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Stadtpolitik SPD fordert Koordinator für Sicherung des Fachkräftebedarfs in Dresden
Dresden Stadtpolitik SPD fordert Koordinator für Sicherung des Fachkräftebedarfs in Dresden
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13:01 11.03.2018
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Dresden

Ein spezieller Ansprechpartner im Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt soll sich um die Sicherung des Fachkräftebedarfs in der Dresdner Wirtschaft kümmer. „Da es bislang niemanden gibt, der die verschiedenen Akteure beim Bemühen um Fachkräfte koordiniert, ist das eindeutig Aufgabe der Wirtschaftsförderung“, erklärte SPD-Stadträtin Kristin Sturm am Mittwoch bei der Vorstellung einer Initiative ihrer Fraktion.

Schon jetzt hätten viele Dresdner Firmen Schwierigkeiten, ihre offenen Stellen zu besetzen. Besonders betroffen sei neben den technischen Berufen auch der Dienstleistungssektor. Es sei deshalb eine Form der „Daseinsvorsorge“, wenn sich die Stadt mit diesem Thema befasse.

Stadträtin: Bislang hat sich nicht viel getan

Ein lokales Monitoring soll unter anderem den Personalbedarf offenlegen. „Wenn das Problem mal auf dem Tisch liegt, können wir viel besser handeln“, erklärte Sturm. Zwar sei bereist 2016 ein Handlungsprogramm mit Kammern und Verbänden unterzeichnet worden, seither habe sich aber nichts Wesentliches mehr getan.

Der Koordinator im Amt für Wirtschaftsförderung, der im Laufe des Jahres eingesetzt werden könnte, soll dann bis 30. Juni 2019 eine „transparente, lokal und regional abgestimmte Fachkräftesicherungsstrategie“ dem Stadtrat vorlegen. Dabei sollen unter anderem die aktuellen Standortentwicklungen und Erweiterungspotentiale von Unternehmen und Gewerbegebieten berücksichtigt werden.

Vorbildrolle der Stadt

Das lokale Monitoring soll den betrieblichen Bedarf abbilden und dabei Daten von lokalen Bildungseinrichtungen einbeziehen. Die SPD will die Strategie auch auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie auf die Herausforderungen der Integration von Migranten abstimmen.

Die Sozialdemokraten wollen die Initiative zunächst auf die Wirtschaft beschränken. Der Fachkräftebedarf in der Verwaltung und die Konkurrenzsituation auf dem Personalmarkt, die durch die Landesbehörden in der Stadt noch verstärkt werde, sollen in einer separaten Initiative aufgegriffen werden. Die Fraktion ist sich jedoch bewusst, dass die Stadt beispielsweise bei der Entlohnung ihrer Mitarbeiter eine Vorbildrolle spielen kann, um mit guten Arbeitsbedingungen Fachkräfte nach Dresden zu locken.

Orientierung für Berufseinsteiger

„Möglicherweise sollte die Stadt auch nicht nur als Tourismusstandort für sich werben, sondern auch als Arbeitsstandort für bestimmte Branchen“, ergänzte SPD-Stadtrat Thomas Blümel zur Zielrichtung der Initiative, die vor allem auch kleinen und mittleren Unternehmen zugute kommen soll, die den Großteil der Gewerbesteuereinnahmen der Stadt erbringen.

Ein Ansprechpartner in der Verwaltung mit dem Überblick über die Fachkräftesituation könnte zudem auch für Berufseinsteiger Orientierung bieten, wo in den nächsten Jahren Personalbedarf in Dresden entsteht.

Handwerkskammer würdigt Initiative

Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Andreas Brzezinski, würdigte die Initiative der SPD auf DNN-Anfrage. „Die Deckung des Fachkräftebedarfs gehört zu den größten Herausforderungen der Zukunft, der wir uns alle gemeinsam stellen müssen.“

Um an einem Strang ziehen zu können, sei es wichtig, die einzelnen Akteure entsprechend zu vernetzen, aber auch Impulse zum weiteren Vorgehen zu setzen – bis hin zur gesteuerten Zuwanderung. „Hier sehen wir den Beitrag der von der SPD-Fraktion geforderten Aktivitäten zur Fachkräftesicherung“, erklärte der Hauptgeschäftsführer. Unabhängig davon werde für die Handwerksbetriebe auch künftig die Handwerkskammer Ansprechpartner sein, fügte er hinzu.

IHK hält Verstärkung für „Fachkräfteallianz“ für positiv

Um dem Thema Fachkräftesicherung noch mehr Gewicht zu verleihen, wäre eine personelle Verstärkung des Amtes für Wirtschaftsförderung an dieser Stelle „zweifelsohne sinnvoll“, hob Lars Fiehler, Geschäftsführer Standortpolitik der Industrie- und Handelskammer Dresden, hervor. Er verwies allerdings auch darauf, dass es schon jetzt Aktivitäten im Sinne des SPD-Antrages mit der „Fachkräfteallianz Dresden“ gebe.

Diese werde bereits vom Amt für Wirtschaftsförderung mit einer Stelle koordiniert. Laut Fiehler leistet Anja Loose in dieser Funktion „hervorragende Arbeit, ist aber auch als Einzelkämpferin unterwegs, und das in einer Großstadt mit mehr als 500000 Einwohnern und einer prosperierenden Wirtschaft“.

Partner der Fachkräfteallianz seien unter anderem auch die Kammern und die Arbeitsagentur. Die Aktivitäten der Fachkräfteallianz umfassten im Wesentlichen Kampagnen und Öffentlichkeitsarbeit zur Unterstützung der Fachkräftesicherung sowie die Vernetzung von Unternehmen, Branchenverbünden, Hochschulen und Wirtschaft sowie Aktivitäten zur Integration von Migranten und der Anwerbung ausländischer Fachkräfte.

Von Ingolf Pleil

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