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Stadtpolitik Rückenwind für Vaatz und Lämmel im Bundestagswahlkampf
Dresden Stadtpolitik Rückenwind für Vaatz und Lämmel im Bundestagswahlkampf
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09:53 24.09.2016
Arnold Vaatz  Quelle: Archiv
Dresden

Er sei aufrichtig gerührt, bekannte Andreas Lämmel am Freitagabend, nachdem die Stimmen ausgezählt waren. „Nach allem, was sich in den letzten Wochen so abgespielt hat“, sagte er und meinte damit die Attacken seines innerparteilichen Rivalen Maximilian Krah. Der Gegenkandidat um das Direktmandat für die Bundestagswahl 2017 im Wahlkreis Dresden I ist Lämmel abhanden gekommen – Krah hatte am Montag die CDU verlassen und stand im Plenarsaal des Rathauses folgerichtig nicht zur Wahl.

Andere Bewerber gab es nicht, so dass Lämmel 98 von 119 gültigen Stimmen erhielt. Das sind 82,35 Prozent. „Ein überzeugendes Ergebnis“, befand CDU-Kreisvorsitzender Christian Hartmann. Applaus erhielt Lämmel besonders für seine Warnung, den Ideen der AfD hinterherzulaufen. „Im Zweifel wählt der Wähler das Original und nicht die Kopie“, erklärte der 57-jährige Bundestagsabgeordnete, „ich halte christliche Überzeugungen und Werte für einen guten Kompass politischer Arbeit.“

Die Flüchtlingskrise zu bewältigen, das heiße für ihn der konsequente Schutz der EU-Außengrenzen, so Lämmel. „Wenn der EU kein effektiver Schutz gelingt, dann müssen wir mit nationalen Maßnahmen dafür sorgen, dass wir wissen, wer zu uns kommt.“ Schnellere Asylverfahren und die konsequente Abschiebung abgelehnter Asylbewerber nannte Lämmel als Ziele und betonte: „Es widerspricht der christlichen Überzeugung, im Ozean Inseln zu akquirieren und dort Menschen zu internieren.“ Wer keinen Anspruch auf Asyl habe, müsse schnell in seine Heimat zurückgeführt werden. „Das ist besser, als die Menschen hier der Perspektivlosigkeit zu überlassen.“

Ein Kontrapunkt zu den Positionen von Krah, die dieser noch als CDU-Mitglied regelmäßig propagiert hatte. Das innerparteiliche Duell mit Krah fiel aus, viele halten es aber für wahrscheinlich, dass das ehemalige CDU-Mitglied als Direktkandidat für die AfD gegen Lämmel antreten könnte.

CDU-Urgestein Arnold Vaatz erhielt als Bewerber für den Wahlkreis Dresden II/Bautzen II 91 von 97 abgegebenen Stimmen, das sind 93,81 Prozent. Er habe eigentlich gar nicht mehr antreten wollen, bekannte der 62-Jährige. „Aber das wäre angesichts der immer komplizierteren politischen Situation billig und nach Fahnenflucht riechend.“ Er sehe einen großen Integrations- und Korrekturbedarf innerhalb der CDU und wolle das Gewicht, das er sich in Berlin erarbeitet habe, in die Waagschale werfen.

Ulrich Link von der Initiative „Kurswechsel CDU“ wollte von Vaatz wissen, was er gegen die Entfremdung der Partei vom Wähler zu tun gedenke. „Ich will nicht polemisierend wirken, sondern die Korrekturvorschläge meiner Basis dorthin transportieren, wo sie entweder gehört oder aber überhört werden“, entgegnete Vaatz. Er sei mit seinen Wünschen regelmäßig nicht erfolgreich gewesen. „Aber es kommt für mich gar nicht in Frage, die Fahne einzurollen.“ In Ostdeutschland bäume sich das wahre Leben gegen die Bilder vom Leben auf, die sich einige Politiker und Medienvertreter zurechtgeschustert hätten, fügte er an.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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