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Stadt Dresden handelt mit Banken moderate Negativzinsen aus

Finanzkrise Stadt Dresden handelt mit Banken moderate Negativzinsen aus

Die Stadt Dresden hat mit ihren Banken die künftige Höhe von Negativzinsen ausgehandelt. Mit Sockelbeträgen, geschickter Liquiditätsplanung und Einnahmen aus längerfristigen Anlagen soll die Belastung gering gehalten werden.


Quelle: dpa

Dresden. Die Stadt Dresden hat mit ihren Banken die künftige Höhe von Negativzinsen ausgehandelt. Mit Sockelbeträgen, geschickter Liquiditätsplanung und Einnahmen aus längerfristigen Anlagen soll die Belastung gering gehalten werden.

Hintergrund der drohenden Belastung ist die derzeitige Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Banken müssen inzwischen dafür bezahlen, wenn sie bei der EZB Geld einlagern wollen. Um die Wirtschaft im Euroraum mit billigen Krediten anzukurbeln sind die Zinsen für das Leihen von Geld praktisch bei Null gelandet. Im Gegenzug gibt es auch immer weniger für Geldanlagen. Banken und Sparkassen versuchen nun, ihre Kosten für das geparkte Geld künftig an ihre Kunden weiterzugeben. Deshalb werden auch für die Stadt grundsätzlich ab Jahresanfang sogenannte Verwahrentgelte fällig, für Gelder auf Konten, über die die Stadt täglich verfügen will.

„Die wesentlichen Eckdaten der Geldanlage- und Liquiditätsplanung für die Zeit ab Januar 2017 sind mit den Kreditinstituten, die Geschäftspartner der Stadt Dresden sind, besprochen“, erklärte Thomas Weihermüller, Leiter des Steuer- und Stadtkassenamtes. Über Details der getroffenen Vereinbarungen wolle die Stadt jedoch „im Interesse eines fairen Wettbewerbs keine Auskünfte“ geben.

Die Höhe der liquiden Mittelbestände der Stadt schwanke im Lauf eines Jahres stark, insbesondere die Zahlungseingänge sind nicht alle exakt planbar. Auf der anderen Seite können marktbeeinflussende Faktoren jederzeit zu kurzfristigen Veränderungen im Zinsniveau führen. Dennoch sei die Stadt Dresden auf Grund der getroffenen Vereinbarungen zuversichtlich, durch eine geschickte Anlage- und Liquiditätsplanung und in Zusammenarbeit mit den Geschäftspartnern Belastungen mit Verwahrentgelten wenn nicht vermeiden, so doch wenigstens minimieren oder durch Zinseinnahmen aus mittel- und langfristigen Geldanlagen kompensieren zu können. Weihermüller fügte hinzu: Mit den einzelnen Geschäftspartnern wurden in der Regel jeweils Sockelbeträge vereinbart, bis zu denen tagesfällige Geldeinlagen verwahrentgeltfrei bleiben. Für über diese Sockelbeträge hinausgehende Einlagen werden Verwahrentgelte nach von Institut zu Institut unterschiedlichen Modi berechnet.

Die Größenordnung solcher Zahlungen lässt sich damit nur beispielhaft verdeutlichen. Derzeit müssen die Banken bei der EZB 0,4 Prozent Zinsen für geparktes Geld zahlen. Geben die Institute das an die Stadt in vollem Umfang weiter, kämen für eine Millionen Euro 4000 Euro Negativzinsen zusammen. Die Gelder, auf die die Stadt täglich zugreifen kann, belaufen sich meist auf einen zweistelligen Millionenbetrag, allerdings bei verschiedenen Banken.

Von Ingolf Pleil

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