Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Stadtpolitik Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping: Es ist ein ganz breites Sammelsurium
Dresden Stadtpolitik Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping: Es ist ein ganz breites Sammelsurium
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:20 09.09.2015
Anzeige

Frau Köpping, Sie haben heute mit verschiedensten Menschen an einem Tisch gesessen. Womit sind die Bürger auf sie zugekommen?

Meine Tische, an denen ich saß, hatten sehr verschiedene Problemlagen. Ich glaube, dass es sehr viel um soziale Probleme gegangen ist. Natürlich spielt das Asylbewerber-Problem auch eine Rolle, das Flüchtlingsproblem spielt eine Rolle. Ich hatte auch jetzt wieder eine Frage: ‚Frau Köpping, Sie wollen Asylbewerbern Arbeit verschaffen, wer bitte verschafft mir Arbeit?’.

Wir haben eine ganze Menge sozialer Probleme hier in der Stadt. Die Bürger, die selber keine Arbeit finden, die selber gerade so am Limit leben, die überleben, die inzwischen ihre Rentenbescheide vorliegen haben, die wissen wie es mal aussieht, wenn sie Rentner sind. Das sind Menschen, die einfach Zukunftsängste haben. Das war ein breites Sammelsurium.

Wir haben an den Tischen als Politiker selber nicht gesprochen, sondern zugehört. Und das ist für viele der Grund hier her zu kommen. Viele meinen, da hört ja niemand mehr auf uns und nimmt unsere Probleme und Sorgen wahr.

Der Abend sollte unter anderem einen ersten direkten Kontakt mit Pegida-Teilnehmern ermöglichen. Hat sich ihr Eindruck davon heute verändert?

Es war für mich ja nicht der erste Kontakt. Ich bin die ganze Zeit schon in Gesprächen, auch mit Pegida-Leuten. Ich habe mich an einem Montag mit einem Infostand hingestellt und habe Gespräche geführt, ich bin in Rathäuser und zu Bürgerdiskussionen gegangen und habe Gespräche geführt. Das gibt immer wieder das gleiche Bild, es ist ein ganz breites Sammelsurium. Es gibt natürlich Menschen, die ganz klassisch die jetzige Asylpolitik ablehnen. Aber die meisten, mit denen ich gesprochen habe, sind Menschen, die eigene Probleme haben.

Das heutige Dialogformat wird fortgesetzt?

Auf jeden Fall. Aber auch die anderen Formate werden fortgeführt, weil man hier natürlich auf die einzelnen Problemfelder nicht eingehen kann. Es gibt ja oft Möglichkeiten, zu helfen und die Menschen zu unterstützen. Das betrifft auch die kommunale Ebene. Und das trifft auch andere Fragen, die vielleicht über Sachsen hinausgehen. Und da finde ich, sollte man durchaus andere Formen nutzen, um auf das eigentliche Problem eingehen zu können.

sl

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ich fand die Runde an sich gut. Es ist wichtig, dass endlich ein Dialog beginnt. Schade, dass dafür Pegida notwendig war. Was ich wirklich schade fand war, dass die gewählten Vertreter der Migranten keine stärkere Rolle erhalten haben.

09.09.2015

Die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit (RGR) hat zum Thema "Marina Garden" ein Gespräch mit Investorin Regine Töberich und deren Anwälten geführt. Das teilte gestern Grünen-Stadtrat Johannes Lichdi mit.

09.09.2015

Die Stadtratsfraktion der rechtskonservativen Alternative für Deutschland (AfD) hat einen neuen Vorsitzenden: Der 57-jährige Finanz- und Versicherungsmakler Stefan Vogel tritt die Nachfolge von Bernd Lommel an, der nach Hannover zieht.

09.09.2015
Anzeige