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Stadtpolitik Stadtratsfraktionen legen Änderungspläne für Schulstandort in Dresden auf den Tisch
Dresden Stadtpolitik Stadtratsfraktionen legen Änderungspläne für Schulstandort in Dresden auf den Tisch
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10:00 22.12.2017
In Pieschen entsteht an der Gehestraße gerade ein neuer Schulcampus. Er ist ein wichtiger Baustein im Mosaik für die künftige Schulentwicklung der Stadt, weil er unter anderem als Auslagerungsstandort für das Gymnasium Klotzsche dienen soll, während dessen Standort saniert wird. Quelle: Archiv/Anja Schneider
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Dresden

Mit einem ganzen Bündel an gemeinsamen Änderungsvorschlägen gehen die Stadtratsfraktionen von Grünen, SPD und Linken sowie der CDU in die letzten Beratungen zum Schulnetzplan. Im Januar soll die künftige Struktur für die Schulen in Dresden beschlossen werden. An vielen Stellen soll die Stadtverwaltung zunächst Vorschläge prüfen, die Auswirkungen der jüngsten Schülerzahlprognosen sind teilweise noch offen. Die DNN analysieren die Vorschläge, die am Donnerstag die Bildungspolitikerinnen Dana Frohwieser (SPD), Anja Apel (Linke) und Ulrike Caspary (Grüne) für die Mehrheitskooperation im Stadtrat sowie Heike Ahnert für die CDU vorgelegt haben und sagen wo Einigkeit besteht und wo noch gestritten wird.

Es sei gar nicht so schwer gewesen, sich in vielen Fragen zu einigen. Hieß es unisono. Rot-Grün-Rot hatte bereits erklärt, dass im Stadtgebiet fünf neue Grundschulstandorte nötig seien. Nähere Angaben, wie viele zusätzliche Klassenzüge beispielsweise die Kooperation für notwendig erachtet oder welche Kosten durch die Änderungswünsche ausgelöst würden, machten die Parteien nicht. Dies sei nicht ohne Weiteres möglich, da sich viele Maßnahmen auf unterschiedliche Zeiträume beziehen würden oder die Verwaltung zunächst Berechnungen anstellen müsse.

Ortsamt Pieschen

Einig: Die Verlagerung der „Robinsonschule“ (Schweizer Str.) an die Konkordienstraße 12a zur Erweiterung der 14. Grundschule lehnen die vier Fraktionen ab. Für die Schweizer Straße soll die Verwaltung prüfen, ob mit Containern als Mensa Entlastung bei den Räumen möglich ist. Um steigende Schülerzahlen in dem Ortsamtsbereich abzufangen, soll die 126. Grundschule zum Schuljahr 2019/20 an der Cämmerswalder Straße gegründet werden. Da dort die 150. Oberschule gegründet werden soll, muss die Grundschule eventuell auf den Höckendorfer Weg 2 ausweichen.

Strittig: Rot-grün-rot will notfalls zeitweise Schüler der Robinsonschule am Tschirnhaus-Gymnasium im sanierten Standort des früheren Löffler-Gymnasiums an der Bernhardstraße auslagern. Laut Heike Ahnert will das die Schule nicht. Die Stadt müsse hier „völlig neu denken“.

Schönfeld-Weißig

Bis zum Schuljahr 2019/20 muss die Stadt eine Lösung für zusätzliche Grundschulplätze schaffen. Eine Erweiterung des jetzigen Standorts ist nicht möglich.

Dresdner Westen (Cotta 1 bis 3)

Wenn die 74. Grundschule (Ockerwitzer Allee 128) nicht erweitert werden kann, soll in deren Nähe ein Neubau errichtet werden mit mindestens zwei Zügen. Das jetzige Schulgebäude soll dann Hort werden.

Strittig: Das Berufsschulzentrum „Franz-Ludwig-Gehe“ soll nach dem Willen von Rot-Grün-Rot am Leutewitzer Ring ausziehen und in einen Neubau auf der Boxberger oder der Bodenbacher Straße einziehen. Am Leutewitzer Ring soll dauerhaft ein Gymnasium eingerichtet werden. Das lehnt die CDU ab. Nach ihrer Ansicht bestehe vor allem innerstädtisch Bedarf an Gymnasien, deshalb sollten diese an der Freiberger und der Pfotenhauerstraße eingerichtet werden. Beides lehnt die Kooperation ab. Gleichzeitig sollte am Kollwitz-Ufer in der Nähe des Sachsenplatzes ein neuer Oberschulstandort entstehen. Rot-Grün-Rot will an der Freiberger eine Oberschule ansiedeln und die Unischule und die 101. Oberschule an der Pfotenhauer kooperieren lassen.

Grundschulbezirk Altstadt

Einig: Spätestens zum Schuljahr 2023/24 fordern die vier Parteien die Neugründung einer Grundschule. Deshalb erhält die Stadt den Auftrag, einen Standort für eine vierzügige Schule im Bereich Lingnerstadt/Cockerwiese zu prüfen.

