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Stadtpolitik Rot-Grün-Rot will neue Strategie für soziale Projekte
Dresden Stadtpolitik Rot-Grün-Rot will neue Strategie für soziale Projekte
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12:00 02.10.2018
Die Straßenschule in Dresden fördert Jugendliche aus prekären Lebenssituationen auf dem Weg zu einem Schulabschluss. Quelle: Treberhilfe
Dresden

Der Fortbestand der Straßenschule hing lange am seidenen Faden. Der Geschäftsbereich Bildung im Rathaus hatte bei den Finanzen auf den Geschäftsbereich Soziales verwiesen. Aber auch im Sozialbereich konnte das Projekt, das sich um Schulabschlüsse für teilweise auf der Straße lebende Jugendliche einsetzt, nicht finanzieren. „Das darf sich nicht wiederholen“, fordert Michael Schmelich, Sozialpolitiker für Bündnis 90/Die Grünen im Stadtrat,

SPD-Sozialexperte Vincent Drews Quelle: PR

„Wir haben die verschiedensten Fachpläne und Konzepte. Es gibt ein Asylkonzept und ein Integrationskonzept, ein Konzept für Wohnungslose und eines für Senioren“, erläutert SPD-Sozialexperte Vincent Drews. „Vielfach gibt es in den einzelnen Gruppen Schnittmengen. Wir wollen eine ämterübergreifende Zusammenarbeit in der Stadtverwaltung.“ Sozialraumplanung heißt das etwas sperrig und soll den Paradigmenwechsel herbeiführen. „Soziale Konzepte müssen sich an der Lebenswirklichkeit der Menschen orientieren und nicht nur an einzelnen Bedarfsgruppen“, so Drews.

Menschen würden in Stadtvierteln leben, und für diese müssten die Konzepte gemacht werden, so Kerstin Wagner, Sozialpolitikerin der Linken. „Es geht nicht nur um soziale Probleme, sondern auch um nicht kommerzielle Freiräume in den Stadtteilen.“ Die Zentren wie Altmarkt Galerie oder Schillergalerie seien kommerziell orientiert. „Hier gehen Menschen einkaufen. Dadurch werden aber Bevölkerungsgruppen ausgeschlossen“, erklärt Wagner.

Sozialraumplanung sei längst nicht nur eine „Reparaturwerkstatt“, so Schmelich. „Es geht auch um Kultur und Sport mit ihrer integrativen Wirkung.“ Rot-Grün-Rot verspricht sich viel von den Budgets für die Stadtbezirke. „Die Stadtbezirksbeiräte können sehr gut einschätzen, welche Initiativen und Projekte Unterstützung benötigen.“

Schritt für Schritt will die Stadtratsmehrheit ein Umdenken in der Verwaltung in Richtung Sozialräume erreichen. „So kann es gelingen, auseinanderdriftende Bevölkerungsgruppen wieder zusammenzubringen“, glaubt Grünen-Jugendpolitikerin Tina Siebeneicher. Bei der Jugendhilfeplanung habe eine Arbeitsgruppe aus Verwaltung, Stadträten und freien Trägern einen sozialräumlichen Ansatz gewählt.

Auf einer Fachkonferenz haben die Stadtratsfraktionen von Linke, Grünen und SPD ihre Überlegungen jüngst Vertretern von Verwaltung und freien Trägern vorgestellt und sind auf großes Interesse gestoßen, so Pia Barkow, Stadträtin für die Linke. „Wir werden jetzt die verschiedenen Anregungen und Hinweise in Anträgen für den Stadtrat zusammenfassen“, kündigte sie an.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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