Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
SPD-Chef Gabriel übt bei Besuch in Dresden Medienkritik

SPD-Chef Gabriel übt bei Besuch in Dresden Medienkritik

Wirtschaftsminister und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) hat gestern auf Einladung des Instituts für Kommunikationswissenschaften die TU Dresden besucht und mit Studenten diskutiert.

Voriger Artikel
Dresdner Stadtrat beschließt: Sozialticket wird billiger
Nächster Artikel
Gemeindewahlausschuss bestätigt Hilberts Sieg ganz offiziell

Sigmar Gabriel sprach gestern im Hörsaalzentrum der TU Dresden.

Quelle: Hauke Heuer

Thema seiner Visite: das Verhältnis zwischen Politik und Medien. Die vorherige Visite des SPD-Parteichefs in Dresden hatte große Wellen geschlagen. Im Januar 2015 war er zu Gast bei einer Dialogveranstaltung der Landeszentrale für Politische Bildung. Anschließend gab Gabriel den Mann des Volkes und diskutierte lebhaft mit Pegida-Unterstützern. Das brachte ihm deutschlandweit auch Kritik ein - und gestern eine Steilvorlage: "Ich finde es bemerkenswert, dass ein Besuch bei der Landeszentrale für politische Bildung skandalisiert wird", wetterte er gegen die Presse, die immer wieder eine "grundzynische" Haltung einnehme.

Viel weiter lehnte sich Gabriel mit seiner Medienkritik nicht aus dem Fenster. Er bemängelte eine pauschale Unterstellung vieler Medien, Politiker würden immer "Verschwörungen aushecken" und nach "übergeordneten Motivationen, die nur sie kennen" handeln. Da brauche sich niemand wundern, "wenn Politik zynisch betrachtet wird".

Doch auch die eigene Zunft bekam ihr Fett weg. "Wenn immer die Kameras laufen, besteht die Gefahr, dass sich Politiker nur noch nach der öffentlichen Meinung orientieren", erklärte er und gab einen Rat: "Nehmen Sie nur die Politiker ernst, die mit ihnen streiten, denn die haben eine Überzeugung".

Auf den Streit musste Gabriel nicht lange warten. Vertreter der Jugendorganisationen von Linke, SPD, Grüne und Piraten hatten sowohl vor dem Hörsaalzentrum einen Infostand aufgebaut, als auch im Saal ein Transparent entrollt, um gegen die von Gabriel durchgedrückte Vorratsdatenspeicherung zu demonstrieren. "Erklären Sie mir doch bitte zuerst, was die Vorratsdatenspeicherung ist", ließ der Vizekanzler den Vertreter der Gruppe gleich zu Beginn mit einem einfachen rhetorischem Trick straucheln. Der fing sich wieder und sprach von Journalisten, die jetzt nicht mehr sicher kommunizieren können. "Ach, die treffen sich persönlich und tauschen USB-Sticks aus" - Gabriel hat auf alles eine Antwort.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.07.2015

hh

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stadtpolitik
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.