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Radwegebau – Zastrow wirft Baubürgermeister PR-Show vor

Investitionsprogramm Radwegebau – Zastrow wirft Baubürgermeister PR-Show vor

Eine PR-Show wirft Holger Zastrow, Chef der FDP/Freie Bürger-Fraktion, Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain vor. Der hatte am Montag das Investitionsprogramm in Dresdens Radwege für dieses Jahr vorgestellt. Insbesondere die Pläne zur Albertstraße nimmt Zastrow aufs Korn.

Für das Holperpflaster des Körnerwegs gibt es in diesem Jahr den nächsten Sanierungsversuch.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  Die von Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) vorgestellte Liste mit in diesem Jahr geplanten Bauvorhaben im Radwegenetz erhitzt die Gemüter. Zumindest eines: „Wir kritisieren die erneute PR-Show des Baubürgermeisters. Die vorgestellten Projekte sind in den wenigstens Fällen wirkliche Verbesserungen für die Radfahrer“, meint der Fraktionsvorsitzende der FDP/Freie Bürger-Fraktion Holger Zastrow.

Er ärgert sich über die „Farce“ am seit vielen Jahren seiner Sanierung harrenden Körnerweg und bemängelt, dass zur Verbreiterung des Elberadwegs am Fährgarten Johannstadt aus Umweltschutzgründen nichts unternommen werden könne. „Es kann nicht sein, das Käfer und Kopfsteinpflaster eine deutliche Verbesserung für das umweltfreundlichste Verkehrsmittel in der Stadt verhindern.“

Auto- und Radfahrer gegeneinander ausspielen ist schäbig

„Ideenlosigkeit und ideologisch motivierte Handlungsansätze“ wirft Zastrow dem Baubürgermeister gar in Sachen Albertstraße vor. Dort soll eine von zwei Fahrspuren neuen Radwegen geopfert werden, was SPD-Stadtrat Vincent Drews begrüßt: „Gerade mit dem Radweg entlang der Albertstraße wird die so wichtige Nord-Süd-Route zwischen der Neustadt und der Universität komplettiert. Damit schaffen wir ein funktionierendes Angebot für einen zügigen Radverkehr und entlasten die Hauptstraße, auf der es immer wieder zu Konflikten zwischen Fußgängern und Radfahrern kam.“

Ganz anders bewertet Zastrow das Vorhaben. „Anstatt die überdimensionierten Seitenräume zu nutzen, muss es die Abmarkierung einer Autospur zu Gunsten eines Radweges sein. Dieses Ausspielen eines Verkehrsteilnehmers gegenüber eines anderes ist pure grüne Ideologie und dazu äußerst schäbig“, kritisiert er. Er prognostiziert zudem, dass sich durch zunehmende Staus die Umweltbelastung im Umfeld der Albertstraße erhöhen werde.

Die Stadtverwaltung hat inzwischen ihre Angaben zu dem in diesem Jahr vorgesehen Investitionsvolumen präzisiert. Zunächst sprach Straßen- und Tiefbauamtsleiter Reinhard Koettnitz von 2,3 Millionen Euro. Genauer sind 2,25 Millionen Euro, die noch dazu auf zwei Jahre verteilt werden: 1,25 Millionen Euro im Jahr 2018 und eine Million Euro im Jahr 2019.

Kräftiger Griff in den Fördermitteltopf des Freistaats

„Diese Budgets bilden aber nur einen Bruchteil der Investitionssumme ab, da es sich meist um komplexe Straßenbaumaßnahmen handelt, bei denen die Radverkehrsanlagen und die Fußwege eingeschlossen sind“, heißt es dazu aus der Stadtverwaltung. Beispiel dafür könnte die Bautzner Straße zwischen Glacisstraße und Hoyerswerdaer Straße sein. Die Stadt hofft auf einen rechtzeitigen Planfeststellungsbeschluss, um den Abschnitt im Herbst ausbauen zu können. Neben einer Sanierung der Gleise und des Straßenasphalts entstehen dort auch Radwege.

Außerdem kann immer dann, wenn alleinstehende Radwege gebaut oder saniert werden, kräftig in den Fördermitteltopf des Freistaats gegriffen werden. Bei der 2,4 Millionen Euro teuren Sanierung der denkmalgeschützten Brücke am Alberthafen trägt der Freistaat zum Beispiel 90 Prozent der Kosten, wie die Stadt informiert. Auch das ein Vorhaben übrigens, das Zastrows Kritik weckt. „Die Brücke müsste sowieso saniert werden und aktuell ist sie für Radfahrer auch problemlos zu benutzen. Wo diese Sanierung also eine Verbesserung der Radverkehrssituation sein soll, erschließt sich mir nicht“, sagt er.

Von uh

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