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Stadtpolitik SPD-Chef Gabriel übt bei Besuch in Dresden Medienkritik
Dresden Stadtpolitik SPD-Chef Gabriel übt bei Besuch in Dresden Medienkritik
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21:03 09.09.2015
Sigmar Gabriel sprach gestern im Hörsaalzentrum der TU Dresden. Quelle: Hauke Heuer

Thema seiner Visite: das Verhältnis zwischen Politik und Medien. Die vorherige Visite des SPD-Parteichefs in Dresden hatte große Wellen geschlagen. Im Januar 2015 war er zu Gast bei einer Dialogveranstaltung der Landeszentrale für Politische Bildung. Anschließend gab Gabriel den Mann des Volkes und diskutierte lebhaft mit Pegida-Unterstützern. Das brachte ihm deutschlandweit auch Kritik ein - und gestern eine Steilvorlage: "Ich finde es bemerkenswert, dass ein Besuch bei der Landeszentrale für politische Bildung skandalisiert wird", wetterte er gegen die Presse, die immer wieder eine "grundzynische" Haltung einnehme.

Viel weiter lehnte sich Gabriel mit seiner Medienkritik nicht aus dem Fenster. Er bemängelte eine pauschale Unterstellung vieler Medien, Politiker würden immer "Verschwörungen aushecken" und nach "übergeordneten Motivationen, die nur sie kennen" handeln. Da brauche sich niemand wundern, "wenn Politik zynisch betrachtet wird".

Doch auch die eigene Zunft bekam ihr Fett weg. "Wenn immer die Kameras laufen, besteht die Gefahr, dass sich Politiker nur noch nach der öffentlichen Meinung orientieren", erklärte er und gab einen Rat: "Nehmen Sie nur die Politiker ernst, die mit ihnen streiten, denn die haben eine Überzeugung".

Auf den Streit musste Gabriel nicht lange warten. Vertreter der Jugendorganisationen von Linke, SPD, Grüne und Piraten hatten sowohl vor dem Hörsaalzentrum einen Infostand aufgebaut, als auch im Saal ein Transparent entrollt, um gegen die von Gabriel durchgedrückte Vorratsdatenspeicherung zu demonstrieren. "Erklären Sie mir doch bitte zuerst, was die Vorratsdatenspeicherung ist", ließ der Vizekanzler den Vertreter der Gruppe gleich zu Beginn mit einem einfachen rhetorischem Trick straucheln. Der fing sich wieder und sprach von Journalisten, die jetzt nicht mehr sicher kommunizieren können. "Ach, die treffen sich persönlich und tauschen USB-Sticks aus" - Gabriel hat auf alles eine Antwort.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.07.2015

hh

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