Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Stadtpolitik Pegida lehnt Flüchtlinge ab - Dresdner Religionsverbände und Vereine fordern Toleranz
Dresden Stadtpolitik Pegida lehnt Flüchtlinge ab - Dresdner Religionsverbände und Vereine fordern Toleranz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:36 09.09.2015
Die Pegida-Demo in Dresden am 3.November 2014. Quelle: Stephan Lohse
Anzeige

„Der Hass gegen den Islam und die Ablehnung der Aufnahme Asylsuchender bestimmen die Positionen der Pegida. Demgegenüber treten die unterzeichnenden Organisationen für die Religionsfreiheit und die Aufnahme Asylsuchender in Dresden ein. Die Radikalisierung Einzelner darf nicht auf eine gesamte vielfältige Religion übertragen werden“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung, die von der Jüdischen Gemeinde zu Dresden, dem Islamischen Zentrum und Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche unterzeichnet ist. Auch der Ausländerrat Dresden, Bürger.Courage e.V., das Kulturbüro Sachsen, die Opferberatung des RAA Sachsen und der Sächsische Flüchtlingsrat gehören zu den Unterzeichnern.

Die Pegida-Demo am 3. November in Dresden:

Bei der vierten Pegida-Demonstration in Dresden hatten sich am Montagabend laut Polizei rund 1700 Menschen versammelt, der Veranstalter schreibt von rund 2000 Menschen. An der Gegendemonstration beteiligten sich etwa 300 Menschen. Rund 200 Polizeibeamte sorgten für die Trennung der Demonstranten. Nach Polizeiangaben verliefen beide Veranstaltungen friedlich.

Pegida lehnt Flüchtlinge ab

Die Pegida-Demonstrationen laufen geplantermaßen besonders ruhig ab. Die Teilnehmer schweigen auf Geheiß ihrer Demonstrationsführer. Nur nach der jeweiligen Abschlusskundgebung der Organisatoren rufen die Teilnehmer „Wir sind das Volk.“ Das zentrale Anliegen von Pegida soll die vermeintliche Islamisierung sein. Entsprechend pauschal lehnen die Veranstalter Flüchtlinge nach eigenen Angaben ab. „Es ist aber weder wirtschaftlich, noch integrationspolitisch möglich, diesem Zuwanderungsstrom noch Herr zu werden“, heißt es auf der offiziellen Facebook-Seite von Pegida im Auszug aus der Rede des Mitveranstalters Lutz Bachmann. In ihren Kernforderungen setzen sie sich entsprechend für eine strengere Durchsetzung der Gesetze beim Thema Zuwanderung und Abschiebung.

Pegida-Bewegung sieht sich in die rechte Ecke gedrängt

Weil sich die Veranstalter und Teilnehmer zu Unrecht in die rechte Ecke gedrängt fühlen, setzen sie sich auch für das Recht auf freie Rede ein. „Die Medien überschlagen sich in den Meldungen über unsere Bewegung mit Superlativen des Bösen, mit Vorverurteilungen und Verunglimpfungen, welche uns versuchen, in eine hässliche Ecke zu drängen“, heißt es seitens Pegida.

Zuvor hatte SPD-Unterbezirksvorsitzender Christian Avenarius das Auftreten von Pegida als besonders perfide eingeordnet, da sie nicht davor zurückschreckten, Symbole der friedlichen Revolution von 1989 wie Montagsdemonstrationen oder den Ruf „Wir sind das Volk“ für ihre menschenverachtenden Zwecke zu missbrauchen. Er bezeichnete die Pegida-Anhänger als „scheinbare Biedermänner“, die Ängste in der Dresdner Bevölkerung nutzen wollen, um für ihre ausländerfeindlichen Absichten zu werben. Entsprechend seien alle demokratischen Parteien, die Kirchen, Kultur, Wissenschaft, Sport und Gewerkschaften gefordert, gegen „Pegida“ zu protestieren.

dbr/fs/tbh

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Rund 1700 Menschen waren am Montagabend dem Aufruf von Pegida (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) zur vierten Dresdner „Montagsdemonstration gegen Glaubens- und Stellvertreterkriege auf deutschem Boden" gefolgt.

09.09.2015

Die Initiative „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) hat am heutigen Montag wieder zu einer „Montagsdemonstration gegen Glaubens- und Stellvertreterkriege auf deutschem Boden“ aufgerufen.

09.09.2015

In Sachsen steht die schwarz-rote Koalition. Zehn Wochen nach der Landtagswahl unterzeichneten der CDU-Chef und Ministerpräsident Stanislaw Tillich, der CDU-Fraktionsvorsitzende Frank Kupfer und der SPD-Landes- und Fraktionschef Martin Dulig am Montag im Dresdner Ständehaus den Koalitionsvertrag.

09.09.2015
Anzeige