Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Stadtpolitik So reagiert die Berufsschule in Altroßthal auf Stadtratsbeschluss
Dresden Stadtpolitik So reagiert die Berufsschule in Altroßthal auf Stadtratsbeschluss
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:51 12.04.2019
Der Standort des BSZ Agrarwirtschaft in Altroßthal muss dringend saniert werden. Quelle: Archiv/Dietrich Flechtner
Dresden

Emotionaler Moment für Lehrer und Schüler des Beruflichen Schulzentrums (BSZ) in Altroßthal im Stadtrat: Seit Jahren kämpfen sie um die Sanierung der Gebäude im Dresdner Westen. Am Donnerstagabend gab es dazu den lang ersehnten Stadtratsbeschluss. „Wir betrachten die große Zustimmung auch als Wertschätzung unserer inhaltlichen Arbeit“, freute sich Schulleiterin Anja Unger nach der Sitzung.

Ihr kann ein nicht unerheblicher Anteil an der Entscheidung zugeschrieben werden. In nüchterner Klarheit hatte sie in einer Rede während der Stadtratssitzung auf die katastrophalen Zustände in Altroßthal hingewiesen. Die Turnhalle ist marode, die Heizung wird über die Fenster reguliert („Auf oder zu“) und Fotos von den Toiletten „erspare ich ihnen lieber“, warb sie bei den Stadträten um grünes Licht für die Sanierung.

In einem gemeinsamen Antrag hatten sich SPD, Grüne und Linke für einen Beschluss des Stadtrats ausgesprochen, mit dem OB Dirk Hilbert (FDP) aufgefordert wird, „die Sanierung des Standortes Altroßthal unverzüglich voranzutreiben und ein Konzept für die Weiterentwicklung des Standortes vorzulegen (DNN berichteten). Das ehemalige Internatsgebäude (Haus 2), in dem die desolaten Sporträume liegen, sollte denkmalgerecht saniert und eine derzeit als Lager genutzte Scheune beispielsweise zur Sporthalle, Aula und Mensa umgebaut werden.

CDU-Antrag abgelehnt

Zur Finanzierung sollen freiwerdende Gelder aus den Planungen für den künftigen Schulstandort Freiberger Straße eingesetzt werden. „Es muss endlich losgehen“, sagte SPD-Bildungspolitikerin Dana Frohwieser im Stadtrat. „Wir müssen den Weg ebnen für eine richtige Sanierung und ein würdiges Gebäude“, sagte Anja Apel (Linke) und Ulrike Caspary von den Grünen bekräftigte, dass „kein Zweifel daran bestehen kann, dass der Standort dringend saniert werden muss – und zwar bald“. FDP und Bürgerfraktion unterstützten den rot-rot-grünen Antrag ebenfalls nachdrücklich. „Machen wir Nägel mit Köpfen“, stimmte Holger Zastrow von den Liberalen zu. Es gehe um ein „politisches Signal“, erklärte Thomas Blümel (Bürgerfraktion).

Die CDU-Fraktion, die laut Bildungspolitikerin Heike Ahnert „ohne Wenn und Aber“ für die Sanierung sei, wollte aus Gründen der „Haushaltssystematik“ vom OB zunächst nur ein Konzept für die Sanierung erstellen lassen und erst später mit in solchen Fällen üblicher „Planungstiefe“ über die Gelder entscheiden. Dahinter dürften wohl vor allem Überlegungen für die Freiberger Straße stehen, die aus Sicht der CDU mit einem Gymnasium und einer Oberschule bebaut werden sollte. Rot-Grün-Rot hatte im Schulnetzplan jedoch allein auf eine größere Oberschule gesetzt, für die nicht so viel Geld benötigt wird wie für einen Doppelstandort mit zwei relativ kleinen Schulen. Die stehen jedoch bislang mit fast 53 Millionen Euro in den Finanzplänen der Stadt, während die Oberschule („150.“) nur mit rund 33 Millionen Euro veranschlagt wird.

Nach der klaren Ablehnung des CDU-Änderungsantrags stimmten 68 Stadträte bei einer Enthaltung für die Sanierung. Lehrern und Schülern auf der Ratssaal-Tribüne ging dies teilweise sichtlich nahe.

Von Ingolf Pleil

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Stadtrat fordert den Freistaat Sachsen auf, die Mietpreisbremse in Dresden einzuführen. Laut Sozialbürgermeisterin Kris Kaufmann (Die Linke) liegen alle Voraussetzungen für das wohnungspolitische Instrument in Dresden vor.

12.04.2019
Lokales Stadtrat beschließt - Dresden gibt der Ostrale Geld

Der Stadtrat hat die letzten Zweifel beseitigt: Die Ostrale kann dieses Jahr stattfinden. 150 000 Euro zusätzlich stehen zur Verfügung. Das Geld für die Kunstausstellung kommt aus Mehreinnahmen aus der Beherbergungssteuer.

11.04.2019

Ausgerechnet die AfD hat im Stadtrat für lange Gesichter bei der CDU gesorgt. Die AfD sorgte dafür, dass ein Antrag zur Sportförderung nicht zur Abstimmung kam. CDU-Sportpolitikerin Anke Wagner sprach von einem Skandal.

11.04.2019