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Stadtpolitik Stadtratsmehrheit sieht Erfolge bei Kostendämpfung in der Dresdner Jugendhilfe
Dresden Stadtpolitik Stadtratsmehrheit sieht Erfolge bei Kostendämpfung in der Dresdner Jugendhilfe
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07:49 06.12.2017
Die Ausgaben für die sogenannten Hilfen zur Erziehung für Jugendliche in problematischen Lebenslagen werden möglicherweise in diesem Jahr nicht den geplanten Rahmen sprengen.  Quelle: dpa
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Dresden

 Vorsichtige Freude bei der Stadtratsmehrheit: Die Ausgaben für die sogenannten Hilfen zur Erziehung für Jugendliche in problematischen Lebenslagen werden möglicherweise in diesem Jahr nicht den geplanten Rahmen sprengen. Das kündigte Jugendamtsleiter Claus Lippmann jetzt an. Nach seinen Angaben würden die im Haushalt der Stadt vorgesehenen Ausgaben von 77,6 Millionen Euro ausreichen, ein Defizit drohe in diesem Jahr offenbar nicht.

Die Planung lag mit fast 78 Millionen Euro allerdings auch deutlich über der von 2016 (69,6 Millionen) – dabei sind die vom Land zu erstattenden Ausgaben für unbegleitete ausländische Minderjährige (schätzungsweise etwas weniger als 18 Millionen Euro) nicht einmal enthalten. Der Planzuwachs hat laut Stadt dem langjährigen Trend der Kostensteigerungen bei den Erziehungshilfen entsprochen. Neben dem „Nachholeffekt“ gegenüber westdeutschen Großstädten argumentierte die Stadt dabei auch mit dem Bevölkerungswachstum.

In den Vorjahren wurden aber die ohnehin geplanten Steigerungen von der tatsächlichen Entwicklung noch in Millionenhöhe übertroffen. So wurden 2015 nach den Angaben der Stadt Ausgaben von 62,2 Millionen Euro geplant, schließlich aber 66,6 Millionen ausgegeben. 2013 waren 43 Millionen geplant, 50 Millionen wurden jedoch fällig.

Die aktuellen Zahlen können als Silberstreif am Horizont interpretiert werden, ob ein nachhaltiger Trend dahinter steckt, bleibt abzuwarten. Rot-Grün-Rot führte die Entwicklung auf die seit 2014 geänderte Förderpolitik in der Jugendhilfe zurück. So seien präventive Angebote gestärkt worden, „um teure Maßnahmen in den Hilfen zur Erziehung im Idealfall gar nicht erst anwenden zu müssen“, erklärten gestern Vertreter von SPD, Grünen und Linken übereinstimmend. Die Stadtratsmehrheit habe für die Jahre 2017 und 2018 insgesamt 9,6 Millionen Euro mehr für die Jugendhilfe eingeplant als von der Verwaltung vorgesehen, erläuterte Tina Siebeneicher von den Grünen. Die damit finanzierten Angebote stünden allen Jugendlichen in der Stadt zur Verfügung. Mit den Hilfen zur Erziehung werde dagegen versucht, die Probleme bei einzelnen Kindern zu beheben. Könne hier der Ausgabenzuwachs gebremst werden, seien die Investitionen in die allgemeinen Jugendhilfe-Angebote „gut angelegtes Geld“. Als „erfreulich“ bezeichnete auch Tilo Kießling (Linke) die Entwicklung, die er noch „nicht überbewerten“ wollte. Jeder Fall an Erziehungshilfen, der nicht entsteht, sei ein Fall weniger an „Leid, Belastungen und eingeschränkten Lebenschancen“.

Rot-Grün-Rot will die Förderpolitik noch stärker auf Prävention ausrichten. Dazu hat die Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit ein Gutachten vorgelegt. Die im Auftrag der Stadt entstandene Studie schlägt unter anderem vor, Pieschen, Leuben und Plauen/Lockwitz als Modellregionen zu behandeln. Hier sollen Sozialraumkoordinatoren sowie Kinder- und Familienzentren (KiFaZ) die Vision von der Hilfe aus einer Hand auf niedrigschwelligem Niveau umsetzen. Später könnte dies auf ganz Dresden ausgedehnt werden. Kießling geht davon aus, dass die Zentren im Frühjahr 2018 ausgeschrieben werden und Mitte des Jahres starten könnten.

Die Daten der letzten Jahre zeigen jedoch auch, dass schon 2016 die tatsächlichen Ausgaben (66,7 Millionen Euro) hinter der Planung zurückblieben. Und Lippmann nennt neben den präventiven Angeboten als Grund auch eine bessere Personalausstattung der Verwaltung (ASD), wodurch die Fallbearbeitung verbessert werden konnte. Eine genaue Analyse erfolge 2018.

Von Ingolf Pleil

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