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Stadtpolitik Reform der Jugendhilfe in Dresden wird Sache des Stadtrats
Dresden Stadtpolitik Reform der Jugendhilfe in Dresden wird Sache des Stadtrats
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19:56 27.06.2018
Quelle: dpa
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Dresden

Die Reform der Jugendhilfe in Dresden wird zur Sache für den Stadtrat. Das entschied der Jugendhilfeausschuss am Mittwoch mit den Stimmen der rot-grün-roten Ausschussmitglieder. Für die Befassung des Rats mit einem Thema muss ein Fünftel des Ausschusses zustimmen.

Dahinter steht eine langwierige Debatte über die künftige Ausrichtung der Arbeit mit Kinder- und Jugendlichen. Vorbeugende Ansätze sollen Fehlentwicklungen verhindern, die später nur mit kostspieligen Erziehungshilfen korrigiert werden können. Die Jugendhilfe soll sich dabei stärker an den konkreten Bedingungen in sozialen Räumen der Stadt ausrichten. Dazu gibt es eine bundesweite Debatte.

Streit um Konzept

In Dresden hat die Evangelische Hochschule EHS eine Studie zur Situation in der Jugendhilfe vorgelegt. Die rot-grün-rote Seite will die Anregungen daraus umsetzen, indem in Dresden sogenannte Sozialraumkoordinatoren alle Akteure in den Stadtgebieten vom Bäcker oder Fleischer bis zu Jugendhaus oder Schule stärker vernetzen. Diese Entwicklung soll ein freien Träger oder eine andere Institution begleiten, um Erfahrungen auszuwerten. Das könne konkrete Verbesserungen für die Jugendlichen bringen.

Die Stadtverwaltung und die Mehrheit der freien Träger will dagegen vom Jugendamt ein Konzept für die Reform entwickeln lassen, weil die EHS dafür keine konkreten Vorgaben gemacht habe. Daran sollen die freien Träger beteiligt werden. Zudem soll es pro Jahr und Mitarbeiter auf Antrag 1000 Euro für die Einzelbegleitung problematischer Jugendlicher geben. Wie verfahren wird, hätte der Jugendhilfeausschuss entscheiden können. Jetzt wird das Thema in den Stadtrat gehoben.

Mehr Schulsozialarbeit

Zu Beginn der Sitzung hatte Jugendamtsleiter Claus Lippmann den Ausschuss darüber informiert, dass noch in diesem Jahr weitere Gelder für Schulsozialarbeit eingesetzt werden können. Dadurch könnten in 15 Schule erstmals Sozialarbeiter tätig werden und zudem Sozialarbeiter im Umfang von vier bis fünf Stellen bereits bestehende Angebote in weiteren Schulen aufstocken. Tilo Kießling (Linke) kritisierte, dass jetzt im Eilverfahren in der Ferienzeit entschieden werden müsse.

Lippmann verteidigte den Schritt. Die Stadt habe erst genau wissen müssen, was im kommenden Jahr vom Land finanziert wird, damit die in diesem Jahr eingerichtete Schulsozialarbeit auch weiter finanziert werden kann. Daher sei zunächst restriktiv geplant worden. Für die Verteilung der Gelder sind alle Dresdner Schulen unter anderem nach sozialer Problemlage in eine Ranking eingeteilt, bis Platz 59 ist Schulsozialarbeit bereits vergeben.

Die Stadt hat in diesem Jahr für die vier Monate ab Herbst 1,93 Millionen Euro vom Land bekommen. Im kommenden Jahr werden es 4,3 Millionen Euro sein. Lippmann schloss nicht aus, dass mit den jetzt noch zusätzlich zu verteilenden Geldern auch dort unterstützend eingegriffen wird, wo bislang eine Reduzierung der Mittel für die Schulsozialarbeit vorgesehen war. In Kürze soll das Interessenbekundungsverfahren für die freien Träger von Schulsozialarbeit im Amtsblatt veröffentlicht werden. Für August wird bereits eine Entscheidung im Jugendhilfeausschuss angestrebt.

Von Ingolf Pleil

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