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Stadtpolitik Stadt will mehr Geld für Skiweltcup ausgeben
Dresden Stadtpolitik Stadt will mehr Geld für Skiweltcup ausgeben
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14:46 12.06.2018
Ski Weltcup 2018 in Dresden. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Die Stadt Dresden will dem Skiweltcup für die Jahre 2019 bis 2022 die Förderung zusagen. Das geht aus der Vorlage von Finanzbürgermeister Peter Lames (SPD) für den Stadtrat hervor, die der Oberbürgermeister jetzt dem Stadtrat zugeleitet hat.

Der Skiweltcup des internationalen Skiverbandes FIS hatte im Januar dieses Jahres erstmals in Dresden stattgefunden. Am Elbufer zwischen Carolabrücke und Japanischem Palais war dafür eine Skipiste aus Kunst- und Naturschnee präpariert worden. Rund 6000 zahlende Zuschauer hatten den Weltcup im Stadion am Königsufer verfolgt, weitere rund 20000 Gäste kamen in eine frei zugängliche Zuschauerzone an der Rennstrecke. Die Dresdner sind geteilter Ansicht über die Veranstaltung.

Am Elbufer zog im Januar 2018 für einige Tage Winter ein. Quelle: Dietrich Flechtner

Die Stadt hatte den Veranstaltern, einer Gesellschaft zweier MDR-Journalisten, 300000 Euro Förderung zur Verfügung gestellt, weitere 300000 Euro aus Steuergeldern stellte der Freistaat Sachsen bereit. Insgesamt kalkulierten die Veranstalter mit einem Etat für die Veranstaltung von rund 1,2 Millionen Euro. Eingeschlossen waren darin auch eine Woche lang Skiveranstaltungen auf der Rennstrecke für den Schul- und Nachwuchssport. Die Veranstaltung war nur vereinzelt von Protesten begleitet, die angesichts der Kunstschneeproduktion auf ökologische Aspekte abzielten. Selbst die Grünen im Stadtrat hatten dafür gestimmt. Inzwischen gibt es innerhalb der Partei Widerstand.

Extra-Zuschuss für Anschlussveranstaltungen

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hatte früh erklärt, dass er die Veranstaltung auch in den kommenden Jahren in Dresden halten will. Er verwies dabei auf deutlich gestiegene Touristenzahlen im Januar in Dresden. Außerdem hätten die Fernsehübertragungen allein in Deutschland 13,1 Millionen Zuschauer gesehen. Auch international sei das Interesse riesig gewesen. „Das war eine gute Werbung für Dresden und den Skilanglauf“, sagte Hilbert.

Jetzt legt der Oberbürgermeister dem Stadtrat zur Entscheidung vor, wie sich die Verwaltung die weitere Unterstützung vorstellt. Daraus wird deutlich, dass künftig pro Jahr 357000 Euro für den Weltcup bereitgestellt werden sollen, darin ist offenbar die Umsatzsteuer enthalten, die bislang nicht zusätzlich gewährt wurde. Netto seien es 300000 Euro. Das Geld soll aus dem Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters/Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit kommen.

Mit einem Pistenbully wurde die Strecke präpariert. Quelle: Dietrich Flechtner

Außerdem sollen 30000 Euro für die „nachgelagerten Veranstaltungen am Standort im Nachwuchsleistungs- und Breitensport“ gefördert werden. Bislang waren diese in die Veranstaltungsförderung eingeschlossen. Die Veranstalter hatten speziell mit der Komponente Breiten- und Schulsportunterstützung für die öffentlichen Gelder geworben. Dieses Geld soll aus dem Eigenbetrieb Sportstätten Dresden kommen.

Mit der Vorlage soll der Oberbürgermeister zudem beauftragt werden, eine „leistungsfähige Lösung“ zur Umleitung des Radverkehrs zu erarbeiten und umzusetzen. Bei der ersten Auflage hatte es viel Ärger um die zeitweise notwendige Sperrung des Elbradwegs gegeben.

Der Veranstalter wird auch für die Zukunft aufgefordert, für eine nachhaltige Veranstaltung ohne Schäden für die Umwelt zu sorgen. Nach den üblichen Ausschussberatungen soll der Stadtrat am 30. August über die Vorlage abstimmen.

Von Ingolf Pleil

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