Strittig: Den von der Stadt vorgeschlagenen Tausch der Gebebäude zwischen 10. Grundschule (Struvestraße 11) und Erich-Kästner-Schule (Zinzendorfstraße) lehnt die Stadtratsmehrheit ab, ebenso eine vierzügige 113. Grundschule. Stattdessen will sie zur Entlastung des Grundschulbedarfs eine Grundschule mit sportlichem Profil noch im Ostragehege (Sportschulzentrum Messering 2a) ansiedeln. Nach Ansicht der CDU werden mit den Plänen der Kooperation die Kapazitäten für die Grundschule im Bereich Altstadt nicht reichen. Die Unischule sei da auch keine Entlastung weil sie Kinder aus der ganzen Stadt aufnehmen soll. Ein Grundschulneubau stünde nicht rechtzeitig zur Verfügung. Die CDU will den Tausch lediglich um ein Jahr verschieben. In der jetzigen Kästner-Schule sei mehr Platz für die Grundschule. An der 10. Grundschule seien dann bauliche Veränderungen nötig.

Blasewitz 2

Die 44. Grundschule soll zeitweise auf vier Züge erweitert werden oder es muss ein weiterer Grundschulstandort geprüft werden. Dies könnte vor allem durch die Reaktivierung des ruhenden oder Bauauslagerungsschulen auf der Altenberger Straße 2 oder dem Berthelsdorfer Weg 2 erfolgen. An letzterem will die Stadt eigentlich das Gymnasium Leo (Gymnasium Dresden-Seidnitz) vorgründen. Die Parteien wollen den Standort Altenberger Straße 83 als dauerhaften Schulstandort erhalten. Eine fünfzügige Führung der 33. Grundschule (Marienberger Str. 5) lehnen die Parteien ab. Die Verwaltung hat dies unter Umständen ins Auge gefasst.

Zwei neue Schulen werden im Sommer 2018 an der Gehestraße in Pieschen öffnen. Etwa 1.800 Schülerinnen und Schüler werden sich dann auf dem sechs Hektar großen ehemaligen Bahngelände tummeln. Quelle: Jürgen-M. SchulterJürgen-M. Schulter

Grundschulbezirk Pieschen 1

Das Gebäude Konkordienstraße 12a wird nach Auszug der Außenstelle des Förderzentrums „A.-S.-Makarenko“ (voraussichtlich 1. August 2019) der 8. Grundschule (Konkordienstraße 12) zugeschlagen. Dann könnte die Konkordienstraße 12 saniert werden. Später könne die 8. Grundschule vierzügig in beiden Gebäuden geführt werden. Die Stadt hatte vorgeschlagen, die Robinsonschule an der 8. Grundschule mit anzusiedeln.

Die 147. Grundschule und die Schule für Hörgeschädigte (beide Maxim-Gorki-Str. 4) sollen bei Zustimmung der Schulkonferenzen ab 1. August ein Schulzentrum bilden, damit ihre Kooperationen auf rechtlich sicherer Basis stehen.

Ortsamt Klotzsche

Einig: Die Stadt soll alles unternehmen, damit die geplante 151. Oberschule spätestens ab dem Schuljahr 2022/23 ans Netz gehen kann. Eventuell müsse sie vorzeitig an einem Interimsstandort gegründet werden. Dafür könnten die Container am Gymnasium Klotzsche in Frage kommen, die frei werden, wenn das Gymnasiumsgebäude auf der Karl-Marx-Straße saniert und die Schule auf den Schulcampus Pieschen ausgelagert wird. Der Ersatzneubau für das Gymnasium soll 2019 begonnen werden.

Strittig: Zur Entlastung der Grundschulen in Klotzsche, Langebrück und Weixdorf soll der frühere Schulstandort Alexander-Herzen-Straße 64 wiederbelebt werden. Die 85. Grundschule in Rähnitz als Entlastung würde zu weiten Schulwegen führen, meint Rot-Grün-Rot. Die CDU geht nur von einem zeitweise Engpass aus. Die Herzen-Straße sei als Auslagerungsstandort für Kitas ausgebaut und bedürfte aufwendiger Umbauten. Im nächsten Jahr könnte die 85. Grundschule eventuelle Engpässe auffangen, späte gebe es eher freie Kapazitäten.

Allgemein

Die Stadt wird aufgefordert, jedes Jahr Schülerprognosen vorzulegen. Notfalls soll der Schulnetzplan dann häufiger angepasst werden als im gesetzlichen Rhythmus von fünf Jahren. Das Kapitel zum Autismus muss neu geschrieben werden. Die Kritik von Fachleuten daran sei vernichtend gewesen, es sei von „Diskriminierung“ und „von fachlichen Mängeln“ die Rede gewesen. Die Verabschiedung des Schulnetzplans durch den Stadtrat im Januar werde dadurch nicht verhindert. Außerdem bekommt die Verwaltung ins Stammbuch geschrieben, dass sie bei den Kapazitätsplanungen nicht grundsätzlich mit der maximalen Schülerzahl pro Klasse kalkulieren soll.

Von Ingolf Pleil

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