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Stadtpolitik Pläne für Sanierung sorgen für Ärger
Dresden Stadtpolitik Pläne für Sanierung sorgen für Ärger
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12:09 04.05.2018
Die Loschwitzer Straße Quelle: Anja Schneider
Dresden

 Die Pläne der Stadtverwaltung für den Verkehrszug Blasewitzer Straße/Loschwitzer Straße sorgen für Furore. „Seit 1999 frage ich im Ortsbeirat regelmäßig an, wann die Blasewitzer und die Loschwitzer Straße endlich saniert werden, zuletzt im Herbst“, erklärte Carsten Biesok (FDP), Mitglied im Ortsbeirat Blasewitz. Dass er aus den DNN erfahren habe, dass die Stadt die Vorplanungen vorgelegt hat, missachte die Rechte des Ortsbeirates Blasewitz, der zunächst hätte informiert werden müssen.

Bündnis 90/Die Grünen hätten die Stärkung der Rechte der Ortsbeiräte zu einem zentralen Thema ihrer kommunalpolitischen Arbeit gemacht. Für Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) sei die Einbeziehung des Ortsbeirates aber eine überflüssige Alibi-Veranstaltung, so Biesok. Gerade im sensiblen Bereich der Erhaltungssatzung Blasewitz sollten die Ausbaupläne mit einer breiten Öffentlichkeit diskutiert werden.

„Ein Verkehrskonzept von gestern“

Die Zeitplanung für die Sanierung, die laut Stadt nicht vor 2021 erfolgen könne, nannte der FDP-Ortsbeirat „inakzeptabel“. „Die Straße ist in einem miserablen Zustand, der nicht mehr tragbar ist.“ Das Vorgehen der Stadt reihe sich ein in andere Sanierungsvorhaben in Blasewitz. So liege für die Augsburger Straße eine Planung vor, die 2009 umgesetzt werden sollte. „Dann stellte die Stadt zu ihrer Überraschung fest, dass unter der Straße eine 110-Kilovolt-Stromleitung liegt, über die nicht gebaut werden könne. Die Leitung ist schon lange verlegt. Gebaut wird trotzdem nicht“, erklärte Biesok.

Holger Zastrow, Vorsitzender der Stadtratsfraktion FDP/Freie Bürger, äußerte sein Unverständnis über die Inhalte der Planung mit einer Verengung der Fahrbahn auf eine Spur, die sich dann Straßenbahn, Busse und Autoverkehr teilen müssen. „Die beiden wichtigsten Verkehrsmittel werden zugunsten eines einzigen über die Maßen benachteiligt. Am Ende stehen beide im Stau.“ Zastrow erinnerte daran, dass der Verkehrszug eine erhebliche Bedeutung habe, besonders bei einer Sanierung des Blauen Wunders. Dann sei die Loschwitzer Straße eine der Hauptausweichrouten für den Autoverkehr.

Wieder einmal, so der Fraktionsvorsitzende, werde alles dem Radverkehr untergeordnet. „Es braucht aber auch leistungsfähige Hauptverkehrsstraßen für Autos, Busse, Lieferverkehr und Bahnen. Das einfache Streichen von Autospuren ist in Dresden gerade sehr angesagt, aber es ist und bleibt ein Verkehrskonzept von gestern.“ Es gelte, neue und kreative Lösungen zu finden.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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