt beschränkt bleiben soll.

André Schollbach, Fraktionsvorsitzender Die Linke, erklärte, RGR wolle den verfassungsrechtlich geschützten Sonntag in Dresden wieder zu einem Tag der Arbeitsruhe und seelischen Erhebung machen, wie es schon im Reichsgesetz von 1919 stand. „Es braucht eines Tages der Entschleunigung, der nicht vom Kommerz geprägt wird, sondern der Familie gehört." Für Profitinteressen und Kommerz müsse es Grenzen geben. „Wir korrigieren eine Fehlentwicklung", so Schollbach.

Steffen Kaden (CDU) erklärte, die Pläne von RGR führten zu einer Ungleichbehandlung. Während die Händler in Chemnitz und Leipzig an vier Sonntagen öffnen dürften, könne der Elbepark gar nicht mehr Sonntagsöffnungszeiten nutzen, obwohl dies das sächsische Ladenschlussgesetz zulasse. „Die uns gegebene Freiheit wird wegreguliert zum Nachteil Dresdens", so Kaden. Holger Zastrow erklärte: „Die Leute kaufen trotzdem ein. Sie geben ihr Geld nur nicht in Dresden aus."

Das sah SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Lames anders. RGR mache Politik für Menschen, die keine Lobby hätten. „Wir wollen, dass die Verkäuferinnen die Sonntage zu Hause verbringen können." Vielleicht könne sich aus der Abschaffung der Einkaufssonntage ein Dresdner Weg entwickeln, so Lames. Thomas Löser (Die Grünen) erklärte, für seine Partei stünde nicht der Markt im Mittelpunkt. „Wir machen Politik für die Menschen. Wir sind keine Verbotspartei, wir sind eine Wertepartei." 35 Stadträte stimmten für die Abschaffung der Einkaufssonntage, 27 dagegen, drei enthielten sich der Stimme.

Citymanagement Jürgen Wolf äußerte sich enttäuscht über den Beschluss. Der Dresdner Einzelhandel sei der erste Kollateralschaden von RGR. Wenn die Kooperation ein Minimalverständnis für den Handel aufbringen würde, hätte sie zumindest für zwei stadtweite Einkaufssonntage gestimmt. „Oder sie wäre wenigstens vom 6. Dezember auf den weitaus wichtigeren vierten Advent umgeschwenkt", so Wolf. Dogmatisch verordnete Sonntagsruhe gehöre nicht zu den Zukunftskonzepten für Dresden.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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