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Stadtpolitik Rechtsextreme bei Gedenken zum 17. Juni 1953 in Dresden: Klare Worte von BM Lehmann
Dresden Stadtpolitik Rechtsextreme bei Gedenken zum 17. Juni 1953 in Dresden: Klare Worte von BM Lehmann
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18:38 09.09.2015
Bei der Gedenkzeremonie zum 17. Juni 1953 in Dresden sprach BM Lehmann (CDU) klare Worte gegen Rechtsextreme aus. Quelle: Dominik Brüggemann
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Der Gedenktag an den 17

Zuvor hatte Bürgermeister Winfried Lehmann (CDU) klar Position gegen die Rechtsextremen bezogen.

 „Wenn das Datum in den letzten Jahren von rechtsgerichteten Kräften missbraucht wird, so sollte uns das alle hellhörig machen. Wir lassen diesen Missbrauch nicht zu. Denn Dresden eignet sich nicht als Aufmarschplatz für Extremisten – nicht im Februar, nicht im Juni und auch zu keinem sonstigen Zeitpunkt“, so Lehmann gegenüber den rund 50 Zuhörern, darunter einige Stadträte. „ Eine Diktatur zu überwinden und eine Demokratie aufzubauen sind die schwierigsten Aufgaben, denen sich eine Gesellschaft stellen kann. Wir sollten unsere Geschichte in Erinnerung behalten, denn es ist wichtig diese Errungenschaften zu verteidigen“, mahnte Lehmann an. Rund die Hälfte der Gäste gruppierte sich um den Kranz der NPD-Landtagsfraktion.

Während der halbstündigen Zeremonie las Schauspieler Martin Sommer Zeitzeugenberichte vor. Die Texte aus dem Buch „17. Juni 1953 – Ein Lesebuch“ erinnerten an den Volksaufstand in der DDR, der auch in Dresden mithilfe sowjetischer Einheiten gestoppt wurde. Lehmann erinnerte an den Mut der Aufständischen, die sich damals gegen das SED-Regime gerichtet hatten. Für die musikalische Umrahmung sorgen Schülerinnen und Schüler des Heinrich-Schütz-Konservatoriums.

Gegen den Neonazi-Aufmarsch hatte auch ein Bündnis linker Parteien, Gruppen und Initiativen sowie der Gewerkschaft Verdi zum Protest aufgerufen. Die rund 15 Protestler hatten sich in Sichtweite der Gedenkveranstaltung positioniert und zeigten ein Plakat mit der Aufschrift „Dresden grüßt seine Nazis – auf Protest verzichten wir...“. Silvio Lang, jugendpolitischer Sprecher der Linksjugend, genügten die Worte des Bürgermeisters nicht. „Man hat sich erneut Schulter an Schulter mit den Neonazis hingestellt.“ Seiner Meinung nach sollten Neonazis von der Veranstaltung ausgeschlossen werden. „Die Worte des Bürgermeisters sind klar zu begrüßen. Trotzdem wirkt es ironisch, wenn er dabei in die Augen der versammelten NPD-Fraktion und ihrer Anhänger schaut,“ so Lang. Insgesamt lobte er den Versuch der Stadt, allerdings sei dieser nicht konsequent genug umgesetzt worden.

Im vergangenen Jahr versammelten sich rund 200 Rechtsextreme zu einer Kundgebung am Postplatz. Ebenso viele Menschen protestierten gegen den Aufmarsch. Dieses Jahr ist die Polizei erneut mit einem Großaufgebot vor Ort. Zwischen 12 Uhr und 18 Uhr soll es einen Umzug der Rechtsextremen ausgehend vom Postplatz geben.

dbr

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